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Kulturstandort: Bewegung auf dem Helios-Gelände

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Dem Underground droht derzeit nicht der Abriss. Der Halle von Parma-Delikatessen unterhalb des Turms dagegen schon.  Foto: Michael Bause
Auf dem Helios-Gelände tut sich was: Der Eigentümer des Heliosquartiers hat eine Abbruchgenehmigung für Teile des Geländes beantragt. Das Underground soll jedoch erhalten bleiben.  Von
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Köln

Die Nachricht hat unter dem Heliosturm und weit darüber hinaus für Unruhe gesorgt: Schon Ende des vergangenen Jahres stellte Projektentwicklungsgesellschaft Ehrenfeldgürtel beim Bauaufsichtsamt Anträge auf eine Abbruchgenehmigung für Teile des Geländes zwischen Ehrenfeldgürtel und Heliosstraße. Die Gesellschaft gehört zum Bauunternehmen Bauwens Development, Eigentümerin des Grundstücks. Die Zukunft des auf diesem Gelände liegenden Szene- und Konzertlokals Underground an der Vogelsanger Straße ist damit aber nicht unmittelbar verknüpft. Sowohl Bauwens-Geschäftsführer Alexander Jacobi wie auch Underground-Betreiber Micki Pick betonen im Gespräch mit dem „Kölner Stadt-Anzeiger“, dass intensiv an einer Lösung gearbeitet werde, den Kulturstandort Underground auf dem Gelände zu erhalten.

„Es sieht ganz gut für uns aus“, sagt Micki Pick. Die bisherigen Gespräche seien „sehr offen und sehr kreativ.“ Der Mietvertrag des Underground endet im März 2014. Alexander Jacobi erklärt: „Auch wir sind daran interessiert, das Underground als kulturelles Element auf dem Gelände zu erhalten.“ Mit Micki Pick stehe er in engem Kontakt. „Wir sind mit dem Underground und auch anderen Mietern in konstruktiven Gesprächen, damit wir temporäre Lösungen für den Verbleib auf dem Heliosgelände schaffen können“, sagt Jacobi.

Das Helios-Gelände
Das Helios-Gelände

Kaum abzuwenden scheint indes der von Bauwens beantragte Abbruch des Gebäudes an der Heliosstraße, in dem sich der italienische Supermarkt Parma-Delikatessen befindet. Unter der ehemaligen Fabrikhalle befinden sich industrielle Altlasten, die, so Jacobi, bereits das Grundwasser erreicht hätten. „Daher muss hier bald gehandelt werden“, sagt der Bauwens-Geschäftsführer. Er rechnet damit, dass im dritten oder vierten Quartal 2013 der Abbruch und der Beginn der Altlastenentsorgung vorgenommen werden können.

Stellungnahmen erwartet

Lothar Buntenbroich, kommissarischer Leiter des Bauaufsichtsamtes, bestätigt den Abbruchantrag vom 26. November 2012. „Er betrifft sämtliche Gebäude im Eigentum des Antragstellers, die nicht unter Denkmalschutz stehen“, erläutert Buntenbroich. Er warte noch auf Stellungnahmen, insbesondere zur Altlastenproblematik. Daher werde es bis zu einer Entscheidung noch einige Wochen dauern. Eine Abbruchgenehmigung hat drei Jahre Gültigkeit.

Unmittelbar angrenzend an den Feinkosthandel liegt die vom Büro Design Quartier Ehrenfeld genutzte Halle an der Heliosstraße. „Wir müssen Ende Juli ausziehen“, erklärt Büro-Chefin Sabine Voggenreiter. Sie sei aber zuversichtlich, auf dem Gelände bleiben zu können. Mit Micki Pick und anderen Kulturschaffenden auf dem Heliosgelände will sie sich dafür starkmachen, dass die kulturellen Angebote dauerhaft erhalten bleiben können. Das entspreche auch dem beim Werkstattverfahren zum Heliosgelände formulierten Bürgerwillen. „Was wir dazu bald brauchen, ist eine Entscheidung über den politisch gewollten Bau der Inklusiven Universitätsschule (IUS) auf dem Heliosgelände“, sagt Micki Pick.

Auch Alexander Jacobi denkt in diese Richtung: „Wir können uns einen Kulturbaustein inklusive des Underground gut vorstellen, wobei die politische Entscheidung über die IUS ein solches Konzept begünstigen würde. Andere Nutzungskombinationen – etwa Wohnen und kulturelle Nutzung – bergen aus der Natur der Sache entsprechendes Konfliktpotenzial.“

Ergebnis bis Ostern

Schuldezernentin Agnes Klein erwartet bis Ostern ein Ergebnis der laufenden Kaufverhandlungen um ein Baugrundstück für die Inklusive Universitätsschule. Im Namen der Stadt Köln verhandelt die Gebäudewirtschaft mit der Bauwens-Development. „Es dürfte bekannt sein, dass sich die Stadt hinsichtlich des Kaufpreises in einem engen Finanzkorridor bewegt“, sagt Klein. Dennoch sei sie von einem positiven Ausgang überzeugt. Ebenso zuversichtlich zeigt sie sich, was die Verwirklichung der IUS angeht. Man habe erst vor wenigen Wochen konstruktive Gespräche mit dem Staatssekretär im NRW-Schulministerium geführt.

Beim Grundstückskauf und erst recht beim Bau der Schule sei die Stadt auf Unterstützung angewiesen. Hier wolle man das Schulministerium, aber auch das Wissenschaftsministerium und die Universität um Unterstützung bitten.

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