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Y-Häuser: Ideen beim Frühstück

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Kinder aus den Y-Häusern verbringen den Nachmittag bei einer Bastelstunde des Familientreffs.  Foto: michael bause
Durch das Programm der Sozialraumkoordination steht man den Bewohnern der Y-Häuser nun bei, nachdem sie aufgrund ihrer Wohnungen bei der Arbeitssuche benachteiligt wurden. Inzwischen können die Mieter über Aktivitäten des Familientreffs entscheiden.  Von
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Bickendorf

Ümmiye Keltepe plaudert fröhlich mit Hans Knevel, während sie Honig auf ihr Brötchen träufelt. Beim Frühstück im Familientreff am Ossendorfer Weg in Bickendorf beschäftigt die beiden Nachbarn eine Frage: Wie wäre es, wenn man vor der Siedlung, in der sie wohnen, eine Eisbude aufstellte? Schon lange wohnen sie in den Y-Häusern am Ossendorfer Weg, doch Kontakt haben die Nachbarn erst seit kurzem. Gemeinsam amüsieren sie sich über die Vorstellung, von der sie wissen, dass sie kaum zu realisieren ist. „Das Viertel hier am Ossendorfer Weg und der Mathias-Brüggen-Straße ist in den letzten Jahren wirklich zusammengerückt“, kommentiert Christian Baack die munteren Gespräche beim Mieterfrühstück. Der Sozialarbeiter ist als Quartiersmanager vor Ort, im Auftrag des freien Jugendhilfeträgers Outback-Stiftung. Diese hat 2006 die Sozialraumkoordination für den Bezirk Westend, Ossendorf und Bickendorf übernommen.

Die Y-Häuser, in denen viele einkommensschwache Familien und Menschen mit Migrationshintergrund zu Hause sind, galten lange als Problemfall, besonders seitdem der WDR 2000 den Film „Ohne Gang bist du nichts“ ausstrahlte, der über kriminelle Jugend-Banden im Viertel berichtet. Christian Baack und viele Mieter bezweifeln, dass er korrekt recherchiert war. Doch das Stigma blieb.

Benachteiligt wegen des Wohnortes

„Hier haben einige Menschen Jobs nicht bekommen, weil sie in den Y-Häusern zu Hause sind“, sagt Ümmiye Keltepe. Die Versuche einiger Träger von Gemeinwesenarbeit wie der Outback-Stiftung, etwas zu ändern, verliefen mangels langfristiger Finanzierung zunächst im Sand. Erst als die Wohlfahrtsverbände und der Stadtrat 2006 das Programm der Sozialraumkoordination auf den Weg gebracht hatten, wurden neue Kräfte mobilisiert, um den Menschen vor Ort beizustehen.

Viele junge Gärtner halfen beim Frühlingsfest, das die GAG gemeinsam mit dem Veedel e.V. und den Bewohnern des Wohnquartiers Y-Häuser veranstaltete, mit, die Blumenkübel vor den Häusern am Ossendorfer Weg 5 und an der Matthias Brüggen Straße 20 zu bepflanzen.
Viele junge Gärtner halfen beim Frühlingsfest, das die GAG gemeinsam mit dem Veedel e.V. und den Bewohnern des Wohnquartiers Y-Häuser veranstaltete, mit, die Blumenkübel vor den Häusern am Ossendorfer Weg 5 und an der Matthias Brüggen Straße 20 zu bepflanzen.
Foto: Esch

Die Outback-Stiftung übernahm im Auftrag der Stadt Köln die Sozialraumkoordination. Die Sozialraumkoordinatoren Christian Baack (2006-2009) und Thomas Wydra (seit 2009) knüpften Kontakte zu den Menschen und Trägern der Gemeinwesenarbeit und vernetzten sie. Ihre Arbeit mündete in ein Projekt mit Titel „Familienfreundlich füreinander, miteinander“, für das der Verein Veedel als Partner gewonnen werden konnte. Unter dessen Trägerschaft und mit Hilfe der Sozialraumkoordination gründete Christian Baack in einem leerstehenden Geschäftsraum am Ossendorfer Weg 5 im Jahr 2011 den Familientreff, in dem Veranstaltungen für die Mieter stattfinden. Welche genau, entscheiden die Bewohner der Y-Häuser. „Meine Aufgabe ist es vor allem, die Menschen bei ihren Ideen zu unterstützen. Mit meinen eigenen Vorstellungen halte ich mich zurück“, sagt Baack.

Wöchentliches Brainstormen

Zu einer Eisbude wird er den Menschen wohl selbst mit der Unterstützung seines Nachfolgers als Sozialraumkoordinator, Thomas Wydra, nicht verhelfen können. Aber beim Frühstück wurden schon viele Dinge geplant, die nicht zuletzt dank seines Netzwerkes Gestalt angenommen haben: Im Veranstaltungskalender stehen eine Bürgerberatung, ein Basteltreff, ein Fahrradkursus für Musliminnen, ein Schwimm- , ein Koch- und ein Musikkursus sowie eine Hausaufgaben-Betreuung für die Kinder – vor allem aber ist eine Gemeinschaft entstanden.

Gerade hat die Hausgemeinschaft einen Mieterrat gewählt, Ümmiye Keltepe und Hans Knevel gehören dazu. Der Treff am Mittwochmorgen bleibt Herzstück aller Aktivitäten. „Das ist für mich wie ein brodelnder Topf, da sprudeln die Einfälle nur so heraus“, sagt Christian Baack. Für ihr wöchentliches Brainstorming brauchen die Mieter nur ein wenig Aufschnitt, Marmelade und ein paar Brötchen. Die spendiert Sozialraumkoordinator Thomas Wydra.

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