28.09.2016
Aktuelle Nachrichten aus Köln und der ganzen Welt

Entwicklung: Unterkünfte stehen leer

alte Volksschule

Im Herzen Köttingens gegenüber der Annakapelle mit ihrem kunstvollen Christuskorpus steht das alte Volksschulgebäude. (Bild: Komuth)

Erftstadt -

Gute Nachrichten konnte die Verwaltung im Ausschuss für öffentliche Ordnung verkünden. „Durch die intensive Betreuung der Obdachlosen in Verbindung mit dem Bau des Objektes Ahremer Lichweg 3 sind im Bereich der Obdachlosenunterkünfte in den dafür vorgehaltenen Wohnhäusern Überkapazitäten entstanden." Im Klartext: Wohnungen und Häuser stehen leer und können anderweitig verwendet oder verkauft werden, wodurch die Stadt Geld einnimmt. Für die Stadt entfallen daher Mietzahlungen aus dem Haushalt an den Eigenbetrieb Immobilienwirtschaft von rund 80 000 Euro. Und darin sind noch nicht die Betriebskosten (Strom, Wasser, Heizung) enthalten, die künftig ebenfalls entfallen.

Der Eigenbetrieb Immobilienwirtschaft hat je nach Bedarf die Häuser, die das Rechts- und Ordnungsamt aufgegeben hat, anderweitig genutzt. Frei wurden, beginnend im Jahr 2009, die Liblarer Häuser Bahnhofstraße 124 und 134 sowie Spickweg 11, außerdem das an der Karolingerstraße 3 in Bliesheim. Das Gebäude Spickweg 12 soll zum Ende des Jahres aufgegeben werden. Seit Mitte 2010 sind keine Obdachlosen mehr im Objekt Spickweg 11 untergebracht. Lediglich zwei Wohnungen sind noch vermietet. Die Mietverhältnisse sind zum 31. Mai kommenden Jahres gekündigt worden.

Ab dem Jahr 2012 müssen auch am Spickweg 12 keine Obdachlosen mehr untergebracht werden. Da beide Objekte am Spickweg einen Sanierungsstau aufwiesen, der hohe Investitionen erforderlich mache, werde empfohlen, sie nicht zu sanieren, sondern abzureißen. Parallel hierzu solle durch Aufstellung eines Bebauungsplanes Baurecht geschaffen werden, um die Grundstücke vermarkten zu können. Durch Hinzunahme von Hinterland, das durch den Abriss zugänglich würde, ständen rund 3000 Quadratmeter neues Bauland zur Verfügung.Die Häuser Bahnhofstraße 124 und 134, ebenfalls in Liblar, wurden bereits abgebrochen. Die Grundstücke dienen derzeit als Parkplatz für die Pendler, die zum nahen Bahnhof müssen. Das Gebäude Karolinger Straße 3 wurde verkauft.

Offen hingegen ist die Zukunft des Hauses in der Köttinger Ortsmitte, Peter-May-Straße 106. Seit Monaten steht der Backsteinbau in der markanten S-Kurve neben dem Annaplatz und gegenüber der Anna-Kapelle leer. Das Haus diente in früheren Jahren als Volksschule. Der Bau, der nicht unter Denkmalschutz steht, prägt laut Verwaltung noch immer den alten Ortskern mit. Ein Abbruch solle nach Möglichkeit vermieden werden. Das Objekt (Baujahr 1900) befinde sich allerdings in „nicht vermietbarem Zustand“. Um das Haus weiter nutzen zu können, sei eine umfangreiche Sanierung erforderlich. Dazu zählten der Einbau einer Heizung, Austausch der einfach verglasten Fenster, die Erneuerung der Bäder, neue Leitungen und eine Dachsanierung. Die Kosten werden auf etwa 400 000 Euro geschätzt. Fraglich sei aber, ob die Investition sich rentiere. Denn letztlich ständen nur 220 Quadratmeter vermietbare Wohnfläche zur Verfügung. Die Verwaltung empfiehlt daher, das Objekt zu verkaufen.

„Ob Sanierung oder Verkauf, wichtig ist für mich, dass das Haus stehen und erhalten bleibt“, betont Köttingens Ortsbürgermeister Alfred Zimmermann. „Das Haus ist ein wichtiges Zeugnis der Ortsgeschichte. Es hat einst die erste Volksschule des Ortes beherbergt, bevor der Unterricht dann aus Platzmangel in das Gebäude am Kirchplatz verlagert wurde.“ Über das Thema Obdachlosenunterkünfte wird demnächst weiter beraten, und zwar im Betriebsausschuss Immobilienwirtschaft am 20. September, 18 Uhr, im Liblarer Rathaus.


Neue Nachrichten

Wir haben neue Artikel für Sie. Möchten Sie jetzt die aktuelle Startseite laden?