Ehrenfeld
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Neptunbad-Jubiläum: 100 Jahre Schwimmen in Ehrenfeld

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Abends wird das Gebäude mit Licht effektvoll in Szene gesetzt. Foto: Roesgen
2012 ist es 100 Jahre her, dass die ehemalige „Öffentliche Badeanstalt“ Neptunbad eröffnet wurde. Nach einer wechselhaften Geschichte dient das Bad im Jugendstil seit 10 Jahren wieder der Fitness und der Erholung.  Von
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Ehrenfeld

Der griechische Sonnengott Helios, Namensgeber der gleichnamigen Leuchtturm-Fabrik, strahlt schon seit 1885 über Ehrenfeld. 1912 gesellte sich ein römischer Kollege dazu: Meeresgott Neptun. Er ist Namenspatron des vor 100 Jahren eröffneten Volksbades. Bis heute steht der Name „Neptunbad“ für Badefreuden und Erholung.

Die Schwimmhalle vor 100 Jahren. Schwimmertüchtigung war ein wichtiger Zweck des Bades in der Anfangszeit.
Die Schwimmhalle vor 100 Jahren. Schwimmertüchtigung war ein wichtiger Zweck des Bades in der Anfangszeit.
Foto: Roesgen

„Städtische Badeanstalt“ – der Schriftzug prangt noch heute am Gebäude, das dem etwas karg und steril wirkenden Platz davor einen Hauch von Grandezza verleiht. Johannes Baptist Kleefisch, preußischer Baurat, plante die „Badeanstalt“. Er orientierte sich dabei ganz am Zeitgeschmack des ersten Jahrzehnts des 20. Jahrhunderts und schuf ein reich geschmücktes Jugendstilgebäude. Der repräsentative Bau war ein Wohlfühltempel von wahrhaft kaiserlicher Pracht. In erster Linie diente das Bad der Reinlichkeit seiner Besucher. Die wenigsten Häuser im Stadtteil boten ihren Bewohnern so etwas wie Badezimmer. Für diesen Fortschritt war es also höchste Zeit.

Zweiten Weltkrieg gut überstanden

Der Gastronomiebereich mit seiner hölzernen Galerie und dem Glaskuppeldach wurde sorgsam restauriert.
Der Gastronomiebereich mit seiner hölzernen Galerie und dem Glaskuppeldach wurde sorgsam restauriert.
Foto: Roesgen

Die Freude über das am 1. April 1912 eröffnete Bad währte aber nur kurz. Schon nach zwei Monaten schloss das Hallenbad nämlich wieder – nachdem Teile der Decke eingestürzt waren. Zwei Tote soll es damals gegeben haben. Nach der Wiedereröffnung waren Baden, Schwitzen und Schwimmen auch nur für rund zwei Jahre möglich denn im Ersten Weltkrieg (1914 bis 1918) wurden im Bad Lebensmittel eingelagert.

In den 1920er Jahren lag der Schwerpunkt auf dem Schwimmsport. Den Zweiten Weltkrieg überstand das Neptunbad relativ unversehrt. Allerdings war 1944 ein Blindgänger im Schwimmbecken eingeschlagen. Der Schaden wurde bei Kriegsende nur notdürftig repariert. Immerhin war die Schwimmhalle – als einziges öffentliches Bad – unmittelbar nach dem Krieg wieder nutzbar. Viele Jahre nahm man dabei in Kauf, dass das Becken leck war, also stets Wasser verlor.

13 Millionen Euro investiert

Erhalten wurden viele bauliche Details, wie diese Schmuckkacheln.
Erhalten wurden viele bauliche Details, wie diese Schmuckkacheln.
Foto: Roesgen

Gegen Ende der 1960er Jahre schien das Aus besiegelt. Es gab konkrete Pläne, das Gebäude abzubrechen, sobald das geplante neue Bad in Bickendorf fertig war. Der Denkmalschutz bewahrte es jedoch vor diesem Schicksal. 1979 wurde es als erhaltenswertes Gebäude eingestuft. Die Bezeichnung „Öffentliche Badeanstalt“ traf aber nicht mehr zu. Bis 1994 durften nur noch Vereine und Gruppen die Schwimmhalle nutzen, ehe das Bad aus wirtschaftlichen Gründen endgültig schloss.

Zunächst zeigte der damalige Fortuna-Boss Hans „Schäng“ Löring Interesse, in das Neptunbad zu investieren, und sicherte sich eine Kaufoption. Er sprang aber 1998 ab. 1999 übernahmen die Betreiber der Deutzer Claudius-Therme das Gebäude und investierten kräftig. Für 13 Millionen Euro wurde das Neptunbad innen restauriert und erweitert. Die historische Schwimmhalle wurde dabei zum Fitnessbereich.

Fitness und Erholung

Ein Bau von majestätischer Pracht: Das 1912 errichtete Neptunbad in Ehrenfeld.
Ein Bau von majestätischer Pracht: Das 1912 errichtete Neptunbad in Ehrenfeld.
Foto: Roesgen

Die Eröffnung dieses Premium Sports Club and Spa fand im Jahr 2002 statt. Von Anfang an sei das neue Konzept mit Angeboten zur Erholung und zu sportlicher Betätigung eine Erfolgsgeschichte gewesen, sagt Unternehmenssprecher Cornelius Riehm. „Wir haben ganz bewusst auf ein sehr wertiges Angebot gesetzt und nicht so sehr auf ständig wechselnde Trends.“

Clubmitglied zu werden, bedeute den Eintritt in eine Gemeinschaft Gleichgesinnter, die Erholung suchen und im Fitnessbereich ihre persönlichen Ziele erreichen möchten. Bei den regelmäßigen geselligen Veranstaltungen bestehe stets die Möglichkeit, Kontakte zu knüpfen. „Wir wollen unseren Mitgliedern gewissermaßen nach dem Zuhause und der Arbeitsstätte den dritten Platz im Leben anbieten“, sagt Cornelius Riehm.

Neben dem 100-jährigen Bestehen des Gebäudes steht auch das zehnjährige Bestehen des „neuen“ Neptunbades an. Das Unternehmen feiert dies zusammen mit seinen Clubmitgliedern. Eine Mottoparty entführt die Gäste dabei in die „Goldenen Zwanziger“.

www.neptunbad.de

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