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Sozialforscher: „Glückliche Menschen spenden mehr“

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Kathleen P. und ihre Töchter haben einen Dankesbrief gestaltet, der an der an der Eingangstür des Wicleff hängt.  
Warum spenden Menschen und andere nicht? Sozialforscher Eckhard Priller erklärt anlässlich einer Benefizaktion in Neuehrenfeld, woraus Hilfsbereitschaft resultiert. Mit Claudia Bleier sprach er über Erwartungen, Weihnachten und die kritischen Aspekte des Spendens.
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Herr Priller, ist der Impuls zu helfen angeboren oder ist Helfen etwas, das man lernt?

Eckhard Priller: Beides. Hilfsbereitschaft entspringt einem pro-sozialen Handeln. Der Mensch ist Teil einer Gemeinschaft, deshalb liegt das Helfen durchaus in seinem Wesen. Hinter der Hilfsbereitschaft steckt die Erwartung: Wenn ich helfe, wird vielleicht auch mir geholfen, wenn ich irgendwann einmal Hilfe benötigt. Doch das steht nicht im Vordergrund. Ausschlaggebend sind die Erfahrungen, die ich mit dem Helfen verbinde: Viele Menschen, die helfen, haben positive Erfahrungen gemacht, also selbst viel Unterstützung bekommen. Sie möchten der Gesellschaft etwas zurückgeben, das sie von der Gesellschaft bekommen haben.

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Sind Menschen, die für andere etwas tun, glücklicher und zufriedener?

Priller: Tatsächlich haben unsere Untersuchungen ergeben: Menschen, die spenden, sind glücklicher. Doch wissen wir noch nicht, was ist Henne und was ist Ei. Führt Spenden dazu, dass ein Mensch glücklicher ist – oder sind glückliche Menschen eher bereit zu spenden? Psychologisch gesehen ist es so: Beim Helfen werden Endorphine, also Glückshormone freigesetzt, deshalb hat man ein gutes Gefühl dabei.

Dr. sc. Eckhard  Priller
Dr. sc. Eckhard Priller
Foto: WZB

Ist Spenden ausschließlich positiv?

Priller: Es gibt durchaus auch kritische Aspekte. Einer davon ist, dass nicht immer dem geholfen wird, der die meiste Hilfe benötigt. Denn Spenden sammelnde Organisationen wählen Projekte aus und der Spender entscheidet, wer Unterstützung bekommt.

Warum ist unser Bedürfnis, anderen Gutes zu tun, vor Weihnachten stärker als im Februar oder im August?

Priller: Bei der Motivation zu spenden, spielen auch Wertorientierungen eine Rolle. So spenden religiös gebundene Menschen häufiger, weil der Wert, anderen etwas abzugeben, durch die Religion vermittelt wird. Und Weihnachten ist das Fest des Schenkens und des Gebens. Die Hilfsorganisationen führen ihre Kampagnen und Galas speziell vor Weihnachten durch. und transportieren dies medial. Je näher Weihnachten kommt, desto höher die Spendenbereitschaft.

Dr. sc. Eckhard Priller ist Leiter der Projektgruppe Zivilengagement am Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung (WZB)

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