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Amtsgericht Euskirchen: Angeklagter bestreitet sexuellen Übergriff

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Ein 23-jähriger Mann aus Euskirchen ist vor dem Landgericht Euskirchen wegen sexueller Nötigung angeklagt worden. Foto: imago stock&people
Ein 23-jähriger Mann muss sich vor dem Euskirchener Amtsgericht gegen den Vorwurf der sexuellen Nötigung verteidigen. Der Angeklagte soll eine junge Frau in seinem Auto bedrängt haben. Er bestreitet die Vorwürfe. Die Indizien sprechen gegen ihn.  Von
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Zum Auftakt der Verhandlung nahm der Richter den Angeklagten erst einmal ins Gebet.

„Wenn man sich die Akten anschaut, dann zeichnet sich hier ein gewisser Sachverhalt ab“, so erklärte Dr. Wolfgang Schmitz-Jansen dem 23-Jährigen auf der Anklagebank. Ein Geständnis, so der Richter, würde sich nur dann strafmildernd auswirken, wenn nicht erst alle Zeugen hätten aussagen müssen.

Unter den Slip gegriffen

Der Angeklagte, der wegen sexueller Nötigung angeklagt ist, hielt jedoch an seiner Version der Ereignisse fest. Der Tathergang, der dem Mann vorgeworfen wurde, spielte sich am 27. Juli 2012 ab. Der Weilerswister soll eine Bekannte gemeinsam mit deren Freund hinter dem Bahnhof getroffen haben. Man saß eine Zeit lang im Auto zusammen, sprach miteinander und trennte sich in Freundschaft.

Später fiel der Frau auf, dass sie ihr Mobiltelefon im Wagen vergessen hatte. Gegen 23 Uhr kam der Angeklagte mit dem Auto zu ihr, um ihr das Handy zu geben. Wieder saß man gemeinsam im Wagen, der Angeklagte bot an, die 21-Jährige zu einer Freundin zu bringen. Sie nahm an und fuhr gemeinsam mit dem Weilerswister zum Haus der Freundin.

Während die beiden vor der Tür warteten, begann der Mann zudringlich zu werden. Erst streichelte er der Frau über den Rücken. Trotz verbaler Gegenwehr ließ er nicht von ihr ab, griff ihr unter Hemd und BH und entblößte ihren Oberkörper gegen ihren Willen. Schließlich griff er ihr unter den Slip.

Um Hilfe geschrien

Eine Spaziergängerin, die ihre Hunde ausführte, hörte die Schreie der Frau und riss die Autotür auf. Diesen Moment nutzte die 21-Jährige, um aus dem Auto zu entkommen. Der Angeklagte raste mit dem Wagen davon. Das Opfer wurde von der Spaziergängerin zu seiner Mutter gebracht.

Der Angeklagte indes zeichnete ein komplett anderes Bild des Abends. So habe er keinen Führerschein und sei mit dem Fahrrad unterwegs gewesen. Außerdem habe man sich am Dorfplatz in Metternich getroffen und nicht am Bahnhof. Der Mann erklärte, er sei um 23 Uhr zu Hause gewesen und es sei nichts von dem vorgefallen, was die Geschädigte ausgesagt hatte.


Dabei gab es einiges, was für die Version der Geschädigten sprach. So konnte sie vor Gericht ihr Handy vorlegen, auf dem der Dialog gespeichert war, der zu dem Treffen führte. Darin wurde der Treffpunkt Bahnhof ausgemacht, außerdem sprach der Angeklagte von einem silbernen Auto. Er versuchte, sich aus der Affäre zu ziehen, indem er erklärte, er habe sich auf den Weg zum Bahnhof gemacht, habe dort niemanden angetroffen und sei danach zum Dorfplatz in Metternich gefahren. Den Wagen habe er angegeben, weil er mit dem Fahrrad neben einem silbernen Auto gewartet habe.

Widersprüche

Außerdem suchte die Spaziergängerin aus 48 Bildern zwei mögliche Tatverdächtige aus. Darunter befand sich auch das Bild des Angeklagten.
Dennoch wich der Mann nicht von seiner Variante der Geschichte ab. Etwas uneindeutig wurde der Fall, weil die damalige Freundin des Angeklagten aussagte, dass ihr Lebensgefährte am besagten Abend mit dem Fahrrad gefahren sei und niemals zuvor oder danach mit ihrem Auto unterwegs gewesen sei. Außerdem schloss die Spaziergängerin aus, dass das silberne Auto der Lebensgefährtin des Verdächtigen der Wagen war, aus dem sie die Geschädigte befreit hatte.

Allerdings räumte die Frau ein, sie habe nicht die geringste Ahnung von Autos und habe sich bei dem Versuch, ein paar Autos anzuschauen, um den Wagen besser identifizieren zu können, selber in arge Verwirrung gebracht.

Da der ehemalige Freund der Angeklagten nicht vor Gericht erschien, musste die Verhandlung vertagt werden. Er soll darüber Auskunft geben, ob das Treffen am Bahnhof wirklich stattgefunden hat.

Der Prozess wird Anfang Juli fortgesetzt.

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