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Speed-Job-Dating: Bewerbungen im 10-Minuten-Takt

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Auszubildene Büsra Ceylan (r.) gab Auskunft über den Pflegeberuf, den sie zurzeit in einem Caritas-Altenheim erlernt. Foto: Roesgen
Die Jobsuche für Berufsanfänger hat sich in den letzten Jahrzehnten beständig verändert. Um die Suche nach einer Ausbildungsstelle vereinfach, veranstaltet der Caritas-Verband Bewerbungsgespräche, die an Speed-Dating erinnern.  Von
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Ehrenfeld/Wahn

Die Aussicht aus dem vierten Stock der Caritas-Zentrale an der Bartholomäus-Schink-Straße war schon mal recht beeindruckend. Vom nahen Heliosturm bis zu den Spitzen de Kölner Doms reichte der Blick. Der richtige Rahmen, um Perspektiven aufzuzeigen, dachte sich wohl der Caritas-Verband. Zum zweiten Mal lud er Job suchende Jugendliche zum „Speed-Dating“ ein. Im Schnellverfahren konnten sich die mehr als 60 jungen Männer und Frauen über das Berufsfeld Altenpflege informieren und auch an Ort und Stelle Vorstellungsgespräche absolvieren. Nicht wenige der Bewerber werden schon bald im Rahmen eines Praktikums in einem der Caritas-Seniorenheime wie dem Altenzentrum St. Josef in Wahn mehr über den Beruf erfahren.

Anita Bayrami kam mit ihrer Freundin Daniela Vetrone zum Vorstellungstermin. Nach ihrer Bewerbung bei einer Caritas-Senioren Einrichtung bekam sie eine Einladung zu diesem Speed-Dating. Beide nutzen nach ihrem Schulabschluss zurzeit ein Weiterbildungsangebot des Internationalen Bunds für Sozialarbeit. Unter anderem bekommen sie hier ein intensives Bewerbungstraining.

Nicht aufs Arbeitsamt verlassen

Georg Eidens, Leiter des Leistungsbereichs Altenpflege im Caritas-Verband, im Vorstellungsgespräch.
Georg Eidens, Leiter des Leistungsbereichs Altenpflege im Caritas-Verband, im Vorstellungsgespräch.
Foto: Roesgen

Von Büsra Ceylan, Auszubildende im Seniorenheim St. Josef-Elisabeth in Mülheim, gab es erste Informationen über die beruflichen Anforderungen. Außer ihr standen Experten der ambulanten und stationären Pflege und der Personalabteilung der Caritas, des Deutschordens-Fachseminar für Altenpflege sowie der Agentur für Arbeit und des Jobcenters Köln als Gesprächspartner zu Verfügung. Für Anita Bayrami lief es gut an diesem Tag. Sie kann sich schon in wenigen Wochen in einer Einrichtung für ambulante Pflege ein genaueres Bild davon machen, ob der Beruf zu ihr passt.

David Lohmann wurde durch eine Zeitungsmeldung auf das Speed-Dating aufmerksam. „Hoffentlich bekomme ich eine Chance, denn immer nur Praktika zu machen, bringt einen ja auch nicht weiter“, sagt der junge Mann. In einem Altenheim zu arbeiten, kann er sich zumindest vorstellen. „Das Leben ist ja kein Wunschkonzert. Aber ich will mich nicht nur auf die Angebote verlassen, die das Arbeitsamt mir schickt“, sagt der arbeitslose Jugendliche.

Fachkräftemangel in Bereich Altenpflege

Anja Kronenberg-Heydasch leitet das Seniorenheim St. Maternus in Rodenkirchen.
Anja Kronenberg-Heydasch leitet das Seniorenheim St. Maternus in Rodenkirchen.
Foto: Roesgen

Georg Eidens, Leiter der Leistungsbereichs Altenpflege im Caritas-Verband, war einer von vier Ansprechpartnern, bei denen sich die Interessenten persönlich vorstellen konnten. Jeweils zehn Minuten dauerten diese Gespräche. „Das ist hier nicht der Abschluss eines Bewerbungsverfahren, sondern der Anfang“, betont Eidens. Innerhalb der recht kurzen Zeitspanne könne man schon abschätzen, ob sich der Bewerber oder die Bewerberin für diesen Beruf eignet oder nicht, so Eidens weiter.

Dennoch gelte der Grundsatz: „Wir machen hier die Türe ganz weit auf.“ „Der Hintergrund für dieses zweite Speed-Dating ist der Fachkräftemangel im Bereich der Altenpflege“, erläutert Caritas-Sprecherin Marianne Jürgens. „Wir wollen daher jungen Menschen den Beruf näher bringen“, so Jürgens. Neben den Info-Ständen und dem Angebot, sich direkt an Ort und Stelle zu bewerben, gab es auch die Möglichkeit, an einer Führung durch das benachbarte Seniorenzentrum Kardinal-Frings-Haus teilzunehmen.

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