Die dünne Schneedecke ließ die markanten roten Profile der neuen Sitzgelegenheiten auf dem Neptunplatz noch besser zur Geltung kommen. Schick, modern und mit klarer Linienführung versehen sind die neuen Bänke – dem Platz sollen sie ein unverwechselbares Aussehen geben.
„Das ist erst der Anfang, es kommen noch fünf weitere Bänke“, beeilte sich Bezirksbürgermeister Josef Wirges zu sagen. Immerhin 10 000 Euro hatte die Bezirksvertretung Ehrenfeld aus ihrem Stadtverschönerungs-Etat springen lassen, damit die schon vor neun Jahren erstmals verkündete Idee der „Platzmöblierung“ endlich Wirklichkeit wird. „Wenn ich mir das so anschaue, kann ich nur sagen, dass es gut angelegtes Geld ist“, stellte Wirges zufrieden fest.
Sitzmöbel in Ehrenfeld hergestellt
Foto: Rösgen
Noch vor dem offiziellen Termin ließen sich Architekt Robert Wetzels und seine Mitarbeiter Paula Catalan und Daniele Aulenta zum Probesitzen auf dem Mobilar nieder. Ihr erster Eindruck: „Super bequem und gut verarbeitet. Fast schon zu schön.“ Das Planerteam des Büros Bob-Architektur, das im Erdgeschoss des Fernmeldeturms seinen Sitz hat, ist für das jetzt präsentierte Design der „Bankfamilie“ verantwortlich. Hergestellt wurden die Sitzmöbel in der Ehrenfelder Schreinerei Buchal und Krings an der Heliosstraße. In dieser Werkstatt war vor zwei Jahren bereits der Prototyp gefertigt worden.
Frau Haanraats, Sie gehören dem Vorstand des Vereins Adresse Neptunplatz an. Zu Ihren Aufgaben zählt, Sponsoren zu suchen, um die schon seit längerem existierenden Pläne für die Platzgestaltung Wirklichkeit werden zu lassen. Über wie viel Geld reden wir denn da?
Gabriele Haanraats: Mindestens 9000 Euro, ideal wären 11 000 Euro, damit wir den Platz mit insgesamt zwölf Sitzmöbeln bestücken können. Darüber hinaus werden aber noch weitere 50 000 Euro für die nächsten Gestaltungsideen gebraucht.
Die Sitzgelegenheit in Rot gestrichenem Holz schmückte den Platz zwar, blieb aber als Einzelstück eher unauffällig. Das lässt sich von den jetzt präsentierten Sitzen nicht gerade sagen. Mit den leuchtend Rot abgesetzten Stahlelementen fallen sie dem Platzbesucher sogleich ins Auge. Sowohl im winterlichen Grau als auch in der wärmeren Jahreszeit, wenn die Bäume auf dem Platz Laub tragen, sollen die Sitze ein Blickfang sein. „Wir haben anhand des ersten Entwurfs das Konzept weiter ausgefeilt. Dabei waren wir auch bestrebt, die Elemente hinsichtlich der Kosten und der Haltbarkeit möglichst optimal zu gestalten“, erklärt Robert Wetzels. Ein Bankelement besteht aus einem oder zwei Sitzen mit Rückenlehne sowie Sitzflächen mit einer Armlehne, als Material wurden Eichenholz und pulverbeschichteter Stahl gewählt. Unterschiedliche Kombinationen schaffen dabei Abwechslung.
Genügend Fläche für Veranstaltungen
Foto: Rösgen
„Mein Traum ist es, dass wir Mitte des Jahres alle zwölf Bankelemente installiert haben“, sagt Gabriele Haanraats, Vorsitzende des Vereins Adresse Neptunplatz, der die Platzverschönerung seit 2004 mit viel Kreativität betreibt. Außer dem Einsatz für die Möbel zeigt der Verein auch Engagement bei Veranstaltungen. „Die wohl bekannteste Feier ist «Klau den Baum» am Vorabend des 1. Mai. Das findet in diesem Jahr zum zehnten Mal statt“, berichtet Gabriele Haanraats.
Nicht zuletzt für derlei Events soll mit der angestrebten Platzgestaltung ein passender Rahmen geschaffen werden. Auch die Beleuchtung des Platzes und die Begrünung sollen einen unverwechselbaren Charakter bekommen. Die Farbe Rot ist in den derzeitigen Entwürfen dominant. Dennoch soll genügend Fläche für den Wochenmarkt oder andere Veranstaltungen bleiben.


