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Nonni-Club: Ewig ist der Rock'n'Roll

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Zum Geburstag gab's natürlich Rock 'n' Roll. Foto: Roesgen
Der "Nonni-Club" am Helmholtzplatz, heute auch als "OT Nonni" bekannt, besteht schon seit 50 Jahren. Dass es in der Anfangsphase so gut voran ging, ist vor allem Pastor Herrmann-Josef Hieronymi zu verdanken. Er holte Jugendliche in den Club, auch mit dem Spruch "Bier könnt ihr bei uns trinken".  Von
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Ein halbes Jahrhundert gibt es am Helmholtzplatz eine "Offene Tür" für Jugendliche. 1962 wurde der damalige "Nonni-Club" der Pfarrei Sankt Bartholomäus offiziell eingeweiht. Treibende Kraft für diese Art von Jugendarbeit war Pastor Hermann-Josef Hieronymi. "Er hat die Jugendlichen von der Straße geholt", sagt der langjährige Hausmeister der Einrichtung, Karl Wolff. Und das sei wörtlich zu verstehen gewesen. In der Einrichtung gab es im Vorraum eine Theke. "Bier könnt ihr bei uns trinken", soll Hieronymi die Jugendlichen angesprochen haben. "Damit wollte er sie von den Kneipen fernhalten, und er hatte sie unter Beobachtung", erklärte Wolff. Das Viertel um den Helmholtzplatz war vor 50 Jahren geradezu berüchtigt. Es war die Zeit, in der Ehrenfeld noch einen Ruf als raues Arbeiterviertel hatte.

Der "Nonni-Club" bot seinen Besuchern jedoch weit mehr: Musikbands probten hier, es gab Fotokurse, es konnte gebastelt und gewerkelt werden. Ferienfreizeiten wurden angeboten, auch Judotraining gab es. "Der Pastor hat vielleicht manchmal etwas zu viel bieten wollen, manches wurde auch gar nicht so angenommen", sagt Kurt Geuer. Er ist heute Mitglied im Beirat der Einrichtung. Den beliebten Geistlichen, der bis 1964 in der Pfarre St. Bartholomäus wirkte, hatte er schon als Jugendlicher kennen und schätzen gelernt.

Weißt Du noch? - Alben mit Fotos aus der Historie lagen aus.
"Weißt Du noch?" - Alben mit Fotos aus der Historie lagen aus.
Foto: Roesgen

Die Geschichte der Einrichtung ist auf vielen hundert Fotos festgehalten. Bei den Kursen, bei offiziellen Anlässen oder Feiern war immer jemand mit der Kamera dabei. Die Besucher der Jubiläumsfeier konnten in einer Vielzahl von Alben blättern. Und fast zu jedem Bild gab es auch eine Geschichte. Bruno Dedenbach, langjähriger Küster in der Gemeinde, erinnerte sich, dass einer seiner Söhne einmal den damaligen Weihbischof Augustinus Frotz ganz ohne Scheu und in breitem Kölsch angesprochen habe, als dieser eine Gemeindefeier gerade verlassen wollte: "Was, Sie wollen schon fahren? Es gibt doch gleich noch ein leckeres Essen."

Auch einige prominente Gesichter tauchen in den Bildersammlungen auf. So ist Sänger Tommy Engel bei einem Auftritt im Nonni-Club zusammen mit einer Rockband zu bewundern - lange bevor er die Bläck Fööss mitbegründete. Auch die ehemalige Hürdensprinterin Ursula Schalück ist zu sehen. Die frühere Deutsche Hallenmeisterin war Ende der 1970er Jahre für kurze Zeit Leiterin der Einrichtung. Ihr Nachfolger ist der heutige Leiter Peter Duxa.

Der "Nonni-Club" ist inzwischen in "OT Nonni" umbenannt. Träger ist nicht mehr die Kirchengemeinde, es sind jetzt die Katholischen Jugendwerke. Immer noch zeichnet die Einrichtung ein vielfältiges Angebot aus. "Wir haben nicht mehr die Mittel, um viele Honorarkräfte zu bezahlen, aber durch Kooperationen mit anderen Trägern kann vieles aufgefangen werden", erklärt Duxa. Seit kurzem bildet beispielsweise die Arbeit mit den Medien Film und Radio - mit der Movie-Crew Cologne - einen wichtigen Teil des Angebots.

Und der Rock'n Roll wird wie schon in den Anfangsjahren von den Jugendlichen immer noch gern gepflegt. So unterhielten eine Sängerin und eine Rockband die Besucher beim Jubiläumsfest.

Pastor Hermann-Josef Hieronymi - Das Idol aus Island

Der Gründer der Offenen Tür, Pastor Hermann-Josef Hieronymi, benannte die Einrichtung nach einem Idol seiner Jugend. "Nonni" heißt eine Romanfigur des isländischen Schriftstellers Jon Svensson. Die Abenteuergeschichten - Lebenserinnerungen des Autors - richten sich vor allem an ein jugendliches Publikum. Hieronymi soll ihm im Jahr 1932 persönlich begegnet sein. Svensson, der dem Jesuitenorden angehörte, starb nach längerer Erkrankung im Ehrenfelder Sankt-Franziskus-Hospital im Jahr 1944. Beerdigt wurde er auf dem Melaten-Friedhof. In der alten Trauerhalle des Friedhofs ist noch bis zum Oktober eine Ausstellung über den Schriftsteller zu sehen. Sie ist samstags und sonntags, jeweils von 14.30 bis 17 Uhr geöffnet. (Rös)

www.melatenfriedhof.de

www.ot-st-bartholomaeus.de

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