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Keller in Köttingen: Rätselhaften Schutzraum gefunden

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Selbst ist der Mann: Marc Wietheger hat mit der Renovierung des alten Klassenzimmers noch allerhand zu tun.
Selbst ist der Mann: Marc Wietheger hat mit der Renovierung des alten Klassenzimmers noch allerhand zu tun.
Foto: Reinartz
Erftstadt-Köttingen

Das sieht nach viel Arbeit aus. Und es staubt gewaltig: Marc Wietheger und Meike Hoffmann klopfen den Putz von den Wänden, sie entfernen teilweise die Bodenbeläge und nachträglich eingezogene Zwischenmauern. Das junge Architektenpaar, das derzeit ein Büro in Köln betreibt, hat die alte Volksschule in Köttingen erworben. In dem Backsteingebäude, das sich an der Peter-May-Straße gegenüber der Anna-Kapelle befindet, wollen die beiden später selbst wohnen. Dafür richten sie das alte Rektorenhaus inklusive der Räume im Obergeschoss her. Im alten Klassenzimmer nebenan wollen die beiden ein Büro für Baudokumentation einrichten.

Alte Schule von der Stadt gekauft

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Das ehemalige Schulgebäude haben sie von der Stadt Erftstadt erworben, die zuvor lange vergeblich versucht hatte, die Immobilie zu veräußern. Die Politik hatte schon vor einiger Zeit grünes Licht für den Verkauf des Hauses gegeben, das seit 2010 leer stand. Jetzt sind auch die Formalien erledigt. "Es ist alles in trockenen Tüchern", sagte die städtische Pressesprecherin Margret Leder. Zum Kaufpreis wollten sich weder die Stadt noch die neuen Eigentümer äußern.

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Marc Wietheger kennt sich auch mit der Geschichte des Gebäudes gut aus. Der Bau datiert auf das Jahr 1889, einige Jahrzehnte später kam das Obergeschoss hinzu. Nachdem das Gebäude für den Schulunterricht ausgedient hatte, wurden mehrere Wohnungen eingerichtet. Diese Unterteilungen haben die neuen Eigentümer nun rückgängig gemacht. "So ist auch der ursprüngliche Charakter des Klassenzimmers wieder erkennbar", erläuterte Wietheger.

Neue Außendämmung kommt nicht in Frage

Überhaupt wollen die Käufer wieder so nahe an den Originalzustand heran wie möglich. Eine neue Außendämmung kommt für Wietheger deswegen nicht infrage. "Dadurch würde die Eigenart des Backsteinbaus vollständig zerstört", meinte der Architekt.

Dennoch soll sich der Charme des Altbaus mit zeitgemäßen Elementen verbinden. "Früher wurde hier mit Kohleöfen geheizt, wir werden jetzt eine moderne Gasheizung einbauen", so Wietheger. Vor einem Monat haben die Eheleute mit dem Umbau angefangen. Wenn alles gut läuft, soll im kommenden Frühjahr alles fertig sein. Auf ein paar Eigentümlichkeiten sind die Bauherren schon gestoßen.

Ausgaben des „Kölner Stadt-Anzeiger“ von 1953

"Die Zwischenräume an den Türzargen waren, wie es früher durchaus üblich war, mit alten Zeitungen ausgestopft", berichtete Wietheger. Dort fand er Ausgaben des "Kölner Stadt-Anzeiger" aus dem Jahr 1953. Ein weiteres Kuriosum: Im Innenhof des Hauses befindet sich ein Nebengebäude, in dem früher Gefängniszellen untergebracht waren. Rätsel gibt den Käufern eine zugemauerte Tür im Keller auf. Dort gibt es auch eine zugeschüttete Treppe und Hinweise auf einen "Schutzraum für Personen", wie an der Wand zu lesen ist. Meike Hoffmann: "Vielleicht kann uns ja jemand aus Köttingen helfen, was es damit auf sich hat."

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