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Feuerwache Ehrenfeld: Neuer Übungsturm für Höhenretter

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Aus gut 20 Metern Höhe seilen sich die Höhenretter vom neuen Turm in Ehrenfeld ab. Foto: Grönert
Große Freude bei den Spezialisten der Kölner Feuerwehr: In Ehrenfeld wurde jetzt ein neuer Übungsturm eingeweiht, an dem die Einsatzkräfte die Höhenrettung und das anschließende Abseilen trainieren können.  Von
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Wer hier übt, muss vor allem eins sein: schwindelfrei. Mit Helm und Klettergeschirr gesichert, lässt sich ein Höhenretter der Kölner Feuerwehr aus luftiger Höhe hinab in die Tiefe. Auf halber Strecke dreht sich der Mann um und gleitet die letzten Meter kopfüber Richtung Erde. Vier Jahre war die Spezialtruppe der Feuerwehr quasi heimatlos, seit einigen Tagen können sie wieder auf der Wache Ehrenfeld an der Äußeren Kanalstraße üben.

„Der alte Turm musste damals wegen statischer Probleme abgebrochen werden“, sagte Branddirektor Frank Stobbe. In der Zwischenzeit mussten die 45 Männer, die für Einsätze in großen Höhen ausgebildet sind, natürlich weiter ihre vorgeschriebenen 70 Übungsstunden pro Jahr machen. Öffentlichkeitswirksam ging es manchmal auf den Colonius oder die Seilbahn, aber auch auf andere hohe Häuser in der Stadt. Nicht immer zur Freude der Bewohner: „Den einen oder anderen haben diese Bilder dann ein bisschen besorgt“, weiß Stobbe zu berichten.

Training wie im Ernstfall

Umso größer ist jetzt die Freude über die neue 430.000-Euro-Trainingsanlage. Hier kann das Klettern auf Baukränen simuliert, die Menschenrettung über die Drehleiter oder über tragbare Leitern geübt werden. Gut 80 Mal im Jahr rücken die Spezialisten aus, den Rest der Dienstzeit sind sie ganz normale Feuerwehrmänner und werden am Boden eingesetzt.

Bei Notfällen in großer Höhe sind sie nicht nur in Köln, sondern auch im Umland im Einsatz. „Dann kann es auch schon mal ins Bergische Land gehen“, erklärt Feuerwehrsprecher Jens Müller: „Wir sind in einem Umkreis von bis zu 50 Kilometern in den Nachbarstädten unterwegs“, so Müller.

Eigene Höhenretter halten in NRW nur die Großstadtfeuerwehren vor, so zum Beispiel auch Düsseldorf. Ihren letzten großen Einsatz hatte die Kölner Truppe erst vor gut zehn Tagen. Weil ein Ausflugsschiff die Hohenzollernbrücke gerammt und das Bauwerk beschädigt hatte, mussten Brückenteile demontiert werden. Der Neubau, der in seiner dunklen Farbe weithin sichtbar ist, dient aber nicht nur den Höhenrettern als Trainingsplatz.

Auch zum Trocknen der Schläuche geeignet

Mit einem neuen Antennenmast misst der Turm vom Boden bis zur Spitze künftig 40 Meter. Er deckt den digitalen Feuerwehrfunk im linksrheinischen Kölner Norden ab. Bislang hatte man einen externen anmieten müssen. Auch als Platz, an dem die Schläuche nach einem Einsatz getrocknet werden können, soll der Turm zukünftig genutzt werden.

Eine Funktion, die nicht unterschätzt werden darf: „Nach jedem Einsatz werden die Schläuche gereinigt, überprüft und gegebenenfalls repariert“, sagt Branddirektor Frank Stobbe. Im Einsatz müssen sich die Feuerwehrmänner auf intaktes Material verlassen können. Ein Defekt würde ein lebensgefährliches Risiko darstellen, zum Beispiel für einen Angriffstrupp in einer brennenden Wohnung.

Die regelmäßigen Kontrollen haben noch einen weiteren Zweck, so Stobbe: „Wir wollen natürlich keine Gebäude unnötig unter Wasser setzen, weil ein Schlauch platzt.“ Bisher übernahm ein privates Unternehmen die Reinigungsarbeiten, diese Kosten können künftig reduziert werden. Um den Preis für den Bau des Turms im Rahmen zu halten, engagierte die Feuerwehr eine Architektin aus den eigenen Reihen. Die städtische Angestellte half entscheidend bei der Planung mit.

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