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Proklamation: Drei Mädels mischen Fasteleer auf

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Jungfrau Barbara (von links), Prinz Yvonne I. und Bauer Annika verkündeten ihr Motto: „Mit Spaß und Energie - Frauenpower wie noch nie.“  Foto: Tim Nolden
Mit Strüsjer bewaffnet marschierten Bauer Annika, Jungfrau Barbara und Prinz Yvonne I. am Donnerstag in den Festsaal ein. „Mit Spass und Energie – Frauenpower wie noch nie!“, lautet das Motto der närrischen Regentinnen.  Von
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Wenn noch jemand geglaubt hat, dass es dem Euskirchener Karneval schadet, wenn mit alten Traditionen gebrochen wird, dann wurde er am Donnerstag eines Besseren belehrt. Das Jahr 2013 war gerade drei Tage alt, als im City-Forum das närrische Jahr mit der Prunksitzung der Euskirchener Narrenzunft eingeläutet wurde.

Traditionell wird bei dieser Sitzung auch das Oberhaupt der kreisstädtischen Jecken inthronisiert. Viele Jahre lang regierten im Heimatstädtchen nur Prinzen. Erst in der letzten Session wurde die Tradition beendet und nach der Ausnahme zur Jahrtausendwende wieder ein Dreigestirn zugelassen. Auch dieses Mal gehen die närrischen Insignien in die Hände eines Trifoliums.

Allerdings besteht das Dreigestirn nicht aus alteingesessenen Karnevalisten, sondern aus drei jungen Damen, die aus den Reihen der Prinzengarde-Girls kommen.

Mit Strüsjer bewaffnet marschierten Bauer Annika, Jungfrau Barbara und Prinz Yvonne I. am Donnerstag in den Festsaal ein. Begleitet vom Jubel der gut 700 Gäste, bahnten sich die jungen Damen den Weg bis zur Bühne, auf der bereits die offizielle Abordnung des Festausschuss Euskirchener Karneval, angeführt von Helmut Marian, bereit stand. Für die Proklamation allerdings war der erste Bürger der Stadt, Bürgermeister Dr. Uwe Friedl, zuständig.

Der erklärte dem Publikum, dass Yvonne I. und Annika trotz ihres Geschlechts nicht Prinzessin oder Bäuerin sind, weil die Titel im Dreigestirn nun mal Prinz und Bauer heißen. Verfehlungen bei der Nennung des Titels stellte Friedl unter die Höchststrafe: „Wer sie Prinzessin nennt, wird für den Rest der Session von den Bützchen ausgeschlossen und kann Rosenmontag in Düsseldorf feiern.“

Friedl überreichte Insignien

Spaßeshalber stellte er die Damen mit ihren Vorgängern zusammen, um dem Publikum zu zeigen, wer in wessen Fußstapfen tritt. Schließlich überreichte er unter großem Jubel den Damen ihre neuen Amtsinsignien. Bauer Annika durfte den Dreschflegel schwingen, Jungfrau Barbara mit dem Spiegel winken, und Prinz Yvonne I. reckte das Zepter in die Höhe. Anschließend richteten die frisch proklamierten Tollitäten selber das Wort an ihre Untertanen.

Spritzig und humorvoll stellten sich die Mädels vor und präsentierten ihr Sessionsmotto. Und als die Worte „Mit Spass und Energie – Frauenpower wie noch nie!“ zum Abschluss der Ansprache durch das City-Forum klangen, dürfte wohl niemand an deren Wahrheitsgehalt gezweifelt haben. Zum Ende des offiziellen Teils traten die Prinzengarde und ihre Showtanzgruppe, die PG-Girls, mit ihrem Programm „Fünf Jahreszeiten“ auf.

Danach gaben sich unter der Moderation von Narrenzunft-Präsident Volker Marx hochkarätige Künstler des rheinischen Karnevals die Klinke in die Hand. Den Auftakt machte Wicky Junggeburth, der mit dem neuen Dreigestirn gemeinsam „Eimol Prinz zo sin“ sang. Dazu bot er dem Publikum einige alte Kölner Lieder, die bei den Euskirchener Karnevalsfreunden viel Freude auslösten.

Pompons geschwenkt
Mitschunkeln durfte dabei der Elferrat, dessen Mitglieder zuvor ein spezielles Training in dieser Disziplin und im Schwenken von Pompons genossen hatten. So richtig ab ging es, als die „Domstürmer“ die Bühne einnahmen und das Publikum mit Stücken wie „Mach dein Ding“ oder „Meine Stadt“ zum Tanzen brachten.

Im Anschluss gab es Auftritte von Dieter Röder alias „Ne Knallkopp“, Seiner Tollität Luftflotte, Guido Cantz, des Reitercorps Jan von Werth und der Showtanzgruppe der Euskirchener Narrenzunft. Das Finale gestalteten die Paveier, die eine Stunde lang mit alten und neuen Songs die Stimmung auf den Höhepunkt brachten.

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