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Verkehrsplanung: Verwirrung in der Leostraße

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Breite „Gehwegnasen“ machen die Fahrbahn in den Einmündungsbereichen schmaler. Foto: Rösgen
Fehlende Schilder und wechselnde Fahrtrichtungen sorgen in der Leostraße für Verwirrung. Die Bezirksvertretung will auch nach den Umbauarbeiten die Einbahnstraßenführung nicht ändern, obwohl sich die Verwaltung dafür ausspricht.  Von
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Wo gehts lang? Links, rechts oder geradeaus? Auf der Leostraße geraten viele Verkehrsteilnehmer ins Grübeln. Die Einbahnstraße verläuft mal in die eine, mal in die andere Richtung. Wegen der Umbauarbeiten dort fehlen aber an manchen Stellen die Schilder. Es herrscht daher zurzeit ein bisschen Anarchie.

Damit wird es vorbei sein, wenn die Arbeiten beendet sind. Die Gehwege, Parkstreifen und die Kreuzungsbereiche sind dann neu geordnet. Die abschnittsweise wechselnde Einbahnstraßenregelung wird aber nicht verändert.

Keine einheitliche Fahrtrichtung

Die Leostraße ist zum Teil eine Fahrradstraße.
Die Leostraße ist zum Teil eine Fahrradstraße.
Foto: Rösgen

Die Bezirksvertretung Ehrenfeld lehnte es ab, einem Vorschlag der Verwaltung zu folgen. Die wollte nämlich nach dem Umbau eine einheitliche Fahrtrichtung in der Leostraße einführen. Dann hätte man von der Venloer Straße bis zur Subbelrather Straße durchfahren können. Die Mehrheit der Stadtteilpolitiker befürchtete aber eine Zunahme des Schleichverkehrs, wenn sie dem zugestimmt hätte. SPD, Grüne und die Vertreterin der Linkspartei setzten sich mit dieser Auffassung gegen CDU und FDP durch.

Es bleibt somit auch nach der Umgestaltung dabei, dass im Straßenabschnitt zwischen Stammstraße und Pellenzstraße die Einbahnstraße in Richtung Venloer Straße verläuft. Nur Radfahrern ist es erlaubt, in beiden Fahrtrichtungen unterwegs zu sein. Sie sollen sogar gegenüber anderen Verkehrsteilnehmern bevorrechtigt werden, denn dieses Straßenstück wird „Fahrradstraße“. Mit schöner Regelmäßigkeit waren schon vor dem Umbau Autofahrer genau in diesem Abschnitt in der falschen Richtung unterwegs – meistens aus Versehen, manchmal aber auch mit voller Absicht, um ein paar Kurven durchs Viertel zu sparen.

Schleichweg oder nicht?

Auf Abwegen: Dieses Fahrzeug ist in der falschen Richtung unterwegs.
Auf Abwegen: Dieses Fahrzeug ist in der falschen Richtung unterwegs.
Foto: Rösgen

Ein mittelständisches Handels-Unternehmen, die Firma Feu-Ki, bekommt regelmäßig Warenlieferungen von großen Lastwagen gebracht. Weil die bis zu 15 Meter langen Lieferfahrzeuge in den engen und oft mit Autos zugeparkten Kurven der umliegenden Straßen oft steckenbleiben, wählen die Lieferanten häufig – verbotswidrig – den direkten Weg von der Venloer Straße zum Firmensitz des Unternehmens, das mit Tabakwaren und Artikeln für den Kioskbedarf handelt. Klaus Kirsch, Geschäftsführer der Firma Feu-Ki, fürchtet ernsthaft um die Zukunft seines Betriebes, wenn die Kreuzungen bald noch enger werden. Er hatte bei der Verwaltung den Wunsch vorgetragen, die Fahrtrichtung der Straße zu ändern, damit es Lieferanten und Kunden künftig leichter hätten.

Dort stieß er auch auf offene Ohren. Aus Sicht der Verwaltung hätte eine durchgehende Einbahnstraße keine gravierenden Veränderungen ins Viertel gebracht. Wegen der engen und mit Aufpflasterungen versehenen Kreuzungsbereiche sei die Straße als Schleichweg nicht attraktiv.

Gemeinsame Lösung suchen

Michael (l.)und Klaus Kirsch.
Michael (l.)und Klaus Kirsch.
Foto: Roesgen

Die Bezirkspolitiker sahen das jedoch anders. „Eine durchgehende Verbindung zwischen zwei stark befahrenen Hauptverkehrsstraßen ist immer attraktiv“, argumentierte Christiane Martin von den Grünen. Die Sozialdemokraten stießen ins gleiche Horn. Man könne dies den übrigen Verkehrsteilnehmern und den Anwohnern nicht zumuten, alleine schon nicht, weil man damit den Interessen eines Gewerbebetriebs entgegen kommen würde. Den Einwand von FDP-Vertreterin Marlis Pöttgen, man könne doch gemeinsam nach einer Lösung suchen, von der alle – Anwohner wie Gewerbetreibende – profitieren, konterte SPD-Bezirksvertreterin Petra Bossinger mit dem Hinweis: „Die Verwaltung kann uns jederzeit einen neuen Vorschlag unterbreiten.“

Klaus Kirsch hofft nun darauf, dass der Beschwerdeausschuss in seinem Sinne entscheidet. Passiere dies nicht, bliebe nur, dass die Lieferanten mit ihren großen Lastwagen verbotswidrig bis zu seiner Toreinfahrt kommen.

An den Straßenkreuzungen wird der Gehweg verbreitert.
An den Straßenkreuzungen wird der Gehweg verbreitert.
Foto: Rösgen

„Wenn die Ladezone vor unserem Geschäft frei ist, sind Behinderungen für den übrigen Verkehr eigentlich ausgeschlossen“, sagt Kirsch, der vor 40 Jahren mit seinem Betrieb in die Leostraße zog. Häufig sei diese Ladezone aber von anderen Fahrzeugen blockiert.

Der Umbau der Leostraße

In acht Bauabschnitten wird die Leostraße umgebaut. Dabei wird jeweils in einem Straßenstück zwischen zwei Kreuzungen oder Einmündungen gearbeitet.

Erneuert werden die Gehwege und die Parkbuchten. Statt wie bisher schräg, sollen die Autos künftig längs zum Bordstein abgestellt werden, aber dann auf beiden Straßenseiten. Laut Verwaltung werden dadurch künftig 106 statt bisher 75 legale Parkmöglichkeiten geschaffen.

Bis Mitte Dezember sollen die Arbeiten beendet sein.

Fragen zur Bauausführung können unter den Rufnummern 221-210 36 oder 221-271 43 vorgetragen werden.

www.stadt-koeln.de/4/verkehr/11759/

(Rös)

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