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Moscheebau: Böhm kontert Ditib-Vorwürfe

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Der Moschee-Neubau in Ehrenfeld. (Bild: Schwarz) 
Der Architekt der Ditib-Moschee in Ehrenfeld, Paul Böhm, hat Vorwürfe zurückgewiesen, er sei für Baumängel und höhere Projektkosten verantwortlich. Er wolle nach wie vor die Moschee zu Ende bauen, so Böhm - und strebe nach einer Einigung.
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Im Streit zwischen Architekt und Bauherrin der Kölner Moschee hat Architekt Paul Böhm Vorwürfe zurückgewiesen, er sei für Baumängel und Kostenzuwächse verantwortlich. Böhm sagte am Mittwoch in Köln, dass der neue Vorstand der Türkisch-Islamischen Union (Ditib) als Moschee-Bauherrin seit 2010 auf Konfrontation setze. Im Auftrag der Ditib habe eine Gutachterfirma eine fragwürdige Mängelliste erstellt, obwohl die beklagten Baumaßnahmen noch nicht fertiggestellt und abgenommen seien.

Böhm zufolge will der neue Ditib-Vorstand mit dem Gutachten zweierlei erreichen. Zunächst solle die Auflösung der Zusammenarbeit zwischen Böhm und Ditib erreicht werden. Außerdem solle nachträglich eine weiße statt der zuvor vereinbarten hellen Betonfarbe durchsetzt werden, was zu erheblichen Mehrkosten führen würde. Böhm lehnt einen weißen Beton unter anderem aus künstlerischen Gründen ab.

Auch der Projektleiter des Architekturbüros Böhm, Martin Amme, wies den Vorwurf zurück, dass Böhm für eine massive Erhöhung der Baukosten verantwortlich sei. Bereits zum Baubeginn 2009 habe die DITIB mit Gesamtkosten von 32 Millionen Euro gerechnet, obwohl sie öffentlich noch mit der Summe von 25 Millionen Euro um Spenden geworben habe. Die mittlerweile veranschlagte Bausumme von 38,7 Millionen Euro hängt laut Amme vor allem mit fortlaufenden Sonderwünschen und Umplanungen der DITIB zusammen.

Nach Ansicht von Amme würden die vom Gutachterbüro aufgelisteten 2.000 Baumängel bei üblicher Art der Erfassung auf zehn Systemmängel zusammenschrumpfen. Laut Amme habe der Gutachter jeden einzelnen Nagel und jeden Drahtrest in einer Betonfläche von elftausend Quadratmetern gezählt, obwohl der Bau nicht abgeschlossen sei. Betonkosmetische Korrekturen seien möglich und bei solchen Bauvorhaben völlig normal. Außerdem sei der Architekt nicht für Fehler des Rohbauers verantwortlich. Der Projektleiter wertete das Vorgehen des Gutachters als „bewusstes Aufblähen, um Konfliktpotenzial zu erhöhen“.

Böhm forderte den Moscheebeirat mit Vertretern aus Religion, Politik und öffentlichem Leben zur Vermittlung auf. Er wolle einen jahrelangen Rechtsstreit vermeiden. Außerdem bestehe die Gefahr, dass die Fertigstellung des Baus verzögert werde. „Ich habe nach wie vor den Ehrgeiz, dieses Haus bis zur Fertigstellung zu begleiten“, erklärte der Architekt.

Die Ditib hatte den Vertrag mit Böhm aufgekündigt und ihm vorgeworfen, für massive Mängel und Kostensteigerungen mit verantwortlich zu sein. Böhm hatte einen Architektenwettbewerb für die Köln-Ehrenfelder Moschee gewonnen. Das Gotteshaus mit zwei 55 Meter hohen Minaretten und einer 36,5 Meter hohen, halbtransparenten Kuppel soll im kommenden Jahr fertiggestellt werden. (epd)

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