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Schulentwicklung: SPD für Elternbefragung

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Die Grundschule in Bliesheim. Foto: Michael Greuel
Der Erftstädter Schulentwicklungsplan soll fortgeschrieben werden. Nach dem Willen der SPD sollen alle Eltern nach ihren Vorstellungen befragt werden. Die Schülerzahl in Erftstadt sinkt, in den Nachbarkommunen dagegen steigt sie.  Von
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Die SPD setzt sich dafür ein, dass in Erftstadt alle Eltern nach ihren Vorstellungen und Wünschen für ein bestmögliches Bildungsangebot befragt werden. Das kündigte Fraktionschef Bernd Bohlen auf einer Pressekonferenz an. Die Partei hatte zuvor einen Arbeitskreis Schule wie auch die Fortschreibung des Schulentwicklungsplans gefordert.

Die Schülerzahl sinke, die in den Nachbarkommunen hingegen steige. Als die SPD-Fraktion das Thema im Dezember 2008 zum ersten Mal aufgegriffen habe, hätten gerade mal 800 Kinder und Jugendliche weiterführende Schulen außerhalb der Stadt besucht. Inzwischen seien es an die 1100. Vor 13 Jahren seien es nur gut 400 gewesen. Heute besucht fast jeder vierte Erftstädter eine weiterführende Schule außerhalb der Stadt, vor acht Jahren sei es gerade noch jeder zehnte gewesen. Das dreigliedrige Schulsystem habe sich in Erftstadt bewährt. Das pädagogische Konzept stimmt.

„Die Zeit, tatenlos zuzusehen, ist vorbei.“

Ute Junker, Vorsitzende des Schulausschusses

Die beiden Realschulen seien gut aufgestellt. Die Liblarer Realschule gehöre zu den größten im Kreis. Beide Gymnasien stünden hingegen unter erheblichem Druck. Die Konkurrenz in den Nachbarstädten sei groß. Gymnasien wie etwa St. Ursula in Brühl oder das Europagymnasium in Kerpen böten pädagogische Konzepte, die auf immer größere Nachfrage stießen. Die Gymnasien in Erftstadt stünden auch in Konkurrenz zu den Gesamtschulen in Weilerswist und Brühl. Die geplante Gesamtschule in Hürth werde weitere Schüler aus Erftstadt abziehen.

„Die Zeit, tatenlos zuzusehen, ist vorbei“, sagte Ute Junker, Vorsitzende des Schulausschusses. Die Abwanderung halte nicht nur an, sondern sie steige stetig. Das Problem sei über die Jahre hinweg vor allem von den Schulen, aber auch Teilen der Verwaltung und Teilen des Rates nie ernsthaft in Angriff genommen worden, kritisierte Bohlen.

Insbesondere die beiden Gymnasien hätten immer wieder versucht, die Entwicklung herunterzuspielen. Die Kosten für die Fortschreibung des Schulentwicklungsplans (etwa 20 000 bis 30 000 Euro) müssten im Haushalt 2014 eingesetzt werden. Veränderungen werde es auch bei den Grundschulen geben.

Bis zum Jahr 2020 sinke die Zahl der Grundschüler um 15 Prozent, die der Jugendlichen zwischen zehn und 19 Jahren gehe gar um 30 Prozent zurück. Das habe Auswirkungen auf den Bestand aller Schulen. Es dürfe nicht dem Zufall überlassen sein, welche Grundschule bestehen bleibe. Für Bohlen ist klar, dass es 2025 keine zwei Schulzentren mehr in der Stadt gebe und nur noch ein Gymnasium und eine Realschule bestünden.

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