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Stadtteilplanung: Sparkurs unterm Heliosturm

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Foto: Roesgen
Die Planung für das Heliosgelände sorgt in der Bezirksvertretung in Köln-Ehrenfeld für Uneinigkeit. Die Grünen wollen mehr Geld für einen Planungswettbewerb ausgeben, doch hat die SPD zwei Gründe, die dagegen sprechen.  Von
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Steht – wie im Stadtrat - auch die rot-grüne Koalition in der Bezirksvertretung Ehrenfeld vor einer Zerreißprobe? Was für den Rat die Nord-Süd-Stadtbahn ist, ist für die Bezirksvertretung das Heliosgelände. Benötigt wird eine Planung, anhand der die vielen Ideen und Wünsche für das ehemalige Industriegelände am Ehrenfeldgürtel realisiert werden. Ganz oben auf der Wunschliste steht der Bau einer Inklusiven Schule. Aktuell geht es um die Frage, was die Planung kosten darf. Darüber sind SPD und Grüne derzeit uneins.

Die Debatte kam für manche Beobachter überraschend: Die Sozialdemokraten plädierten in der jüngsten Sitzung der Bezirksvertretung dafür, schnell und kostensparend weiter zu planen. Eine bereits vorliegende Studie des Architekturbüros Astoc, in der bereits eine mögliche Gebäudeanordnung skizziert wird, soll Grundlage für den endgültigen Bebauungsplan werden. Geschätzte Kosten: 14 000 Euro. Die Grünen dagegen wollen rund 100 000 Euro ausgeben für einen Planungswettbewerb, der frühestens am Ende des Jahres abgeschlossen wäre. Dafür hatte auch die Stadtverwaltung plädiert. „Wir erhoffen uns weitere Ideen für die Umsetzung“, begründete Silke Rheinschmidt vom Stadtplanungsamt den Vorschlag. Grünen-Fraktionsvorsitzende Christiane Martin stimmte zu: „Es geht schließlich um die zentrale Fläche des Stadtteils. Da brauchen wir höchste städtebauliche Qualität“, sagt sie. Die SPD gab sich genügsamer und vor allem aufs Sparen bedacht. Man habe doch schon einen guten Plan, hieß es. Bezirksvertreterin Petra Bossinger (SPD) begründete ihre Haltung so: „Ich habe mich auf den Neumarkt gestellt, um gegen Kürzungen im Sozialbereich zu protestieren. Da kann ich jetzt doch nicht guten Gewissens dafür stimmen, dass viel städtisches Geld für Planungen ausgegeben wird, die womöglich kein besseres Ergebnis bringen.“

Bevor es aber zum Bruch zwischen den Koalitionären in dieser Sache kam, kittete Linken-Ratsherr Jörg Detjen erfolgreich den schon deutlich erkennbaren Riss. Er mahnte an, dass ein einstimmiger Beschluss der Bezirksvertretung ein wichtiges Signal für den Ratsausschuss für Stadtentwicklung sei. Schließlich falle dort die Entscheidung.

Nur weil der Ausschuss sich erst am Donnerstag, 13. Juni, mit dem Gelände befasst, ist ein Aufschub möglich. Bis dahin wird Helios noch für viel Gesprächsstoff sorgen. Schon für Montag,3. Juni, 19.30 Uhr, ist eine öffentliche Versammlung angesetzt. Im Bürgerzentrum Ehrenfeld erfahren Bürger dann mehr über die Astoc-Studie zum Heliosgelände. Sie dürfen dazu auch Meinungen äußern – etwa ob sie diese Studie weiter ausgearbeitet haben möchten. Oder ob sie gern drei neue Entwürfe sehen wollen. Die aber kämen nur durch einen Planungswettbewerb zustande. Am Montag, 10. Juni, 18 Uhr, setzt die Bezirksvertretung ihre jetzt aus Zeitgründen unterbrochene Sitzung fort. Zum Heliosgelände will sie dann Stellung nehmen, drei Tage bevor sich der Stadtentwicklungsausschuss mit dem Dauerthema aus Ehrenfeld befasst.

Eine satte Mehrheit für das schnelle Planungsverfahren wäre in der Bezirksvertretung schon jetzt möglich gewesen. Die SPD-Bezirksfraktion hat die CDU und die FDP-Vertreterin auf ihrer Seite. Einig waren sich die Befürworter darin, dass die Studie bereits alle wesentlichen Wünsche berücksichtige, die von Bürgern bislang geäußert wurden: Schule, Kultureinrichtungen, Wohngebäude, öffentliche Flächen. Dass die Studie vom Grundstückeigentümer in Auftrag gegeben wurde, gefällt allerdings den Grünen und der Linken-Vertreterin nicht. Eine „Investorenplanung“, so das Argument, reiche nicht aus für das „Filetstück“ des Stadtteils.

Ein Hintertürchen für den zweiten Teil der Debatte im Juni hielt sich Grünen-Fraktionsvorsitzende Christiane Martin offen. Sie erkundigte sich danach, wie eng der Rahmen für einen möglichen Wettbewerb gesteckt sei. Silke Rheinschmidt erläuterte, dass die benötigte Grundstücksgröße für die geplante Schule schon feststehe. Die Verwaltung favorisiert außerdem, die Schule an der Ecke Vogelsanger Straße/Gürtel zu platzieren. Ebenfalls sei es Vorgabe, dass der heutige Eigentümer des Geländes wirtschaftlich gut vermarktbare Flächen am Ehrenfeldgürtel und an der Heliosstraße für sich beanspruche. Eine grundlegend andere Planung sei also in der Tat nicht zu erwarten.

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