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Feuerwache: Neubau kostet Millionen

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Der vereitelte Moschee-Neubau an der Chlodwigstraße bleibt ein Streitpunkt in der Euskirchener Politik. Foto: picture alliance / DeFodi
An der Chlodwigstraße soll eine neue Feuerwache entstehen. Trotz hoher Baukosten war man sich im Ausschuss über das Bauvorhaben einig. Unstimmigkeit herrscht jedoch weiterhin bei den Bauplänen für eine Moschee.
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Der Bau einer neuen Feuerwache ist teuer. Das konnte man im Liegenschaftsausschuss am Mittwochabend erfahren, denn dort wurde über den Bau der neuen kreisstädtischen Feuerwache an der Chlodwigstraße abgestimmt. Knapp fünfeinhalb Millionen Euro wird der Neubau kosten. Nicht mit eingerechnet dabei ist die feuerwehrtechnische Einrichtung.

Der Ausschuss nahm die Pläne über den Neubau und die Gestaltung der Außenanlage ohne Gegenstimmen an. Erst der vierte Unterpunkt der Beschlussvorlage barg Streitpotenzial. Darin ging es um die Verwendung der 3000 Quadratmeter Restfläche, die nach dem Bau der Feuerwache auf dem ehemaligen Bauhofgelände ungenutzt bleibt.

Nach einem Antrag der CDU-Fraktion war im Haupt- und Finanzausschuss beschlossen worden, dass diese Fläche für den möglichen Ausbau der Feuerwache freigehalten wird. Einzig Euskirchens Bürgermeister Dr. Uwe Friedl hatte gegen den Antrag gestimmt.

Durch diese Entscheidung scheitert der Plan der türkisch-islamischen Gemeinde, auf der Fläche eine Moschee zu errichten. SPD-Ratsherr Horst Belter, der zugleich stellvertretender Vorsitzender im Integrationsrat ist, hatte die Gemeinde bei der Standortsuche unterstützt und führte nach eigenen Angaben mehrere Gespräche mit der Stadtverwaltung und den Fraktionsmitgliedern.
Er war zu der Ansicht gelangt, es gäbe eine Mehrheit im Rat für den Bau der Moschee an der Chlodwigstraße. Enttäuscht war Belter vor allem von seinen Parteigenossen, da die SPD sich im Haupt- und Finanzausschuss dem Antrag der CDU angeschlossen hatte.

Zügige Vermarktung verlangt

Im Liegenschaftsausschuss warb die SPD nun dafür, die Fläche freizustellen. Der Fraktionsvorsitzende Josef Schleser argumentierte, man könne es sich angesichts der Haushaltssituation nicht leisten, die zügige Vermarktung des Restgrundstückes nicht schnell in die Hand zu nehmen. Immerhin wird der Wert des Grundstückes mit 600 000 Euro beziffert.

Die CDU indes hielt weiter daran fest, die Fläche für die Feuerwehr zu reservieren. Der Bau sei sehr teuer, und es müsse gewährleistet sein, dass er über mehrere Jahrzehnte genutzt werden könne, so der CDU-Fraktionsvorsitzende Klaus Voussem. Die Feuerwehr selbst gab bekannt, dass sie keine Notwendigkeit sehe, die Fläche freizuhalten.


Streit um Moschee

Laut wurde es, als Peter Dürholt (SPD) das Thema Moschee ins Gespräch brachte. Er warf der CDU vor, vordergründig zu argumentieren, und stellte die Frage, warum die CDU die Moschee an diesem Ort nicht wolle. Klaus Voussem verwahrte sich gegen den Vorwurf, der CDU gehe es darum, den Bau der Moschee an dieser Stelle zu verhindern.

Susanne Daniel (UWV) merkte an, dass der Gemeinde gegenüber nie Zusagen gemacht worden seien. „Wenn das Gelände vermarktet wird, gibt es ja keine Sicherheit, dass die Gemeinde das Areal auch bekommt.“
Somit sei es hinfällig, bei der Abstimmung zur Nutzung der Fläche schon über die Moschee zu diskutieren. Schlussendlich wurde mit sechs Gegenstimmen für die Reservierung der Fläche abgestimmt. (tn)

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