Ehrenfeld
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Kommentar zum Bauprojekt: Noch lange kein echtes Veedel

180 neue Wohnungen, das ist eine gute Nachricht für all die vielen Wohnungssuchenden in Köln. Aber um das Viertel wieder so zu beleben wie bis vor einigen Jahren, muss noch etwas mehr passieren.  Von
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Ehrenfeld. 

Kohle, Eisen, Öl – nur noch die Straßennamen erinnern zwischen Oskar-Jäger-Straße und Melatengürtel an die Industrie, die hier einmal war. Dem Wohnviertel verleiht dies eine gewisse raue Romantik, die im Kontrast zu den trist anmutenden Gebäuden steht. Bald kommen weitere Häuser hinzu. Und man kann nur hoffen, dass die Bebauung sich positiv von dem abhebt, was bislang dort errichtet wurde – schmucklose Betonarchitektur. Gleichwohl: 180 neue Wohnungen, noch dazu in Ehrenfeld – das ist ist für viele Wohnungssuchende eine gute Nachricht. Schließlich drängt es ja viele in diesen Stadtteil. Erfreulich ist die Kunde auch, weil eine bislang eher nutzlose Brache samt einiger Altlasten im Boden aus dem Stadtbild verschwindet.

Ein richtiges „Veedel“ wird an der Oskar-Jäger-Straße damit noch längst nicht entstehen. Dazu ist hier zu wenig „gewachsen“ und zu viel „aus dem Boden gestampft“. Die Entwicklung ist symptomatisch für die Verdrängungsprozesse, die allerorten im Stadtteil zu beobachten sind. Als die Industrie ging, eroberten sich Kulturschaffende die freien Flächen.

Mehr Attraktivität für das Viertel

An der Kohlenstraße war das erste Domizil des Kult-Cafés Bel Air, das später auf dem Sidol-Gelände heimisch wurde. Doch das ist längst Geschichte. Es verwundert schon ein wenig, dass Immobilienfirmen und Projektentwickler ihre Objekte immer noch gerne mit dem Hinweis auf das pulsierende Leben im Stadtteil bewerben. In der Regel verdrängt die Wohnbebauung gerade die Stätten, wo das Leben pulsiert.

Seit Jahren wird gefordert, eine stillgelegte alte Eisenbahnbrücke über die Weinsbergstraße zu sanieren und zu einer grünen Verbindung umzubauen. Der Attraktivität des Wohngebiets an der Oskar-Jäger-Straße kann das nur gut tun.

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