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Reiseabenteuer: Protest gegen Bahn-Kontrolleure

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Zugverkehr am Bahnhof Euskirchen. 
In einem völlig überfüllten Zug strandeten Euskirchener Realschüler mit ihrer Lehrerin im Erste-Klasse-Abteil. Dort trafen sie auf kompromisslose Kontrolleure, deren Verhalten die Schüler als ziemlich rüde beschrieben.  Von
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Es sollte am Mittwoch dieser Woche ein netter Ausflug von 22 Schülern der Willi-Graf-Europaschule mit ihrer Lehrerin Dr. Regina Risse nach Köln werden. Doch die Rückfahrt um 13.30 Uhr mit der Eifelbahn wurde für die Reisegruppe zum vorweihnachtlichen Ärgernis.

Angesichts eines völlig überfüllten Zuges strandete die Gruppe in der ersten Klasse. Was jedoch angesichts der sonstigen Überfüllung alternativlos erschien. Zwei unbekannte Männer wiesen sich daraufhin erstens als Kontrolleure aus und zweitens darauf hin, dass die Fahrscheine nicht für die Reise erster Klasse gelten würden. Allein das Sitzen in der ersten Klasse koste 40 Euro zusätzlich. Die Kontrolleure nahmen die Personalien auf und stellten Bescheinigungen über die Nachforderungen aus.

Mit Anzeige gedroht

Die erregten 15 bis 16 Jahre alten Schüler wurden nach Einschätzung der Lehrerin zwar etwas „vorlaut“, aber zu „verbalen Entgleisungen“ sei es nicht gekommen. Lehrerin Risse: „Ganz anders allerdings das Verhalten der Kontrolleure: Sie setzten uns so massiv unter Druck, dass wir uns ohnmächtig und verängstigt fühlten. Als ich betonte, ich sei die Leiterin der Veranstaltung, wurde ich von ihnen verhöhnt und verlacht.“ Einige Schüler hätten sogar dafür plädiert, die Polizei um Hilfe zu bitten. Für diesen Fall, so hätten die Kontrolleure gedroht, gebe es noch eine Anzeige gegen die Reisenden obendrauf. Als ein Schüler eine Frage stellte, sei geantwortet worden: „Verpiss dich.“

Bereits vor dem Einsteigen in den Zug habe einer der Kontrolleure eine Schülerin so angerempelt, dass sie fast auf die Gleise gefallen sei. Die Lehrerin stand als Zeugin daneben. Die „Entschuldigung“ des Kontrolleurs habe „höhnisch und ironisch“ geklungen. Die Mutter der Schülerin habe später die Polizei eingeschaltet.

Widerspruch eingelegt

Lehrerin Risse legte auch namens ihrer Schüler schriftlich bei der Deutschen Bahn Widerspruch gegen die geforderte Nachzahlung ein. Zugleich erwarte sie eine Entschuldigung der Bahn bei allen Betroffenen, besonders bei den geschädigten Schülern.

Ein Bahnsprecher stellte gestern klar, dass man grundsätzlich zum Aufenthalt in der 1. Klasse einen entsprechenden Fahrschein benötige. Gegen die geforderte Fahrpreisnacherhebung könne die Kundin Einspruch erheben. Da sie sich an den DB-Kundendialog gewandt habe, werde sie auch von dort eine Antwort bekommen. Zu den Vorwürfen gegen die Kontrolleure könne ohne vorherige eingehende Prüfung des Sachverhalts keine Stellung genommen werden.

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