26.08.2016
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Einkaufszentrum: Fitnesscenter für Quadra-Park

Quadra-Park

Jetzt hat das Werbeschild auch seine Berechtigung: Nach der Änderung des Bebauungsplans darf das Fitnesscenter in den Quadra-Park einziehen. (Bild: Vlaminck)

Bergheim-Quadrath-Ichendorf -

Der Ausschuss für Planung und Umwelt gab nun mit großer Mehrheit, aber gegen die Stimmen von Grünen und bma grünes Licht für eine Änderung des Bebauungsplans. „Wir wollen dort nun so schnell wie möglich auf rund 1800 Quadratmetern den Betrieb aufnehmen“, kündigt Kathrin Path von Fitness King an. Geplant sei ein 24-Stunden-Betrieb.

Der Entscheidung war eine lange Debatte vorausgegangen: Die Stadtverwaltung hatte von einer Änderung des Bebauungsplans abgeraten. Der Technische Beigeordnete Niels-Christian Schaffert verwies auf ein Schreiben des Investors, der für die Stadt das Einkaufszentrum „Bahnhofsarkaden“ entwickeln soll. Sollte in den Quadra-Park ein Fitnessstudio einziehen, hieß es, sei das für Bergheim wichtige Projekt Bahnhofsarkaden in Gefahr. Denn auch dort will sich ein Fitnesscenter ansiedeln. Konkurrenz in Quadrath-Ichendorf sei nicht erwünscht. „Wenn der Investor sagt, dass das ein wichtiger Mieter ist, von dem das gesamte Projekt abhängen könnte, müssen wir das glauben“, sagte Schaffert. Es gehe um etwa zehn bis 15 Prozent der Nutzfläche der Bahnhofsarkaden.

Baubeginn hat sich verzögert

Bei den meisten Politikern zog dieses Argument nicht, zumal sich der Investor der Bahnhofsarkaden - die Kölner Grundstücksentwicklungsgesellschaft H. H. Götsch KG (GEG) - in den letzten Monaten eher bedeckt hielt. Der Baubeginn, der bereits für das vorige Jahr angekündigt war, hat sich bereits verzögert, und mehrmals vertröstete die GEG Politik und Verwaltung mit einem Zwischenbericht, der nun für die Ratssitzung am 12. Juli angekündigt ist. Der Wunsch-Ankermieter Saturn hat sich bereits in Kerpen auf dem Falder / Bürrig-Gelände niedergelassen.

„Wenn wegen eines Fitnesscenters die Bahnhofsarkaden nicht gebaut werden - dann »armes Bergheim«“, sagte etwa Hermann-Josef Falterbaum (SPD). Es müsse auch mal etwas für Quadrath-Ichendorf, den größten Stadtteil in Bergheim, getan werden. Man könne nicht ewig auf die Bahnhofsarkaden warten und die Entwicklung in anderen Orten lähmen. Ähnlich äußerte sich der Sprecher der CDU, Franz-Josef Düchting: „Es ist schwer nachvollziehbar, dass die Bahnhofsarkaden von einem Fitnesscenter abhängen.“ Es sei ärgerlich, dass der Investor Ausschuss und Rat mit seinem Bericht immer wieder hinhalte. Der Grüne Peter Hirseler sprach von einem „Dilemma“. Doch sprach er sich klar für das Bergheimer Projekt aus. „Wir wollen die Bahnhofsarkaden.“

Wie stark die Chancen für den Bau der Bahnhofsarkaden nach der Entscheidung des Ausschusses gesunken sind, vermochte der Beigeordnete Schaffert nicht zu sagen. „Gestiegen sind sie jedenfalls nicht.“ Unmut wurde jedoch auch über den Investor im Quadra-Park geäußert. „Wenn dort schon seit Monaten das Werbeschild für das Fitnesscenter steht, obwohl es gar kein Baurecht gibt, fühle ich mich veräppelt“, sagte Manfred Schellin (SPD).


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