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Weihnachtsbäume: Kleine sind beliebter

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Die Bäume werden für den Transport in ein Netz verpackt. Foto: Britta Wonnemann
Die Suche nach dem perfekten Baum ist schwierig. Doch auf Hof Holtz hat man gute Chancen. Auf den Feldern der Familie stehen Hunderte Nordmanntannen, Blaufichten, auch einige Rotfichten. Schon im Oktober werden die ersten Bäume bestellt.  Von
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Elsdorf-Niederembt

Pia und Marvin sind unentschlossen. Ist dieser Baum nun schöner oder der andere? Mit ihrem Vater sehen sie sich, obwohl es regnet, die Tannen und Fichten auf Hof Holtz genau an. Schließlich ist ein Baum gefunden. Eine Nordmanntanne soll es sein. „Die hält länger und zwickt nicht“, meint der Vater. In diesem Jahr sei der Baum aber etwas kleiner als sonst und werde auch schon ein bisschen früher aufgestellt. „Nach Weihnachten fahren wir nämlich in Urlaub.“

„Wir haben auch einen Kunden, der den Baum immer mit in den Urlaub nimmt“, weiß Matthias Holtz, der mit seinem Vater Hubert die Stellung am Verkaufsstand auf dem Hof der Familie hält. Die Holzhütte ist mit Lichtern geschmückt, es gibt zum Aufwärmen Glühwein und Tee. Die Kunden fahren oft mit dem Kombi oder mit Anhänger vor. Matthias Holtz sägt den ausgewählten Baum ab und trägt ihn zum hydraulischen Einnetzgerät. Die Tanne gleitet durch, ist verpackt für den Transport. „Wer mag, kann den Baum auch selbst absägen, allerdings nicht mit der elektrischen Säge“, erklärt der Landwirt.

Matthias Holtz sorgt dafür, dass die Weihnachtsbäume gerade wachsen und die Spitze nicht zu lang wird.
Matthias Holtz sorgt dafür, dass die Weihnachtsbäume gerade wachsen und die Spitze nicht zu lang wird.
Foto: Britta Wonnemann

In dem Familienbetrieb am Ende der Kirchstraße werden seit 1992 Weihnachtsbäume angepflanzt. Matthias Holtz’ Großeltern hatten eher zufällig die Idee. Als Garagen angebaut wurden, mussten dafür Tannen weichen und wurden verkauft. Die Familie begann, auf einigen Feldern am Hof Nadelbäume zu pflanzen. „Mein Vater baute dort früher Zuckerrüben an, aber die Felder waren dann landwirtschaftlich nicht mehr so nutzbar“, sagt Matthias Holtz. Den Nadelgehölzen macht das nichts. Auf nährstoffarmen Böden wachsen sie langsamer und deshalb dichter.

Service

Wer einen vor der Haustür angebauten und frisch geschlagenen Baum haben möchte, bekommt ihn außer auf dem Hof Holtz in Elsdorf-Niederembt beispielsweise an folgenden Stellen: Gut Hohenholz, Kerpen-Türnich; Gut Sonnenberg und Gartenhof Becker, Pulheim-Stommeln; Gut Clarenhof, Frechen; Grenzhof, Dormagen-Stürzelberg; Spargelhof Feiser, Dormagen-Gohr-Broich; Forsthaus Londorf, Bornheim, das auch den Gutshof Eichholz in Wesseling beliefert
www.landservice.de

Heute stehen auf den Feldern Hunderte große und kleine Nordmanntannen, Blaufichten, auch einige Rotfichten. „Manche Leute stellen sich auch in der Adventszeit schon einen kleinen Baum hin“, hat Holtz festgestellt. „Da nehmen sie lieber eine Rotfichte, die ist günstiger“ – sozusagen als „Zweitbaum“.

Schon fährt das nächste Auto vor, ein Ehepaar steuert auf die Hütte zu. „Wir brauchen einen Baum.“ Holtz zeigt den beiden einige Exemplare, ein nicht zu großes wird ausgesucht. Wieder ist es eine Nordmanntanne. „Der ist schön, und die Nadeln pieksen nicht“, lautet das Argument.

Ist die Nordmanntanne denn am beliebtesten? „Das ist eigentlich ausgeglichen im Vergleich zur Blaufichte“, meint Holtz. Der Trend gehe inzwischen eher zu kleineren Weihnachtsbäumen. Familien jedoch kauften auch größere Tannen oder Fichten. „Im Durchschnitt sind die Bäume so 1,80 bis 2,40 Meter“, schätzt Hubert Holtz. „Die Leute haben oft eine genaue Vorstellung, wie hoch der Baum sein soll.“ Vor Ort seien dann aber viele erstaunt, wie klein eine Zwei-Meter-Tanne wirkt. Manche wollten einen Baum, der schön dicht ist, andere lieber ein stufiges Gehölz.

Matthias Holtz baut auch Kartoffeln, Weizen und Zuckerrüben an, daneben ist er mit den Weihnachtsbäumen das ganze Jahr über beschäftigt. Neue Bäume werden im März gepflanzt. Dann müssen sie erst einmal eine ganze Zeit lang wachsen, „und so nach vier Jahren fängt die Pflege an“. Wichtig sei, dass der Bestand nicht überwuchert werde. Sein Wissen hat sich der Landwirt mit Hilfe von Fachmagazinen angeeignet. So weiß er etwa, dass der Stumpf immer etwas freigeschnitten werden sollte, „damit der Baum Luft bekommt“. Er kennt Korrekturschnitte und sorgt dafür, dass die Spitzen der Bäume nicht zu lang werden.

Zwar startet der Weihnachtsbaumverkauf erst zwei Wochen vor dem Fest, aber schon Ende Oktober, Anfang November bekommt Familie Holtz Vorbestellungen. „Die Leute kommen vorbei und suchen sich einen Baum aus. Der wird dann mit einem gelben Zettel markiert“, erläutert Matthias Holtz. In den Tagen vor Weihnachten werden die Bäume dann abgeholt. Vater und Sohn gehen mit den Kunden ins Feld und sägen das ausgewählte Gehölz ab, kürzen es unter Umständen auch. „Meiner Frau ist wichtig, dass die Tanne frisch geschlagen ist“, meint ein Mann, der gerade den Baum abholt. Und wenn jemand das nicht selbst kann, wird der Weihnachtsbaum eben geliefert.

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