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Gewinne mit Windkraft

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Dieses Windrad am Ortsrand von Erp war 2004 aufgestellt worden. Baugleiche Modelle sollen im selben Windpark errichtet werden. Die Montage ist für die Sommermonate geplant.  Foto: Komuth
Die Firma "Melius-Energie GmbH" sieht ihr Projekt, die Bürger von Erp in Form einer Genossenschaft am Bau von zwei Windkrafträdern zu beteiligen positiv. Rund 200 Menschen wollen mitmachen.  Von
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Erftstadt-Erp

Auf einem guten Weg sieht die Firma „Melius-Energie GmbH“ ihr Projekt, auf einem Feld bei Erp zwei Windräder aufzustellen und Bürger in Form einer Genossenschaft zu beteiligen. „Es gibt bereits mehrere Hundert Interessenten, die sich auf einer Internetseite eingetragen haben“, erklärt Thomas Klodt, einer der beiden Geschäftsführer der Firma Melius. Das gesamte Investitionsvolumen schätzt Klodt auf etwa 2,5 Millionen Euro. Wer der Genossenschaft beitreten wolle, um am Gewinn aus dem Verkauf des Stroms beteiligt zu werden, könne ab 1000 Euro dabei sein.

Klodt schätzt, dass etwa 200 Bürger mitmachen. Das Eigenkapital für das Projekt müsse 500 000 Euro betragen. Der größte Teil des Finanzvolumens werde über Kredite finanziert. Wer sich beteilige, solle natürlich auch davon profitieren. Etwa in Form von billigerem Strom.

Weit weg von Bebauung

In Lichtenau funktioniere dieses Genossenschaftsmodell bereits. In der westfälischen Stadt drehen sich laut Klodt bereits mehr als 100 Windräder – Spitzenwert in Nordrhein-Westfalen. Ein Teil des Stroms wird von einem örtlichen Unternehmen direkt an die Bürger vertrieben. Neben der Windkraft sorgen mehr als 600 Fotovoltaik-Dachanlagen für regenerative Energie. Zusammen liefern Wind und Sonne über 120 Prozent des örtlichen Stromverbrauchs und mehr als 40 Prozent des gesamten Energiebedarfs.

Die beiden Windräder sollen neben denen platziert werden, die bereits auf einem Acker zwischen Erp und Nörvenich stehen. „Weit weg von der Bebauung in Erp und Nörvenich-Pingsheim“, so Klodt. Die neuen Anlagen würden optisch den vorhandenen acht Windrädern angepasst und auch vom gleichen Hersteller, der Firma Enercon aus Aurich, produziert. Neue und vorhandene Anlagen bildeten eine optische Einheit als zusammenhängender Windpark.
Die geplanten Anlagen sollen jeweils auf eine Leistung von 800 Kilowatt ausgelegt sein. Die Nabenhöhe liegt bei 73 Metern, der Rotordurchmesser beträgt 53 Metern. Höher dürften sie laut Klodt wegen des Nörvenicher Flugplatzes nicht sein. Wenn es beim Genehmigungsverfahren keine Probleme gebe, könnten die Windräder im Laufe des nächsten Sommers aufgestellt werden.

Die Offenlage der Unterlagen im Rahmen einer Änderung des Flächennutzungsplanes habe am 13. Dezember geendet. Bei entsprechenden Untersuchungen sei auch sichergestellt worden, dass es auf dem Acker keine Bodendenkmäler gebe und die Windräder nicht das Flugradar beeinträchtigten.
Die Firma Melius geht davon aus, dass am 19. Februar der Ausschuss für Stadtentwicklung den Feststellungsbeschluss empfehlen und der Stadtrat diesen auf seiner Sitzung am 12. März fassen wird. Die Änderung des Flächennutzungsplans wäre dann durch die ortsübliche Veröffentlichung auch rechtskräftig. Im Anschluss will Melius einen Genehmigungsantrag einreichen. Klodt: „Positive Vorgespräche hierzu haben schon stattgefunden.“

www.buergerwind-erftstadt.de

www.kommunal-erneuerbar.de

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