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Künstlerszene: Kolbfabrik will Räumung verhindern

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Die von Künstlern bewohnte Kolbhalle in Ehrenfeld soll am 11. März geräumt werden. Foto: Claudia Bleier
Die von Künstlern bewohnte Kolbhalle in Ehrenfeld soll am 11. März geräumt werden. Die Bewohner protestieren gegen den Beschluss, der in ihren Augen „rechtswidrig" ist. Am Donnerstag soll ein Trauerzug vom Rudolfplatz nach Ehrenfeld ziehen.  Von
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Köln

Am 11. März soll die Kolbhalle in Ehrenfeld geräumt werden. Der Betreiber der Künstlerfabrik ist der Verein Wir Selbst e.V., der sich seit 23 Jahren für Integrationsarbeit einsetzt und der Autonomen Künstlerszene Kölns angehört. Wir Selbst e.V. ruft per Facebook zu einer Demonstration am Donnerstagnachmittag auf, die als eine Art Trauerzug vom Rudolfplatz in die Helmholtzstraße 8, dem Standort der Kolbfabrik, führen soll. Außerdem rufen die Betreiber dazu auf, eine Petition gegen Kunst- und Kulturabbau in Köln zu unterschreiben. Dort heißt es, dass der Räumung ein „offenkundiges Fehlurteil eines Kölner Richters, das noch nicht rechtskräftig ist", zugrunde liege. Über den Zeitpunkt der Räumung sind sich die beiden Facebookseiten "Rettet die Kolbhalle" und „Kolbhalle" uneinig: Während die einen von 8 Uhr morgens sprechen, heißt es bei den anderen 5 Uhr morgens. Ingrid Schürmann, Pressesprecherin der Stadt Köln, hat hingegen eine dritte Information: Die Räumung sei verschoben, Termin unbekannt.

Der Räumungsbeschluss ist von der Stadt Köln erwirkt worden, die Mieterin des Grundstücks in der Helmholtzstraße ist. „Seit 2006 haben die Untermieter keine Miete mehr bezahlt", sagte Schürmann zu ksta.de. Diese belaufen sich auf 60.000 Euro im Jahr. Nach den folgenden Rechtsstreitigkeiten wurde zum 31.12.2011 eine ordentliche Kündigung ausgesprochen. Im Dezember vergangenen Jahres erging ein richterlicher Beschluss des Amtsgerichtes Köln, dass die Räumung der Halle 3 und des Geländes vollstreckt werden könne. „Irgendwann ist auch die Geduld der Stadt zu Ende", kommentiert Schürmann den Vorgang.

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Lücke in der Mauer

Bereits im Jahr 2000 habe es einen Räumungsversuch gegeben, erinnert sich Christoph Schaefler gegenüber ksta.de. Schaefler ist Mitarbeiter des Freien Lokalrundfunks Köln (Flok), der seit mehr als 20 Jahren im angrenzenden Gebäude an der Leyendeckerstraße 9 sitzt. Offenbar sollte die Fabrik damals schon einmal geräumt werden: „Die standen da mit schwerem Geschütz, haben einen Teil der Mauer eingerissen und einzelne Bauwagen zerstört und weggeschleppt." Die Räumung sei dann aber per Gerichtsbeschluss gestoppt worden. Noch heute zeugt eine Lücke in der Mauer an der Helmholtzstraße von dem versuchten Räumversuch. Die Mauer ist seitdem durch eine Kunstinstallation aus Steinfiguren mehr als notdürftig "geflickt" worden.

1989 habe laut Schürmann die Stadt Köln das Gelände gemietet und einen Mietvertrag auf zehn Jahre mit den neuen Bewohnern geschlossen, die sich aus der Hausbesetzerszene in Ehrenfeld rekrutierte.

Inhaberin des Grundstücks ist die NRW Urban, die Nachfolgerin der LEG Stadtentwicklung, die 2009 teilweise samt Name von einem amerikanischen Investor aufgekauft wurde. Die NRW Urban ist als Teil der ehemaligen LEG als hundertprozentige Beteiligungsgesellschaft des Landes NRW geblieben. Laut Ludger Kloidt von der NRW Urban möchte die Stadt Köln die gesamte Fläche zurückgeben und hat die Räumung veranlasst.

Die NRW Urban habe noch keine Pläne mit dem Gelände, sagte Ludger Kloidt zu ksta.de „Wir werden selbst nicht investieren, sondern treten ausschließlich als Vermittler auf", sagte er, „sobald die Mietsache übergeben ist, wird sie am Markt wieder angeboten." Die Stadt müsse dabei ihrem kommunalen Auftrag nachkommen und einem Käufer nicht nur zustimmen, sondern diesen im Idealfall sogar benennen, erklärte Projektleiter Udo Kloesgen ksta.de: „Der Auftrag des Grundstücksfonds ist es, Industriebrachen der Stadt zu revitalisieren."

"Rettet die Kolbhalle"

Facebookseite der Kolbhalle

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