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Lärmwall: Schutzwand zu kurz geplant?

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Anwohner in Blessem sind über den Landesbetrieb Straßen verärgert. Die Behörde hatte mehr Lärmschutz angekündigt, aber eine Schutzwand nur nördlich des Sportplatzes am Elisabethenweg geplant. Im Süden bleibt es laut. Foto: Dr. Horst Komuth
Anwohner in Blessem sind über den Landesbetrieb Straßen verärgert. Die Behörde hatte mehr Lärmschutz angekündigt, aber eine Schutzwand nur nördlich des Sportplatzes am Elisabethenweg geplant. Im Süden bleibt es laut.  Von
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Erftstadt-Blessem

Mehr Lärmschutz hat der Landesbetrieb Straßen den Bürgern in Blessem angekündigt. Doch soll die Schutzwand entlang der Autobahn nur im Bereich nördlich des Sportplatzes am Elisabethenweg gebaut werden. Genau darüber aber sind Anwohner im südlichen Ortsbereich erbost. Denn die Pläne des Landesbetriebs bedeuten für sie, dass das Wohngebiet Von-Stephan-Straße, Von-Leibniz-Straße und Reinoldweg unverändert den Lärm aus Richtung Autobahn ertragen muss. Viele empörte Bürger trugen sich bereits in eine Unterschriftenliste ein und fordern beim Lärmschutz eine Gleichbehandlung der Bürger.

„Die Bürger haben völlig recht. Auch ich hatte erst auf dem Informationsabend des Landesbetriebs erfahren, dass die Schutzwand nicht entlang der kompletten Strecke an Blessem vorbeiführen soll“, sagt Ortsbürgermeister Helmut Zimmermann. Er wandte sich an Edgar Klein, Leitender Landesbaudirektor des Landesbetriebs, und bat um einen Ortstermin.

„Alle profitieren“

„Ich habe großes Verständnis für die Enttäuschung der Bürger“, sagt Bernd Egenter, Planungsleiter beim Landesbetrieb. Doch er sei an Vorschriften gebunden. „Irgendwo gibt es eine Grenze für das, was wir tun können“, erklärt er. Die Wohngebiete im südlichen Bereich lägen weniger nah an der Autobahn als der Bereich nördlich des Sportplatzes. Der Landesbetrieb könne nicht bauen, wie er wolle. „Die Investitionen müssen gerechtfertigt sein, der Gesetzeslage entsprechen und im Nachhinein Prüfungen des Bundesrechnungshofes standhalten.“ Zudem würden alle Blessemer von der neuen Schutzwand profitieren. Die Kosten für eine Verlängerung der Wand um etwa 400 Meter beziffert Egenter auf ungefähr 350 000 Euro. Der südliche Wohnbereich von Blessem sei durch einen Erdwall etwas geschützt. Das Bauwerk stamme aus Erdaushub der Stadt. „Vielleicht sieht die Kommune eine Möglichkeit, dort mehr Erde aufzuschütten“, sagt Egenter. Das solle zwar geprüft werden, meint Ortsbürgermeister Zimmermann, „Aber die Verlängerung der Schutzwand muss auf der Tagesordnung bleiben.

„Keine Flickschusterei“

Die Kosten liegen ohnehin bei knapp zwei Millionen Euro. Da muss es auch möglich sein, das Geld für den kompletten Schallschutz aufzubringen.“ Ein kompletter Lärmschutz werde auch beim Regionalrat thematisiert, kündigte deren Mitglied Heinz Küpper an. „Wir werden in Blessem keine Flickschusterei zulassen und drängen auf einen baldigen Ortstermin mit dem Landesbetrieb“, so Küpper, der auch Kreistagsmitglied ist. Die Stadtverwaltung will zunächst keine Zusage für ein Aufschütten des Erdwalls machen. Der Landesbetrieb sei beim Lärmschutz am Zug.

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