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Entschärft: Fliegerbombe legt Ehrenfeld lahm

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Die Ehrenfelder Fünf-Zentner-Bombe aus dem Zweiten Weltkrieg. Auf einem Feld in Stammheim wurde eine weitere Bombe gefunden. Sie wiegt 10 Zentner. Foto: Arton Krasniqi
Teile Ehrenfelds wurde am Mittwoch von einer Fünf-Zentner-Bombe aus dem zweiten Weltkrieg lahm gelegt. Der „Kölner Stadt-Anzeiger“ berichtet vom Fundplatz, spricht mit Evakuierten und zeigt die wichtigsten Bilder.  Von
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Ehrenfeld/Kalk

Eigentlich wollte Bezirksbürgermeister Josef Wirges am Mittwochnachmittag mit Polizisten über die Venloer Straße schlendern und Autofahrer zur Rede stellen, die in zweiter Reihe parken. Aber die Falschparker kamen noch einmal davon – eine 250 Kilogramm schwere englische Fliegerbombe erforderte Wirges’ ungeteilte Aufmerksamkeit. „Den Termin auf der Venloer Straße holen wir nach“, sagte er.

Bauarbeiter entdeckten die Bombe aus dem Zweiten Weltkrieg gegen 11 Uhr auf dem Gelände der Christanstraße 82, hinter dem Haus der Jugendhilfe. Der Kampfmittelbeseitigungsdienst ordnete einen Sicherheitsradius von 250 Metern an. Bis die Bombe um 17 Uhr entschärft werden konnte, mussten etwa 1500 Menschen ihre Geschäfte und Wohnungen verlassen. Wer nicht wusste wohin, konnte in der Turnhalle der Förderschule Leyendecker Straße warten. 30 Menschen saßen  hier auf Bierbänken zusammen. Käthe Pütz wollte eigentlich zu ihrer Tochter in der Rochusstraße, aber die war nicht zu Hause. „Ich wurde vor vier Wochen am Herzen operiert und wollte mich eigentlich ausruhen“, sagte die 87-Jährige. Wasser wollte sie nicht und auch keine Schokolade. „Ich hoffe, es geht schnell.“

Fünf-Zentner-Bombe in Ehrenfeld

Die Mitarbeiter des Cinenova in der Herbrandstraße schienen wengier Probleme mit der Evakuierung gehabt zu haben. Sie schwangen sich auf ihre Räder und fuhren davon, Woody Allens Komödie „To Rome with Love“ wurde am Nachmittag definitiv nicht gezeigt.

Die Polizei sperrte sämtliche Nebenstraßen im Umkreis, die Venloer Straße war davon nicht betroffen, auch Busse und Bahnen der Kölner Verkehrs-Betriebe (KVB) konnten fahren. Während der Entschärfung, die letztlich 15 Minuten dauerte, wurde die Eisenbahnstrecke Köln-Aachen der Deutschen Bahn oberhalb des Fundorts gesperrt. Hier verkehrt auch der Thalys und die S-Bahn-Linie 12.

Bombensuche auf Kita-Gelände in Vingst

Es ist der zweite Einsatz der Kampfmittelräumung auf Kölner Stadtgebiet binnen zwei Tagen. Im zweiten Fall, auf dem Gelände einer evangelischen Kindertagesstätte in Vingst, ist allerdings noch nichts Konkretes gefunden worden. Seit Dienstag sucht dort ein Kampfmittelräumdienst das Gelände ab. Die Kindertagesstätte wurde am Dienstag evakuiert. Luftbilder der Alliierten hatten zuvor gezeigt, dass sich auf dem Areal an der Schulstraße Ecke Burgstraße, das teilweise unbebaut ist, eine solche Bombe befinden könnte.

Bei den insgesamt 31 größeren Angriffen, die von Mai 1942 bis Kriegsende 1945 auf Köln geflogen wurden, hatten die Alliierten Luftbilder gemacht, die das Gelände vor und nach den Angriffen zeigen. „Auf diese Weise hat man festgestellt, wo man die Bomben abwerfen will und ob der Angriff erfolgreich war", sagte Robert Kilp, Leiter des Kölner Ordnungsamtes, dem „Kölner Stadt-Anzeiger".

Beamte mit der Fliegerbombe
Die Fünf-Zenter-Bombe wurde von der Kampfmittelbeseitigung entfernt.
Foto: Arton Krasniqi

Zutage kamen laut Ordnungsamt die Aufnahmen nur deshalb, weil die Kindertagesstätte bei der Bezirksregierung eine Detektion beantragt hatte. Man wollte offenbar auf Nummer Sicher gehen, bevor Umbaumaßnahmen an der Kindertagesstätte beginnen sollten. Also wurden Luftbilder der Alliierten aus dem Archiv geholt - und tatsächlich Hinweise auf eine mögliche Bombe gefunden. Dies heiße jedoch nicht, dass die Bombe noch dort ist, so Kilp: „Bei den Aufräumarbeiten 1947 hat man nicht alles dokumentiert, so wie man das heute machen würde." Es könnte also sein, dass die Bombe längst ausgegraben und entsorgt wurde.

Mann rollt Fliegerbombe über den Boden
Die Fünf-Zentner-Bombe englischer Bauart ist ein Sprengkörper aus dem zweiten Weltkrieg. Er wurde innerhalb von zehn Minuten vom Kampfmittelräumdienst entschärft.
Foto: Arton Krasniqi

Die Experten der Kampfmittelräumung bohren derzeit an verschiedenen Stellen den Boden auf, um das Geschoss, sollte es tatsächlich existieren, zu finden. Dabei muss berücksichtigt werden, dass sie Bombe auch schräg in den Boden eingedrungen sein könnte; deshalb kann man aus den Luftbildern nicht auf eine exakte Position schließen.

Die Detektion auf dem unbebauten Gelände wird voraussichtlich Ende der Woche abgeschlossen sein. Im Streuwinkel der möglichen Bombe befindet sich auch eine Turnhalle, die in die Räumungsarbeiten eingeschlossen wird, sollten bis dahin nichts gefunden worden sein.

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