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Forum Geisselmarkt: Erfolgsgeschichte eines Treffpunkts

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L’accord acoustiq’ verzauberten im Hof der Fourums mit afrikanisch angehauchtem Jazz. Foto: Rösgen
Im offenen Treffpunkt Forum Geisselmarkt in Ehrenfeld treffen sich Menschen aus allen Schichten, Kulturen und Generationen. Das erfolgreiche Projekt der Kirchengemeinden St. Joseph und St. Mechtern besteht bereits seit drei Jahren.  Von
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Sanfte Rhythmen und eingängige Melodien erfüllten den sonnigen kleinen Hof hinter der Kapelle an der Geisselstraße. Das afrikanisch-deutsche Jazz-Quartett L’accord acoustiq’ steuerte die passenden Klänge zu einer besonderen Feier bei: Anspruchsvoller Jazz mit deutlich afrikanischem Einschlag. Im von vielen Kulturen geprägten Stadtteil Ehrenfeld wirkte diese Art Musik schon fast vertraut.

Drei Jahre besteht das Forum am Geisselmarkt – eine Begegnungsstätte für alle Generationen und Menschen aus allen Schichten, Kulturen und Nationen. Zwar ist es weder ein runder Geburtstag noch ein Jubiläum, doch die Erfolgsgeschichte des neuen Angebots war für die Kirchengemeinde St. Joseph und St. Mechtern Grund genug für eine Feier.

An einem der schönsten und ältesten Flecken Ehrenfelds richtete die Gemeinde vor drei Jahren das gemütliche Begegnungscafé ein. Direkt hinter der ehrwürdigen Marktkapelle, einem der ältesten Gotteshäuser im Viertel. In der früheren Pfarrbücherei entstand nach einem gründlichem Umbau ein heller und einladender Raum, in dem Kinder ein Spielecke vorfinden, Erwachsene Lesestoff oder auch Ansprechpartner, wenn sie Rat und Hilfe brauchen.

„Viele Besucher schätzen es, dass der Treff ein bisschen versteckt liegt. So können sie ganz anonym und unbehelligt einen Kaffee oder Tee trinken. Wer es nicht kann, braucht sich nicht zu schämen, wenn er nichts dafür zahlen kann“, berichtet Diakon Zenon Szelest, der das Konzept für das Forum erarbeitete und umsetzte.

Ein Platz zum Genießen

Durch die Öffnung zum Hof hinter der Kapelle am Geisselmarkt entstand ein idyllischer kleiner Platz, der bei schönem Wetter Mittagssonne hat und alleine dadurch einladend wirkt. Durch die attraktive Gestaltung innen wie außen und das freundliche Helferteam hat das Forum aber bereits innerhalb kurzer Zeit viele Stammgäste gewinnen können.

„Am Donnerstagnachmittag kommen inzwischen viele Mütter mit sehr kleinen Kindern“, berichtet Elisabeth Dormels, eine der ehrenamtlichen Helferinnen. An diesem Tag werden stets Waffeln gebacken, die gerade bei den jüngsten Besuchern sehr beliebt sind.

Aufgaben für Ehrenamtliche Helfer

Das Forum war früher Bücherei.
Das Forum war früher Bücherei.
Foto: Rösgen

Ein Team aus sechs ehrenamtlichen Helfern kümmert sich um die Gäste. Für die oft zeitaufwendige Arbeit – Kaffee aufbrühen, Frühstücktreffen vorbereiten oder Kuchen backen – bekommen sie kein Geld. Warum sie trotzdem mehrmals in der Woche in das Forum kommt, erklärt Elisabeth Dormels mit ganz persönlichen Beweggründen. „Vor drei Jahren hatte ich das Gefühl, nicht mehr gebraucht zu werden“, erzählt die 77-Jährige. Innerhalb von kurzer Zeit waren zwei sehr betagte Freundinnen verstorben, um die sie sich bis zu deren Tod gekümmert hatte. „Natürlich werden Sie noch gebraucht“, sagte damals Zenon Szelest, Diakon in der Kirchengemeinde St. Joseph und St. Mechtern zu ihr. Andere Helferinnen waren in einer ähnlichen Situation und fanden nun in der Begegnungsstätte eine neue Aufgabe.

Mit Bewirtung alleine ist es nicht immer getan. Hin und wieder kommen Menschen, die konkrete Hilfe brauchen, weil sie in finanziellen Schwierigkeiten stecken oder in einer persönlichen Krisensituation. Hier hilft die Nähe zur Caritas-Sozialberatung, die sich im Stockwerk über dem Forum befindet. Stets griffbereit sind Informationsschriften anderer sozialer Einrichtungen und der Pfarrgemeinde selbst.

Jemand zum Zuhören

Oft aber können die Frauen aus dem Forum weiterhelfen, indem sie einfach nur zuhören. „In vielen Fällen reicht ja schon die eigene Lebenserfahrung aus, um ein tröstendes Wort zu spenden“, sagt Elisabeth Dormels.

Zu den Besuchern zählen viele ältere Menschen, die in der Nähe wohnen – alleine oder in einem Seniorenheim. Weil das Thema Trauer und Tod oft eine Rolle spiele, plant Diakon Szelest ein regelmäßiges Angebot der Trauerbegleitung. Außerdem will er die kleine Küche des Forums nutzen, um eine Kochgruppe für trauernde Menschen einzurichten. „Nach dem Verlust des Partners müssen sich viele in dieser Hinsicht ganz neu orientieren. Nämlich wenn sie nicht mehr für zwei, sondern nur noch für eine Person einkaufen und kochen müssen“, erklärt Zenon Szelest.

Gesprächs- und Musikabende

Trotz der prinzipiellen Offenheit gegenüber allen Kulturen und Konfessionen gibt es Vorträge, die sich bewusst mit religiösen Festen – etwa Weihnachten, oder der Fastenzeit – befassen. „Wir wollen Erklärungen bieten, worum es überhaupt an Weihnachten, Ostern oder in der Fastenzeit geht. Mit Mission hat das nichts zu tun“, betont Zenon Szelest. Andere Veranstaltungen haben dagegen kaum religiöse Bezüge. So gab es einen Musikabend aus Anlass des 65. Geburtstages von Bluesgitarrist Eric Clapton. Für den kommenden Herbst ist eine Lesereihe zur Philosophie geplant.

Ebenfalls in Planung sind regelmäßige „Ehrenfelder Gespräche“ zu aktuellen Themen. Dieses Angebot will Zenon Szelest in Zusammenarbeit mit dem Domforum konzipieren und verwirklichen.

www.forum-geisselmarkt.de

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