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Totschlag: Warum musste Marlon H. sterben?

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Der Täter flüchtete, wurde jedoch kurze Zeit später in unmittelbarer Nähe des Tatortes gefasst.  Foto: Krasniqi
Was war das Motiv des Schaustellers Klaus P., dem 15-jährigen Marlon im April dieses Jahres einen tödlichen Messerstich zu verpassen? Der Täter hat ebenfalls zwei Söhne, einer ist 15 Jahre alt. Offenbar hat es zuvor schon öfter Streit auf dem Platz am Takufeld gegeben.  Von
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„Guten Tag und guten Weg“ habe man sich gewünscht, ab und zu einen Kaffee zusammen getrunken, „mehr war’s nicht“, sagte Heinz L. am Montag im Landgericht zum Umgang mit Klaus P. Heinz L. (42) ist der Vater von Marlon H., der am 12. April dieses Jahres mit 15 Jahren an den Folgen eines Messerstichs starb. Als Täter gilt Klaus P. (60), der auf demselben Wohnwagenplatz an der Takustraße in Neuehrenfeld wie Marlon mit seiner Familie lebte.

„Keine Unstimmigkeiten“

Was war das Motiv? „Es gab keine Unstimmigkeiten“, behauptete Heinz P., „keinen Streit“ – bis zum Abend des 11. April, als er mit seinem Sohn vom Fußballspielen zurückkam. Von seiner Tochter habe er gehört, Klaus P. habe „den Hund getreten“; gemeint war der Yorkshire-Terrier der Familie. Er habe auf die Rückkehr des Nachbarn gewartet. Um ihn zur Rede zu stellen, sei er hinübergegangen, gefolgt von Marlon, in einigem Abstand dahinter Frau und Tochter.

Dazu, was nun geschah, machte Heinz L. in Details widersprüchliche Angaben, die zum Teil von der Aussage abwichen, die die Polizei protokolliert hat. Kaum habe er Klaus P. angesprochen, habe der ihn weggeschubst, so dass er hingefallen sei. Da sei Marlon nach vorne gesprungen, und Klaus P. habe unvermittelt zugestochen, „von unten her“ in den Brustkorb. Um es zu veranschaulichen, stand der Vater im Gerichtssaal auf, nahm einen Kugelschreiber und vollführte die Stichbewegung.

„Das war eine Sekundensache“

Danach habe er sich „aufgerappelt“, vor Klaus P. gestanden, und der, mit dem Messer in der Hand, habe „Polizei, Polizei“ gerufen. Warum, wo doch er der Angreifer war? „Komm nicht näher“, hatte Heinz L. ihn bei der Polizei zitiert, und auch dies deutet darauf hin, dass Klaus P. Angst hatte. „Das war eine Sekundensache“, entschuldigte Marlons Vater Ungenauigkeiten in seiner Erinnerung. Klaus P. habe ein, zwei Mal auch nach ihm gestochen, aber ohne ihn zu treffen.

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Am zweiten Prozesstag kam zur Sprache, dass es entgegen der Aussage des Vaters schon früher gelegentlich Zwist auf dem Platz gegeben hatte, wo seit langem Schausteller leben. Klaus P. selber war lange in dem Gewerbe tätig. Aus zwei Ehen hat er zwei Söhne, einer davon ist ebenfalls 15.

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