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Mobilität: Ein Tag ohne Autos

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Viel los ist auf den Ehrenfelder Straßen. Und es gibt hier mehr Fahrradverkehr als anderswo. Foto: Roesgen
Ehrenfeld ohne Autos? Davon träumen viele. Im September wird der Traum Realität: Einen Sonntag lang wird das Viertel zum „Tag des guten Lebens“ gesperrt. Das soll zum Nachdenken über Mobilität anregen - und Raum zum Feiern geben.  Von
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Kein Autoverkehr mehr im Herzen von Ehrenfeld – so soll es einen Sonntag lang im September sein. Das Viertel zwischen Innerer Kanalstraße, Vogelsanger Straße, Subbelrather Straße und Melatengürtel wird zum „Tag des guten Lebens“ gesperrt. In Vorträgen, Arbeitsgruppen und Diskussionen und Aktionen wird dann nach Rezepten gegen das tägliche Verkehrschaos gesucht.

Ehrenfelds Straßen sind unsicheres Terrain

Denn in Ehrenfeld befindet sich jeder Verkehrsteilnehmer auf äußerst unsicherem Terrain – ob zu Fuß, per Rad, motorisiert oder mit öffentlichen Verkehrsmitteln. Zumindest empfinden es viele so. Die Enge der Straßen und deren schlechter Zustand werden oft beklagt. Beschwerden gibt es häufig auch über Fehlplanungen der städtischen Ämter beim Straßenbau und bei Beschilderungen oder darüber, dass den Autos meist mehr Platz zugestanden wird als anderen Verkehrsmitteln.

Weitere Ärgernisse, die immer wieder von Bürgern angesprochen werden, sind die Rücksichtslosigkeit mancher Verkehrsteilnehmer sowie die vollen Bahnen und Busse – die dann oft auch noch unpünktlich sind. Mobilität ist also ein äußerst schwieriges Thema im Stadtteil Ehrenfeld und soll beim ersten „Tag des guten Lebens“ am 15. September, im Mittelpunkt stehen. Schon jetzt laufen die Vorbereitungen. Und der Veranstalter – das Netzwerk Agora – ruft zum Mitmachen und zum Spenden auf.

Ideen zur Verbesserung der Mobilität gefragt


Das nächste Treffen ist am 25. April, 20 Uhr, im Café Weltempfänger, Venloer Straße 196. Willkommen ist jeder, der mithelfen will, dass Ehrenfeld verkehrsfreundlicher wird. Zwar geht es auch um Kritik an den herrschenden Zuständen, vor allem aber um Ideen, wie man die Mobilität für alle verbessern könnte. Der Raum der autofreien Straßen soll möglichst vielfältig genutzt werden. Gefeiert wird in jenem Bereich des Stadtteils, der den ganzen Tag lang gesperrt wird.

Die Bezirksvertretung Ehrenfeld unterstützt das Fest. „Es hat für mich positive Symbolkraft, wenn die Straßen autofrei werden und sich Fußgänger und Radfahrer diesen Platz gewissermaßen erobern können“, sagt Christiane Martin von der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen. Jutta Kaiser, Vorsitzende der CDU-Fraktion, erwartet ein „ganz anderes Flair als beim Straßenfest auf der Venloer Straße“. Für sie wäre jedoch auch der Abschnitt zwischen Gürtel und Äußerer Kanalstraße als Veranstaltungszone denkbar gewesen, weil in dem jetzt gewählten Bereich ohnehin schon sehr viele Feiern stattfindet.

Nachbarschaftsfeste, Konzerte und Straßentheater

Am Netzwerk „Agora Köln“ (griechisch für Versammlung) sind inzwischen mehr als 75 Verbände, Vereine, Initiativen und Unternehmen beteiligt. Das Handeln wird bestimmt von dem Motto „Von, mit und für Kölner und Kölnerinnen“. Daher können und sollen die Bewohner des Stadtteils möglichst zahlreich mitmachen. Wer in einer der Straßen im Veranstaltungsgebiet wohnt, ist aufgerufen, sich mit Nachbarschaftsfesten, Konzerten oder Straßentheater zu beteiligen.

Solche Feiern sollen das Schwerpunktthema des Tages ergänzen. Mobilität wird dabei durchaus kritisch beleuchtet. „Köln hat hier in den vergangenen Monaten mehrfach für Negativschlagzeilen gesorgt“, sagt Elise Scheibler von Agora. Als Beispiele nennt sie die Vielzahl der Baustellen in der Stadt, die hohe Feinstaubbelastung, sanierungsbedürftige Brücken, die Skandale um die neue Nordsüd-Stadtbahn sowie das Abrutschen Kölns vom Platz 32 auf 38 in der bundesweiten Rangliste des Allgemeinen Deutschen Fahrradclubs.

Ab Anfang Mai werden alle Informationen zur Veranstaltung auf einer eigenen Homepage zu finden sein. Regelmäßige Informationen kann man sich aber auch beim Stammtisch des Netzwerks holen. Er findet jeweils am letzten Donnerstag im Monat statt.

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