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Ehrenfeld: Angstraum Friedhof

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Gerade ältere Personen fühlen sich auf dem Friedhof unbehaglich. Foto: Rösgen
In der Bezirksvertretung Ehrenfeld ist eine Diskussion über Sicherheit auf dem Friedhof aufgekommen. Den Besuchern soll die Angst vor Überfällen genommen werden – mit Videoüberwachung und dem Bau einer Drehtüranlage.  Von
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Ehrenfeld

Ist der Winter endlich einmal vorbei, wird es Zeit, sich um die Gräber der Verstorbenen zu kümmern. Für viele, vor allem ältere Menschen, ist beim Gang auf den Friedhof jedoch die Angst ein ständiger Begleiter. Die friedvolle Stille des Ortes, an dem die Toten ihre letzte Ruhe finden, flößt den Lebenden Unbehagen ein. Es ist vor allem die Angst, dass man überfallen werden könnte.

In der Bezirksvertretung Ehrenfeld wurde jetzt darüber diskutiert, wie auf dem Ehrenfelder Friedhof die Sicherheit erhöht werden kann. Die Begräbnisstätte ist von der Weinsbergstraße aus zugänglich. Die einstige Trennung vom Melatenfriedhof ist jedoch kaum noch wahrnehmbar. Beide Friedhöfe zusammen haben mehr als 55 000 Grabstellen.

Mehr Sicherheit auf dem Friedhof

Anlass für die Diskussion war ein Antrag der CDU-Fraktion, die eine Video-Überwachung, ein Notruf-Telefon sowie den Bau einer Drehtüranlage forderte, durch die man den Friedhof verlassen kann, wenn die Tore bereits geschlossen sind. „Die Besucher können dann nur am Haupteingang des Melatenfriedhofs an der Piusstraße durch ein Drehkreuz nach draußen. Es ist aber in der Dunkelheit schwer, den Weg dorthin zu finden", begründete die CDU-Fraktionsvorsitzende Jutta Kaiser das Anliegen.

Manfred Kaune, Leiter des Grünflächenamtes, zeigt sich prinzipiell skeptisch im Hinblick auf eine Videoüberwachung. Das Thema sei erst im vergangenen Herbst verwaltungsintern diskutiert worden, nachdem sich auf dem Melatenfriedhof ein Überfall mit schwerer Körperverletzung ereignet habe. Opfer war ein 79-jähriger Rentner. „Es ist doch unmöglich, einen kompletten Friedhof zu überwachen", sagt Kaune. Doch auch, wenn nur die Ein- und Ausgänge überwacht würden, sei immer jemand nötig, der die Kontrollmonitore im Blick habe. Bei der schlechten Personalausstattung seines Amtes sei dies nicht zu leisten. Im übrigen spreche man von einer geringen Zahl von Straftaten auf Friedhöfen. In Parkanlagen oder auf offener Straße sei das Risiko, überfallen oder beraubt zu werden, viel höher.

Hecken und Sträucher werden gestutzt

Dass viele Besucher den Friedhof dennoch als „Angstraum" erleben, räumt Kaune ein. „Wir versuchen, dies zu mindern, indem wir zu starken Wuchs von Sträuchern und Hecken drastisch beschneiden", sagt Kaune. Auch die Mehrheit der Bezirksvertreter war skeptisch beim Thema Videoüberwachung. Ein weiteres Notruf-Telefon auf dem Friedhof hielt die Mehrheit der Politiker ebenfalls für nicht angebracht. „Wir leben in einer Zeit, in der jeder ein Handy besitzt", ist Grünen-Bezirksvertreterin Christiane Martin überzeugt.

Einigkeit bestand darin, dass kurzfristig die Beschilderung auf dem Friedhof in Richtung Ausgang Piusstraße besser kenntlich gemacht werden soll. Der Vorschlag einer Drehkreuz-Anlage am Friedhofseingang Weinsbergstraße soll geprüft werden. Amtsleiter Manfred Kaune zeigt sich dafür offen: „Das ließe sich in einem überschaubaren Kostenrahmen realisieren."

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