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Heliosgelände: Streit gefährdet Universitätsschule

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An der Vogelsanger Straße soll die Inklusive Universitätsschule errichtet werden. Foto: Roesgen
Der Streit um das Heliosgelände geht in die nächste Runde und droht zur Hängepartie zu werden. Wenn nicht bald eine Einigung kommt, droht der geplanten Inklusiven Universitätsschule das Aus, da sie im kommenden Schuljahr starten muss.  Von
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Die Entwicklung des Heliosgeländes droht zu einer Hängepartie zu werden. „Wenn wir einen Planungswettbewerb ausrichten, haben wir erst in etwa einem Jahr ein Ergebnis“, erklärte Andreas von Wolff, stellvertretender Leiter des Stadtplanungsamtes, bei einer Informationsveranstaltung im Berufskolleg Ehrenfeld. Dort ging es einmal mehr um die Frage, wie die Ideen und Wünsche der Bürger für das Gelände – Schule, Wohngebäude, kulturelle Einrichtungen sowie öffentliche Freiflächen – planerisch am besten umgesetzt werden können.

Um das ehrgeizige Vorhaben Inklusive Universitätsschule (IUS) nicht zu gefährden, will die Ehrenfelder SPD ein schon vorhandenes grobes Plankonzept zusammen mit den Bürgern weiterentwickeln. Dieses Konzept – angefertigt vom Büro Astoc Architects – beschreibt, wie das Grundstück am besten aufgeteilt wird. Das ideale Schulgrundstück wäre Astoc zufolge die Ecke Vogelsanger Straße/Gürtel. Kulturangebote wie das Konzertlokal Underground sollen in die Heliosstraße, Wohnen an den Ehrenfeldgürtel.

Mit dem Vorgehen der SPD tun sich aber vor allem die Grünen schwer. Hauptsächlich deshalb, weil dieses Konzept die Grundstückseigentümerin Projektentwicklungsgesellschaft Ehrenfeldgürtel (PE) hat anfertigen lassen. Die Grünen erhoffen sich von einem städtebaulichen Wettbewerb ein noch besseres Konzept. Der Stadtentwicklungsausschuss entscheidet kommende Woche über das weitere Vorgehen. Eine Mehrheit von Grünen, CDU und FDP für den zeitaufwendigeren Wettbewerb gilt als sicher. Architektenwettbewerbe für die noch zu planenden Gebäude wird es später auf jeden Fall geben.

Die zeitliche Differenz zwischen den beiden Varianten – Planung anhand des vorliegenden Konzepts oder Wettbewerb – schätzt die Verwaltung auf drei bis sechs Monate ein. Mit einem Ergebnis sei also frühestens Anfang oder spätestens Mitte 2014 zu rechnen. Und auch erst dann – wenn nämlich der Standort für die Schule auf dem Heliosgelände konkret feststeht – kann die Stadt das Grundstück kaufen und weiterplanen. Bei der Verwaltung geht man von fünf Jahren Planungszeit und zwei Jahren Bauzeit aus.

Mehrfach wiesen Schuldezernentin Agnes Klein und Universitätsprofessor Kersten Reich bei der Versammlung darauf hin, dass die Zeit allmählich dränge, wenn die IUS Wirklichkeit werden soll. Reich entwickelte mit anderen das pädagogische Konzept für die Schule, die Grundschule und Gesamtschule eng miteinander verbindet. Sie soll außerdem Ausbildungsstätte für Lehramtsstudenten sein. Zeitlich knapp wird es, weil das Schuldezernat die Schule gern mit Unterstützung der Landesregierung (Schulversuch Primus) auf den Weg bringen möchte. „Das ist zwar keine zwingende Voraussetzung, aber es würde die Rahmenbedingungen deutlich verbessern, es würde Geld für die pädagogische Arbeit geben“, betonte Agnes Klein.

Voraussetzung dazu wäre jedoch, dass die Schule zum Schuljahr 2014/15 startet, egal wo. Da sie bis dahin keinesfalls auf dem Heliosgelände stehen wird, müsste ein Provisorium her. Dafür zieht die Verwaltung das Schulgebäude in der Overbeckstraße in Betracht. Die dortige Grundschule bezieht nach den Sommerferien einen Neubau. Der Altbau Overbeckstraße könnte aber maximal sechs Schülerjahrgänge aufnehmen. „Solange wir keinen verbindlichen Zeitplan haben, dass die IUS nach spätestens sechs Jahren auf das Heliosgelände ziehen kann, werde ich damit nicht beginnen. Das wäre nicht seriös“, fügte Agnes Klein hinzu. Weil aber die Nachfrage nach der Primus-Unterstützung nicht sehr hoch ist, hofft sie, vielleicht erst im Schuljahr 2015/16 am Schulversuch teilnehmen zu können.

Das Heliosgelände sei als Standort für die IUS-Schule erste Wahl betonte Klein. „Das heißt aber nicht, dass wir nicht über eine Alternative nachdenken dürfen“, sagte sie. Die besteht darin, die Schule auf einem Grundstück an der Schmiedegasse in Weidenpesch zu bauen. Es gehört der Stadt. „Es wäre eine Katastrophe, wenn die Schule nicht nach Ehrenfeld käme“, sagte Grünen-Ratsfrau Bettina Tull. Sie und andere Redner schlugen als Kompromiss vor, bereits jetzt das Schulgrundstück auf dem Helios-Areal festzulegen, damit es die Stadt ankaufen könne. Der städtebauliche Wettbewerb soll dann die verbleibenden Bereiche umfassen.

„Kommt nicht in Frage“, sagte dazu Alexander Jacobi von der Projektentwicklungsgesellschaft Ehrenfeldgürtel, die auf dem Heliosgelände auch investieren möchte. „Wir wollen ein Gesamtpaket und halten das Konzept für eine gute Grundlage“, so Jacobi. Auch Bezirksbürgermeister Josef Wirges hält nichts von einem Wettbewerb: „Man kann auch alles kaputtreden. Ich habe ernste Sorge, dass uns auf diese Weise die Schule flöten geht.“

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