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Ist bio besser?: Die Angst vor Rückständen im Essen

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Rückstände in Lebensmitteln sind selten gefährlich - riskant können sie nach Einschätzung von Verbraucherschützern aber werden, wenn sich viele Stoffe in einem Produkt summieren. Foto: dpa-tmn
Mit Pestiziden belastetes Gemüse, Rinderhack mit Pferdefleisch-Anteil, dioxinverseuchte Eier: Der nächste Lebensmittelskandal kommt bestimmt. Was können wir da noch bedenkenlos essen? Alles, beschwichtigen die einen. Nur Bio, raten die anderen.
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Viele Bürger fühlen sich durch ihr tägliches Essen gefährdet. Theoretisch finden sich in jedem Nahrungsmittel Stoffe, die in bestimmten Mengen giftig sein können. Gemeint sind damit aber nicht unbedingt Giftstoffe, die durch den Menschen in die Nahrung gelangen. „Man kann sich auch mit Gewürzen oder Lakritze vergiften“, sagt Prof. Andreas Hensel, Präsident des Bundesinstituts für Risikobewertung in Berlin.

Trotzdem sind sie da, die Stoffe, die Verbrauchern Angst machen. Dazu gehören auch geduldete Zusatzstoffe zur Konservierung oder Rückstände beispielsweise von Pestiziden und Weichmachern. Besorgte Bürger rufen dann gerne bei einer der Verbraucherzentralen an. „Aus unserer Sicht sind Pestizidrückstände nicht das höchste Risiko im Nahrungsmittelbereich“, sagt Frank Waskow von der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen. So habe es in den vergangenen Jahren viel seltener Überschreitungen der Höchstgrenzen gegeben. Immer häufige kämen jedoch Mehrfachrückstände vor.

15 unterschiedliche Pestizide auf Trauben

100-prozentig sicher sind auch Bioprodukte nicht - bei einer Untersuchung hatten immerhin 87 Prozent keine Pestizidrückstände.
100-prozentig sicher sind auch Bioprodukte nicht - bei einer Untersuchung hatten immerhin 87 Prozent keine Pestizidrückstände.
Foto: dpa

„Gerade bei Pestiziden wird nur der einzelne Wirkstoff angeschaut“, kritisiert Christiane Huxdorff von der Umweltschutzorganisation Greenpeace. „Es wird nicht bewertet, wie sich mehrere Pestizide zusammen auswirken.“ Auf Trauben hat Greenpeace beispielsweise Rückstände von 15 unterschiedlichen Pestiziden festgestellt. „Da ist wirklich noch Handlungsbedarf.“ Als Positivbeispiel nennt sie die Summengrenzwerte für Trinkwasser.

In Sachen Weichmacher gebe es dagegen noch einiges zu tun, ergänzt Waskow. Zu den am häufigsten eingesetzten gehört DEHP, etwa, um den Gummi in Schraubglasdeckeln geschmeidig zu halten. Er steht unter anderem im Verdacht, Diabetes und Asthma hervorzurufen. In Spielzeug ist DEHP schon verboten. In Essensverpackungen wird er noch immer eingesetzt. „Weichmacher gehen gerne dahin, wo Fett ist“, warnt sie.

Angstmacher Konservierungsstoffe

Ein anderer Angstmacher sind Konservierungsstoffe. Viele Verbraucher meiden mittlerweile Produkte mit nummerierten Inhaltsstoffen, denen der Buchstabe E vorangestellt wird. „Deswegen geht der Trend dahin, dass Hersteller chemische Konservierungsstoffe aus ihren Produkten verbannen“, hat Waskow beobachtet. Im Allgemeinen stellen Konservierungsstoffe aber kein gesundheitliches Risiko dar.

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Um Verbraucher vor gesundheitsschädlichen Nebenwirkungen von Nahrungsmittelzusätzen zu schützen, werden Grenzwerte formuliert. Die sind in der Regel so niedrig angesetzt, dass eine enorme Überschreitung der Werte nötig ist, um dem Körper zu schaden. „Gesetzlich festgelegte Grenzwerte beschreiben nicht die Grenze zwischen giftig und nicht giftig“, erklärt Hensel. „Es sind politisch gemachte Handelsstandards, die aber selbstverständlich gesundheitliche Aspekte berücksichtigen.“

Auch Bio-Lebensmittel nicht 100-prozentig sicher

Wer auch auf die gesetzlich erlaubten Mengen verzichten will, hat einige Möglichkeiten. „Je mehr Verarbeitungsschritte für ein Nahrungsmittel nötig sind und je aufwendiger es produziert wurde, umso mehr Hilfsstoffe wurden eingesetzt“, sagt Huxdorff.

Um Rückstände von Pestiziden zu umgehen, sollten möglichst viele Biolebensmittel im Einkaufswagen landen. 100-prozentig sicher ist auch das nicht - aber immerhin 87 Prozent der untersuchten Bioprodukte aus Deutschland hatten keine Pestizidrückstände, der Rest zeigte nur geringe Spuren, so eine Greenpeace-Studie. (dpa)

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Quelle: Onmeda

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