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Herrlich kölsch: Von der Algarve bis nach Schlesien

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Mit dem „J“ ist es im kölschen nicht ganz so einfach. Foto: Privat
Eine regelrechte Lawine von Zuschriften erreichte die Redaktion des „Kölner Stadt-Anzeiger“ in Frechen, nachdem am Dienstag der Bericht über den Streit zwischen Kölsch-Purist Schiefer und der „Akademie für uns kölsche Sproch“ erschienen war.  Von
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Die weiteste Zuschrift kam von der Algarve in Portugal: „Ich kunnt datt alles leese und ett loos sich herrlich kölsch. Su richtig ussem Hezze, denn datt hann ich mer no 20 joor, wo ich em Usland leve, noch obgehove“. Wie Eva Pinto („enne hezzliche leve jroos no kölle“) auf der iberischen Halbinsel waren die Leser begeistert von der Geschichte über den Kölsch-Puristen Hanjo Schiefer aus Erftstadt, der sich seit Jahrzehnten mit „Dem leeven J“ befasst.

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Eine regelrechte Lawine von Zuschriften und E-Mails erreichte die Redaktion des „Kölner Stadt-Anzeiger“ in Frechen, nachdem am Dienstag der Bericht über Schiefer erschienen war. Der Kölsch-Purist erläutert darin, wie er schon lange im Clinch liegt mit der „Akademie für uns kölsche Sproch“. Und zwar geht es in dem „Glaubenskrieg“ um „J“, nicht den lieben, sondern den Buchstaben. Zig Leser sind unserem Aufruf gefolgt und haben die zehn Sprüche, die Schiefer auf Kölsch formuliert hatte, nach bestem Wissen und Gewissen ins Hochdeutsche übersetzt. Das hat meistens geklappt, nur selten war ein Ausrutscher dabei. „Leever en Fleech em Postelinglade als wie nen Elefant en der Zupp“ heißt natürlich nicht „Lieber eine Flasche im Porzellanladen ...“, sondern gemeint ist eine Fliege.

Leserin Irmgard Runge ist sich nicht ganz sicher, was unter „Wie kann ich wesse, wat ich denke, ih dat ich höre, wat ich schwade“ zu verstehen ist. Sie vermutet zuRecht, dass dies eine Entschuldigung sein könnte, wenn man „dummes Zeug“ geredet hat. Mit dem Spruch „Et jid derer, die halden zehn Rede, ävver kei Woot“ hat sie eigene Erfahrungen gemacht. „Manchmal denke ich, seit über 50 Jahren gerne in Köln und Umgebung lebend, das ist doch eine wahre Eigenschaft der Kölner – sorry“. Ihre Meinung insgesamt: Für Kölner, die ihres Dialektes sicher sind, ist es egal, ob „J“ oder „G“ geschrieben wird. Die Kölner sprechen es eben richtig aus. Willy Pütz ist begeistert von den „Lebensweisheiten“ des Hanjo Schiefer und teilt uneingeschränkt dessen Schreibweise „mit dem lieben J“. Pütz ist gebürtiger Ehrenfelder (Ihrefelder) und wohnt seit Jahrzehnten in Brühl-Kierberg. Bis auf den Disput um das „J“ ist er tolerant.

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Er schätzt die Einrichtung der „Akademie för uns kölsche Sproch“ sehr. Sie hat seiner Meinung nach viel für die „Akzeptanz“ und die Wiederbelebung der kölschen Mundart beigetragen. Dies schließt aber, so Pütz, nicht aus, dass es unterschiedliche Schreibweisen gibt. Jakob Gräf aus Siegburg schreibt: „Die Geburt Hanjo Schiefers in Schlesien als Makel zu bezeichnen, war sicher nicht ernst gemeint. Er stammt schließlich aus einer Kölner Familie und kam nur zufällig nicht in Köln zur Welt. Jürgen Becker hat einmal sehr zutreffend bemerkt, den Geburtsort als eigene Leistung darzustellen sei absurd, weil man ihn nicht beeinflussen könne."

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