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Weinsbergstraße: Politiker wollen die ideale Brücke

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Nur noch ein Torso ist die Brücke über der Weinsbergstraße nachdem auf beiden Seiten die Brüstungen abgetragen wurden. Foto: Roesgen
Ehrenfelder Bezirkspolitiker wollen, dass die Brücke über die Weinsbergstraße als Fuß- und Radweg genutzt wird. Noch ist unklar, ob das Bauwerk der HGK saniert werden kann oder ob ein Abbruch mit anschließendem Neubau notwendig würde.  Von
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Ehrenfelder Bezirkspolitiker sorgen sich wegen Abbrucharbeiten an der Brücke über die Weinsbergstraße. Über das Bauwerk wollen sie schon seit vielen Jahren einen Fuß- und Radweg führen. Die Fraktion der Grünen wollte wissen, was daraus wird und ob sogar der vollständige Abbruch der Brücke bald bevorsteht.

„Nein, wir haben aber aus Sicherheitsgründen die Betonbrüstung auf beiden Seiten entfernt“, erklärte Hans Klein von der Häfen und Güterverkehrsgesellschaft Köln (HGK), der das Bauwerk gehört. Allerdings halte er einen Abbruch für unausweichlich, merkte er an. Ein Einsturz sei zwar nicht zu befürchten, aber die HGK müsse pro Jahr erhebliche Kosten aufwenden, damit genau das nicht eintritt. Ein Abbruch sei außerdem gesetzlich vorgeschrieben, da die Brücke schon längst für Eisenbahnzwecke ausgedient habe und gesperrt sei. So stehe es im Eisenbahnkreuzungsgesetz.

Gnade vor Recht – das erwirken Ehrenfelder Politiker schon seit Jahren immer wieder für die völlig marode Brücke. Früher stellte sie eine Verbindung zwischen den Industriegebieten und dem Eisenbahnnetz her. Heute könnten theoretisch Fußgänger und Radfahrer die Brücke nutzen. Immerhin sind auf beiden Seiten der Weinsbergstraße mittlerweile große Wohnviertel auf den früheren Fabrikgeländen und dem ehemaligen Güterbahnhof Melaten entstanden oder befinden sich in Bau.

Brückengeschichte

Fast hundert Jahre altFast hundert Jahre alt ist die ehemalige Eisenbahnbrücke, die die Weinsbergstraße in der Nähe des Melatengürtels überspannt. Die 1917 errichtete Verbindung schloss den Güterbahnhof Melaten an die Schienenwege Köln-Aachen und Köln-Venlo an. Mehr als 70 Betriebe hatten in den 1950er Jahren dort eigene Anschlüsse an den Schienenweg – unter anderem Händler für Metall, Kohle und Kraftstoffe, aber auch Lebensmittelhändler. In den 1980er Jahren wurden die letzten Produktionsstandorte aufgegeben – etwa die Schiffsschraubenfabrik Ostermann – und die Gleisverbindung stillgelegt. (Rös)

Doch der Zustand der Brücke erlaubte es bislang nicht, die Idee einer sicheren Verbindung zwischen zwei Wohnsiedlungen über die viel befahrene Weinsbergstraße hinweg zu verwirklichen. Somit fehlt bis heute eine weitgehend autofreie Verbindung zwischen der Geschäftsstraße Venloer Straße und dem Naherholungsgebiet Stadtwald, das schon unweit der Aachener Straße beginnt. Der Weg würde auf der südlichen Seite von der Ölstraße zur Brückenrampe geführt und auf der nördlichen Seite von Grünen Weg.

Für eine Sanierung oder einen Neubau sowie den Bau der noch nicht vorhandenen Wege zur Brücke hin will aber bislang auch niemand Geld in die Hand nehmen. Zuletzt wollte die HGK im Frühjahr 2008 die Brücke abbrechen. Das wäre sie billiger gekommen, als eine Sanierung. Von 250 000 Euro Abbruchkosten sprach damals HGK-Geschäftsführer Franz Corneth. Eine Sanierung bezifferte er damals auf 850 000 Euro. „Wir haben damals auch für den Abbruch plädiert und wollten später einen Neubau planen“, berichtet Gerd Neweling, Leiter des Amts für Brücken und Stadtbahnbau.

Dazu kam es nicht, denn Politiker in Bezirksvertretung und Stadtrat bestanden darauf, die Brücke entweder zu sanieren oder erst dann abzubrechen, wenn klar ist, dass ein Ersatz kommt. Dazu verlangten die Bezirksvertreter 2010 von der Verwaltung eine Machbarkeitsstudie. Sie sollte klären, was am sinnvollsten und wirtschaftlichsten ist: Eine Sanierung, ein Teilabbruch oder ein vollständiger Abbruch mit anschließendem Neubau.

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Auf diese Studie, die das Amt für Brücken und Stadtbahnbau erstellen sollte, warten die politischen Gremien aber bis heute. „Wir arbeiten dran“, sagt Gerd Neweling. Vor der Sommerpause werden die Untersuchungsergebnisse vorliegen. Wenig überraschend dürfte es allerdings sein, dass auch diese Studie einen Abbruch und einen anschließenden Neubau nahe legt. Eine Sanierung der fast 100 Jahre alten Brücke komme wohl nicht in Frage, so Neweling. Der spätere Aufwand, um die Brücke zu erhalten, wäre auch nicht gerade billig. Er schätzt die Kosten bei dieser Variante auf gut zwei Millionen Euro.

Ein Neubau wäre jetzt schon für rund 700 000 Euro möglich. Sorgen bereitet es Neweling noch, dass die Machbarkeitsstudie keine klaren Aussagen treffen kann, wo genau der Weg auf beiden Seiten der Brücke entlang führt. Hierzu fehlten Bebauungspläne. Auf der nördlichen Seite der Brücke habe ein Baumarkt sein Gelände. Hier wäre als ein Grundstückstausch oder ähnliches vonnöten. Das aber seien Details, die später geklärt werden könnten und die Studie selbst nicht erschwerten.

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