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Faustkampf: „Viele schöne Hände gesetzt“

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Lokalmatadorin Sabrina Wurzinger setzte die eine oder andere prächtige Linke, musste sich letztlich aber gegen ihre fünf Kilogramm schwerere Gegnerin im schwarzen Trikot geschlagen geben. Foto: Hoffmann
Am Samstagabend wurden die die Boxsport-Abende in Euskirchen mit großem Erfolg wiederbelebt. Mehr als 400 Besucher verfolgten rund dreieinhalb Stunden lang tolle Gefechte in den Gewichtsklassen Leicht- bis Schwergewicht.  Von
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Euskirchen

Es ist schon eine Weile her, da zählte die Kreisstadt zu den bekannten Austragungsstätten des Boxsports im Rheinland. Vor 50 Jahren kämpfte mit dem Amateurboxer Manfred Willms dann zum letzten Mal ein Sportler in den Reihen des traditionsreichen Boxsportvereins SC Colonia 06, dem eine Zeit lang auch Max Schmeling und Peter Müller, genannt „De Aap“, angehörten.

Am Samstagabend wurden die die Boxsport-Abende in Euskirchen mit großem Erfolg wiederbelebt. Als Austragungsort hatten die Organisatoren das gediegene Ambiente des alten Casinos gewählt. Innerhalb von vier Stunden hatten zwölf Mitglieder der Boxschule Blindert auf die ehemalige Tanzfläche des Saales, der wegen der zahlreichen Bälle und Festivitäten einst als „gute Stube“ der Stadt Euskirchen galt, einen sechsmal sechs Meter großen Boxring errichtet.

Kräftig durcheinandergewirbelt

Ehe es aber hieß „Ring frei zur ersten Runde“, hatte der Delegierte des Mittelrheinischen Amateur-Box-Verbandes (MABV), Ulf Andritzke, nach Sichtung der Kampfpässe die ursprünglich anberaumten Kampfpaarungen noch einmal kräftig durcheinandergewirbelt.

Boxnacht
„Die Fürhand laufen lassen“, so lautete die Instruktion in der blauen Ringecke.
Foto: Hoffmann

Doch schon bald hatte sich der kleine Tumult hinter den Kulissen gelöst, die Schweißperlen auf der Stirn von Chef-Organisator Daniel Blindert waren getrocknet, die Veranstaltung konnte beginnen. In den kommenden dreieinhalb Stunden sahen die mehr als 400 Besucher tolle Gefechte in den Gewichtsklassen Leicht- bis Schwergewicht. Unermüdlich klickten die „Punktmaschinen“, mit denen die Körper- und Kopftreffer in der blauen und der roten Ringecke gezählt wurden.

Fulminanter Wirkungstreffer

Christoph Kursch (für den Postsportverein Euskirchen am Start) und Peter Linden (Boxschule Blindert), der umständehalber an diesem Abend für den Boxring Düren antrat, gaben bei dieser Gelegenheit ihr Debüt. Linden musste sich nach einem fulminanten Wirkungstreffer von Gegner Jakob Wied aus Kirchheim in der zweiten Runde allerdings durch Knockout geschlagen geben.

Und wie es sich für guten Amateur-Boxsport gehört, waren die Protagonisten mit Leidenschaft bei der Sache. Heiße Zumba-Rhythmen und eine Demonstration der japanischen Kampfsportart Aikido, deren kreisrunde und spiralförmige Techniken vom Schwertkampf geprägt sind, flankierten das unterhaltsame Rahmenprogramm.

Unterdessen groovte sich Lokalmatadorin Sabrina Wurzinger in der Umkleide beim Sparring schon mal mit Schwinger ein, von denen man als neutraler Beobachter höchst ungerne einen abbekommen hätte.

Vier Monate für Comeback trainiert

2009 hatte sie ihren letzten Kampf gefochten und sich in den letzten Jahren verstärkt dem Laufsport gewidmet. Vier Monate hatte sie sich auf ihr Comeback im Ring intensiv vorbereitet. Die ihr unbekannte Gegnerin Dilara Kisikol aus Reindorf, deren Taktik Wurzinger im Internet studiert hatte, brachte allerdings fünf Kilogramm mehr auf die Waage – im Boxsport „eine Welt“.

Und ein Unterschied, der in offiziellen Meisterschaften, bei denen Abweichungen von allenfalls 100 Gramm zum Höchstgewicht zugelassen sind, dazu geführt hätte, dass der Schlagabtausch als Einlagekampf ohne Wertung durchgeführt worden wäre. Wurzinger hatte also im buchstäblichen Sinne ein echtes Pfund zu boxen. „Direkt 1:1 einsteigen“ lautete die offensive Maßgabe von „Co-Trainer“ Daniel Blindert vor Kampfbeginn.

Kisikol nutzte jedoch den Größenunterschied und damit ihren Reichweitenvorteil von Beginn an konsequent. Wurzinger setzte im Laufe der kommenden viermal zwei Minuten aus Sicht ihres Coaches zwar „viele schöne Hände“ dagegen, verlor aber am Ende nach Punkten.

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