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Stadtentwicklung: Zankapfel Heliosgelände

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Kulturorte wie das Underground sieht Betreiber Micki Pick in Gefahr, sollten die Schulpläne scheitern. Foto: Roesgen
Uneinigkeit herrscht bei den Parteien in Ehrenfeld beim Thema Heliosgelände. Vorbei mit der Einträchtigkeit war es bei der Frage, ob mit einer vorliegenden städtebaulichen Studie weitergearbeitet wird oder neue in Auftrag gegeben werden.  Von
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Das Heliosgelände wird zum politischen Zankapfel. Über das Ziel, dort eine Schule, Wohnhäuser sowie Gebäude für Gastronomie und Kultur zu errichten, sind sich alle einig. Doch über den Weg dorthin gibt es unterschiedliche Ansichten. In der Bezirksvertretung Ehrenfeld herrscht darüber Uneinigkeit zwischen den Koalitionären SPD und Grüne. Aber auch innerhalb der Kölner CDU gibt es Zwist wegen Helios.

Bei der jüngsten Debatte über das weitere Vorgehen bis zu einer städtebaulichen Planung, also einer konkreten Aufteilung des Grundstücks zwischen Ehrenfeldgürtel und Heliosstraße, wurden die Differenzen deutlich. Der Wunsch, möglichst schnell die Voraussetzungen für den Bau der Inklusiven Universitätsschule auf dem Heliosgelände zu schaffen, einte alle Bezirksvertreter noch. Sie verlangten einmütig, dass die Stadt dafür schon einen Teil des Grundstücks auswählen und von der Eigentümerin Projektentwicklungsgesellschaft Ehrenfeldgürtel (PE) abkaufen soll.

Schon wieder vorbei mit der Ehrenfelder Einträchtigkeit war es aber bei der Frage, ob man anschließend mit einer bereits vorliegenden städtebaulichen Studie weiterarbeiten soll oder ob drei neue Studien in Form eines Wettbewerbs in Auftrag gegeben werden sollen. Daraus würde dann ein Siegerentwurf ausgewählt. Im Stadtplanungsamt geht man davon aus, dass auf diese Weise frühestens im Mai 2014 feststehen könnte, was wo auf dem Heliosgelände gebaut wird. Die Alternative würde eine Zeitersparnis von drei bis sechs Monaten bedeuten.

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„Man muss jetzt endlich mal zu Potte kommen“, plädierte die Ehrenfelder CDU-Fraktionsvorsitzende Jutta Kaiser für eine schnellere Vorgehensweise und signalisierte damit Zustimmung zu einem SPD-Antrag. Die Sozialdemokraten wollen die schon fertige Helios-Studie des Architekturbüros Astoc nutzen, um daraus die notwendige städtebauliche Planung zu entwickeln. Die Studie favorisiert eine Fläche an der Ecke Vogelsanger Straße/Gürtel für Schulgebäude. Außerdem werden Kulturbetriebe an der Heliosstraße empfohlen sowie Wohnhäuser am Gürtel. Auftraggeber dieser Studie war jedoch die Grundstückseigentümerin PE. Dennoch machte sich die SPD für die Studie und damit auch für die PE stark, die zur Unternehmensgruppe von Paul Bauwens-Adenauer gehört.

„Die Studie ist keine Investorenplanung, sondern basiert auf dem, was die Bürger wollen“, betonte SPD-Bezirksvertreterin Petra Bossinger. Sie sei zudem noch veränderbar. Und das sei an zwei Werkstatt-Wochenenden mit Bürgern, Politikern und Planungsexperten gut zu erreichen. Die Gegner dieser Lösung wollen sich mehr Zeit nehmen. Ralf Klemm (Grüne) argumentierte für einen Wettbewerb. Vom Investor dürfe man sich nicht unter Zeitdruck setzen lassen. Grüne sowie die Vertreterinnen von FDP und Linken konnten sich in der Bezirksvertretung aber nicht gegen die rot-schwarze Mehrheit durchsetzen.

Im Stadtentwicklungsausschuss, der am Donnerstag, 13. Juni, tagt, wird dies vermutlich anders sein. Hier nämlich plädieren CDU, Grüne, FDP und Linke für einen städtebaulichen Wettbewerb. Karl Jürgen Klipper, CDU-Ratsherr und Vorsitzender des Stadtentwicklungsausschusses: „Wir können gar nicht anders, weil wir schon bei vergleichbaren Grundstücken dieser Größenordnung von privaten Bauherren Wettbewerbe fordern.“ Das mögliche Schulgrundstück bei den Planungen auszugliedern, hält Klipper für den falschen Weg. Er wolle erst genau wissen, was die Schule insgesamt koste. Ganz unabhängig von einem Schulbau stehe für ihn auf dem Heliosgelände die Entwicklung des Stadtteilmittelpunkts an erster Stelle. Verständnislos reagierte Gastronom Micki Pick, unter anderem Betreiber des Konzertlokals Underground, auf die Aussicht, dass sich die Zukunft des Heliosgeländes voraussichtlich erst viel später entscheidet. „Das entspricht nicht dem, was die Bürger wollen“, schimpfte Pick. Seiner Überzeugung nach sei die Schule ein Garant, dass es auch mit dem Kulturbetrieb auf dem Heliosgelände weitergehen kann. Ein Aufschub berge die Gefahr, dass die Schule doch nicht nach Ehrenfeld kommt. „Ich befürchte, dass dann dort Wohnungen entstehen und Ehrenfeld und Köln wieder ein Stück ärmer werden. Ich bin gespannt, wie die Verantwortlichen dies den Bürgern erklären wollen.“

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