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Konzept für Ehrenfeld: Spielregeln für den Einzelhandel

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Die Venloer Straße ist zwischen Gürtel und Innerer Kanalstraße als Einkaufszone für den gesamten Stadtbezirk mit entsprechend breitem Warenangebot definiert.  Foto: Roesgen
Rund eineinhalb Jahre lang wurde das städtische Einzelhandelskonzept für Ehrenfeld vor allem auch mit Blick auf das Heliosgelände diskutiert. Die Entwicklung des Handels in Ehrenfeld soll nun von der Verwaltung gesteuert werden.  Von
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Ein Shopping-Center auf dem Heliosgelände war lange das Schreckgespenst vieler Menschen im Stadtteil. Doch jetzt ist es wohl endgültig verjagt. Weitere größere Flächen für den Einzelhandel sind auf dem Areal zwischen Ehrenfeldgürtel und Heliosstraße nun auch im Einzelhandels- und Zentrenkonzept nicht mehr vorgesehen. Die künftigen Spielregeln für Ladeneröffnungen beschloss die Bezirksvertretung Ehrenfeld in ihrer letzten Sitzung vor der Sommerpause.

Rund eineinhalb Jahre lang war das Einzelhandelskonzept diskutiert worden. Bürger, Interessenverbände und Unternehmen konnten Vorschläge unterbreiten. Zum Teil – wie beim Heliosgelände – flossen sie in das jetzt beschlossene Konzept ein. Andere Wünsche wurden dagegen nicht berücksichtigt.

Das eigentliche Ziel des städtischen Konzepts bleibt auch in Ehrenfeld, die Entwicklung des Einzelhandels zu steuern. In bestimmten Abständen wird das Konzept – in der City, wie auch in allen Stadtbezirken – künftig überprüft und angepasst. So soll gewährleistet werden, dass bestimmte Einkaufszonen keine existenzgefährdende Konkurrenz bekommen. Das kann passieren, wenn beispielsweise ein Discountmarkt am Rand eines Stadtteils – etwa in einem Gewerbegebiet – eröffnet. Wenn sich dort in der unmittelbaren Nachbarschaft allmählich weitere Geschäfte ansiedeln, könnte das zu Umsatzeinbußen bei den Läden im bestehenden Stadtteilzentrum führen, weil die Kunden ihre Einkäufe lieber im Gewerbegebiet erledigen. Ähnliche Auswirkungen für die vorhandenen Geschäfte in Ehrenfeld und Neuehrenfeld befürchtete man durch ein Shoppingcenter auf dem Heliosgelände. Das Einzelhandelskonzept soll solche Entwicklungen verhindern. So dürfen außerhalb der ausgewiesenen zentralen Versorgungsbereiche nur Geschäfte bis zu einer bestimmten Größe eröffnet werden.

Auch in der unmittelbaren Nachbarschaft des Heliosgeländes, im Bereich Melatengürtel/Grüner Weg, können in Zukunft keine größeren Geschäfte mehr eröffnen. Der vorhandene Bahr-Baumarkt genießt aber Bestandsschutz. Auch die Filiale des Discounters Aldi muss nicht schließen. Im Gegenteil: Sie wird sogar demnächst vergrößert. Wie die Verwaltung mitteilte, hat das Unternehmen vor dem Verwaltungsgericht eine geplante Erweiterung seines Marktes durchgesetzt. Sie wurde inzwischen genehmigt.

Der Lebensmittelkonzern Rewe blitzte dagegen mit seinem Vorschlag ab, am Alpenerplatz durch Verschieben der Grenzlinie des dortigen Nahversorgungszentrums entlang der Venloer Straße die Möglichkeit zu bekommen, eine neue Filiale zu eröffnen. Im Blick hatte das Unternehmen eine ehemalige Fabrikhalle, die zurzeit von den Bühnen der Stadt Köln für den Theaterfundus genutzt wird. Rewe sah im Umkreis wachsenden Bedarf, weil dort immer mehr Wohnungen entstehen. „Diesem Einzelanliegen können wir nicht entsprechen, zumal dort ja auch ein Parkplatz angelegt würde, dadurch wird hier noch mehr Verkehr angezogen“, begründete Ralf Klemm für die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen die Ablehnung, der sich auch die SPD und die FDP-Vertreterin anschlossen. Die Verwaltung bewertete das Anliegen positiv, wies jedoch darauf hin, dass die Halle ohnehin kurzfristig nicht verfügbar sei.

Einzelhandel ist Zwang unterworfen

Kritik gab es jedoch aus der SPD. Es sei der Verwaltung nicht gelungen, für die wachsende Wohnsiedlung im Gewerbegebiet Am Butzweilerhof Einkaufsmöglichkeiten zu schaffen. Erreicht wurde lediglich, dass ein Discountmarkt (Aldi) am Kreisverkehr Von Hünefeld-/Mathias-Brüggen-Straße gebaut wird. „Das entspricht nicht dem, was die Bürger wünschen. Der Discounter ist von der Wohnsiedlung ganz schlecht zu erreichen. Das erzeugt nur mehr Autoverkehr“, befürchtete Bezirksvertreter Andreas Pöttgen. Für den Stadtteil Vogelsang, in dem es sehr wenig Einzelhandel gibt, wünschte die CDU-Fraktion in einem Ergänzungsantrag Handlungsempfehlungen von der Verwaltung. Das aber lehnten die übrigen Fraktionen ab.

In der eigentlichen Abstimmung votierten die CDU-Fraktion und der Einzelvertreter von Pro Köln gegen das Konzept. Für die CDU sprach Bezirksvertreter Carl Barthel von einem „Zwang“, dem der Einzelhandel damit unterworfen werde. „Der Staat kann nicht immer alles besser regeln als die Wirtschaft“, so Barthel weiter. Die Christdemokraten bezweifelten, dass das Konzept wirklich den kleinen Zentren Nutzen bringt.

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