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Christbaumschmuck: 3000 Schätze im Weihnachtszimmer

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Der ganze Stolz von Dorit Holzheimer ist ein Puppenhaus.  Foto: Katharina Blass
Bei Dorit Holzheimer herrscht das ganze Jahr über eine weihnachtliche Vorfreude. Die Erftstädterin sammelt Weihnachtsschmuck. Bis heute füllen rund 3000 Kugeln und Weihnachtsaccessoires ihren Schrank.  Von
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Der Stress ist vorbei. Die Vorbereitungen sind abgeschlossen und vor uns liegen reichlich freie Tage. Es ist Weihnachten. Der Heilige Abend ist der Tag im Jahr, an dem sich ungezügelt Behaglichkeit, Ruhe und Frieden zelebrieren lassen. Kinder freuen sich auf die Geschenke und genießen die festliche Atmosphäre zu Hause. Eltern und Großeltern verwöhnen die Familie mit köstlichem Essen und liebevoller Dekoration. Gemeinsam sitzt man zusammen im Wohnzimmer und genießt die auferlegte Friedfertigkeit. Von solchen Erinnerungen zehren viele Menschen bis weit in das kommende Jahr hinein und freuen sich kurz nach dem Fest bereits wieder auf die Adventszeit.

Die antiken Kugeln findet Holzheimer auf Flohmärkten.
Die antiken Kugeln findet Holzheimer auf Flohmärkten.
Foto: Katharina Blass

Um die Zeit bis dahin zu überbrücken, beschäftigt sich zum Beispiel Dorit Holzheimer aus Erftstadt mit Christbaumschmuck. „Ich erinnere mich gern an das Weihnachtsfest in meiner Kindheit“, sagt die 72-Jährige. Ihre Mutter habe damals den Baum im Wohnzimmer immer in Silber gehalten. „Alle Kugeln in einer Farbe, das sah herrlich aus“, sagt Dorit Holzheimer. Sie selbst habe als Mutter von zwei Kindern den eigenen Baum später in Rot geschmückt. „Ich wollte es ein bisschen anders machen als meine Mutter.“ Von ihr übernahm Holzheimer vor 35 Jahren die ersten Christbaumkugeln in ihre Sammlung. „Viele sind ganz individuell gestaltet“, sagt sie. Bis heute füllen rund 3000 Kugeln und Weihnachtsaccessoires ihren Schrank. Oben unter dem Dach im zweiten Stockwerk hortet sie ihre Schätze in einem eigenen „Weihnachtszimmer“.

Ganz empfindlich sind die Girlanden aus feinem Glas.
Ganz empfindlich sind die Girlanden aus feinem Glas.
Foto: Katharina Blass

„Einige sind bis zu 100 Jahre alt“, sagte Holzheimer stolz. Das sind die Kugeln aus ganz feinem Glas, die ihre Sammlung zieren. Der Gablonzer Christbaumschmuck ist unter Experten etwas ganz Besonderes. Der in Gablonz im heutigen Tschechien entwickelte mundgeblasene Glasperlenschmuck hat eine jahrhundertealte Tradition. Kistenweise besitzt Holzheimer den Schmuck, den sie selbst auf die 20er bis 50er Jahre datiert. „Ganz genau weiß ich es nicht, aber ich will es auch nicht wissen, ich freue mich an den Dingen, das reicht mir“, sagt Holzheimer, die sich auf keinen Fall als fanatische Sammlerin sieht. „Ich mache gerne Schnäppchen und stöbere auf Flohmärkten, ich gebe nicht viel Geld für mein Hobby aus.“

Rund 3000 Einzelteile, darunter diese Engelchen aus Porzellan, zieren die Sammlung von Dorit Holzheimer. BILDER_ Blass
Rund 3000 Einzelteile, darunter diese Engelchen aus Porzellan, zieren die Sammlung von Dorit Holzheimer.
Foto: Katharina Blass

Sie und ihr Mann haben zwei Kinder und drei Enkelkinder. „Mit Kindern erlebt man Weihnachten einfach anders“, sagt die Mutter und Großmutter. Alleine mit dem Plätzchenbacken könnte sie ihre ganze Familie in Hochstimmung versetzen. Lange Jahre führte sie außerdem einen Handarbeitsladen, dort war in der Adventszeit immer viel los. „Wir haben Kränze gemacht und gebastelt, das fehlt mir heute ein bisschen“, sagt Holzheimer. Deshalb bringt sie sich heute mit ihren Weihnachtslieblingen in Stimmung. Die gesamte obere Etage hängt voll mit Gestecken aus Kugeln und Christbaumspitzen.

Gusseiserne Christbaumständer zieren die Wohnung.
Gusseiserne Christbaumständer zieren die Wohnung.
Foto: Katharina Blass

Ein weiterer Teil ihrer Sammlung sind die Christbaumständer. Auch die bekommt sie immer wieder auf Flohmärkten. Aus grünem Gusseisen sind sie geformt und stammen ebenfalls aus den 50er Jahren, Rund 40 Ständer dieser Art besitzt sie und verziert sie gerne mit Kerzen und Tannenzweigen. Auch Christbaumschmuck aus Uruguay und Mexiko, den sie von ihren Ferienreisen mitgebracht hat, ziert ihre Sammlung. Das persönliche Herzstück von Dorit Holzheimer ist ein Puppenhaus, das sie zur Weihnachtszeit im Wohnzimmer aufstellt. Als Kind bekam sie das Haus geschenkt. „Damals war es schon gebraucht, nicht neu“, sagte sie. Auch das Häuschen ist weihnachtlich geschmückt. Außen liegen kleine Holzscheite gestapelt vor der Haustür, kleine Nikolausschuhe zieren die Balkonbepflanzung. Innen ist ein Weihnachtsbaum sammt Schmuck drapiert, davor liegen kleine Geschenke, Bücher und Süßigkeiten. „Vieles davon habe ich selbst gemacht“, sagt Holzheimer. Die Straßenlaterne und die Baumbeleuchtung sind abends angeschaltet, und das Puppenhaus sieht dann wirklich bewohnt aus.

In diesem Jahr schmückt Dorit Holzheimer ihren Weihnachtsbaum wieder ganz in Silber. „Die Kinder sind ja weg, da kann man noch mal was anderes machen“, sagte sie. Es seien oft die Kinder, die an den einmal etablierten Traditionen festhalten. Ganze 400 Kugeln will sie auf der Tanne unterbringen.Der ganze Stolz von Dorit Holzheimer ist ein Puppenhaus.

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