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Wohnungsbau: Das Erbe des Arbeiterviertels bewahren

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Eines der alten Backsteinhäuser, über deren Erhalt bei einer Bebauung des Geländes Unklarheit herrscht. Foto: Roesgen
Südlich des Helmholtzplatzes und an der Leyendeckerstraße sollen zwei ehemalige Industriegrundstücke bebaut werden. Angestrebt wird ein Mix aus alt und neu, sowie aus Wohnungen und Gewerberäumen. Mehrere Entwürfe werden diskutiert.  Von
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Den Wunsch, in Ehrenfeld zu wohnen, haben viele. Das Angebot ist aber ziemlich begrenzt und meist nicht gerade billig. Bald steigen jedoch wieder die Chancen auf eine Wohnung in diesem Stadtteil, der noch immer zu den gefragten Adressen gehört. Auf zwei ehemals industriell genutzten Grundstücken, die nicht weit voneinander entfernt sind, sollen Wohnungen entstehen. Wann das sein wird, ist aber noch völlig offen, denn zu beiden Projekten fehlen politische Beschlüsse. Erklärter Wille der Bezirksvertretung Ehrenfeld ist es aber, sowohl südlich des Helmholtzplatzes als auch an der Leyendeckerstraße den Anteil an Wohnungen zu steigern.

Am Helmholtzplatz auf dem Grundstück der früheren Kartonagenfabrik Seybold ist zurzeit ein städtebauliches Planungskonzept in der Diskussion. Mit diesem Konzept soll festgelegt werden, wo auf dem früher industriell genutzten Gelände Wohnbauten und wo Gewerberäume platziert werden. Zurzeit überwiegt der Gewerbeanteil – angesiedelt haben sich hier schon viele Unternehmen aus dem Kreativsektor. Die Empfehlung der Bezirksvertretung lautet nun, ein Konzept zu entwickeln, das beides in Einklang bringt. Insgesamt soll der Anteil an Wohnungen steigen.

Gewerbe nicht verdrängen

Ein Großteil des früheren Seybold-Areals gehört Unternehmer Yves Netz. Er plant mittelfristig weitere Wohnungen, ist dabei aber auf baurechtliche Klarheit angewiesen. Es geht darum, vorhandene Gewerbebetriebe in ihrem Bestand zu sichern, damit sie durch den Wohnungsbau nicht gefährdet werden. Das könnte jedoch eintreten, wenn Richtlinien für Lärmemissionen von Gewerbebetrieben in der Nähe von Wohngebäuden nicht eingehalten werden.

Bei einer Bürgerversammlung, wo die Pläne für das ehemalige Seybold-Areal diskutiert wurden, sagte der stellvertretende Leiter des Stadtplanungsamtes, Andreas von Wolff dazu: „Grundsätzlich ist auch diese Variante denkbar.“ Es sei möglich, das gesamte Plangebiet als uneingeschränktes Mischgebiet auszuweisen. Problematisch ist laut von Wolff aber, dass es aufgrund vieler Einzeleigentümer dann völlig offen wäre, wie sich das Gebiet entwickelt. Seiner Meinung nach berge die Variante die Gefahr, dass zu viel Wohnnutzung entstehe und das Gewerbe komplett verdrängt werde.

Arbeiterwohnhäuser erhalten

Eines der alten Backsteinhäuser in Ehrenfeld , über deren Erhalt bei einer Bebauung des Geländes Unklarheit herrscht.
Eines der alten Backsteinhäuser in Ehrenfeld , über deren Erhalt bei einer Bebauung des Geländes Unklarheit herrscht.
Foto: Roesgen

Mit einer ganz anderen Problemstellung sehen sich die Politiker bei den derzeitigen Überlegungen für ein Areal konfrontiert. Es handelt sich um das Grundstück eines vor langer Zeit abgebrochenen Walzwerks an der Leyendeckerstraße. 8800 Quadratmeter groß ist die Fläche, die die Stadt als Eigentümerin an bauwillige Unternehmen verkaufen möchte. Für einen möglichen Investor gilt aber, einen Weg zu finden, Neues zu bauen und zugleich alte Bauten zu erhalten.

Es geht dabei um Zeugnisse der industriellen Vergangenheit des Stadtteils – keine Fabrikanlagen, sondern schlichte, mehr als 100 Jahre alte Arbeiterwohnhäuser aus Backstein. Sie liegen an einem gepflasterten Weg zwischen der Leyendecker- und der Christianstraße.

Ortstermin geplant

Investor Yves Netz
Investor Yves Netz
Foto: Roesgen

Es gibt inzwischen drei städtebauliche Entwürfe von Architekturbüros sowie einen Vorschlag der Stadtverwaltung selbst. Die Verwaltung favorisiert aber bereits einen Entwurf des Architekturbüros Ute Pieroeth aus Köln. Damit könnten 96 Wohneinheiten geschaffen werden, die sich auf mehrere Gebäude verteilen. Außerdem beinhaltet die Planung eine Kindertagesstätte, öffentliche Wege und Freiflächen sowie eine Tiefgarage. Laut Verwaltung gibt es auch schon ein konkretes Interesse von der Gesellschaft „Moderne Stadt“, diese Pläne umzusetzen.

Noch hat sich die Bezirksvertretung Ehrenfeld nicht festgelegt. Bei einem Ortstermin wollen sich die Politiker ein genaueres Bild von den Möglichkeiten machen.

Bezahlbare Wohnungen

Die Ecke Hospeltstraße/Vogelsanger Straße. Hier sollen weitere Wohnungen entstehen.
Die Ecke Hospeltstraße/Vogelsanger Straße. Hier sollen weitere Wohnungen entstehen.
Foto: Roesgen

Die Bezirksvertretung hat aber schon signalisiert, dass sie möglichst bezahlbare Wohnungen an der Leyendeckerstraße sehen will. Petra Bossinger von der SPD-Fraktion erinnerte daran, dass es früher schon einmal Interesse von der Wohnungsgesellschaft GAG an dem Grundstück gegeben haben soll. Mit diesem Unternehmen soll ebenfalls Kontakt aufgenommen werden. Für das weitere Verfahren ist aus Sicht der Verwaltung zunächst zu entscheiden, in welcher Form der Bebauungsplan für das Grundstück weitergeführt werden soll. Entweder als Angebot für noch nicht feststehende Interessenten oder als Plan, dem ein konkretes Vorhaben zugrunde liegt.

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