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Sportstätte: Nur Pech und Ärger mit Sportplatz

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Vereinsgeschäftsführer Theo Radermacher hofft, dass an der Westseite des Sportplatzes endlich ein wirksamer Windschutz entsteht.  Foto: Johannes Bühl
Der SV Schwarz-Weiß Stotzheim hat nur Probleme mit seinem Aschenplatz. Der Belag wurde vom Winde verweht, ein neuer war zu weich und voll beladene Lastwagen fuhren auch noch über den zukünftigen Rasenplatz.  Von 
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Euskirchen-Stotzheim

Mit ihrem Aschenplatz hatten die Stotzheimer Fußballer wahrlich schon Pech genug. Jetzt kommt auch noch Ärger auf dem Nachbargrundstück hinzu, auf dem der Sportverein (SV) Schwarz-Weiß in Eigenregie ein Rasenspielfeld anlegt. Das Areal wurde kürzlich durch Lastwagen einer Baufirma arg ramponiert.

Doch von vorn: Der Aschenplatz wies nur wenige Jahre nach der Einweihung 2007 schon beträchtliche Mängel auf. Große Teile des Tennenbelages waren im wahrsten Sinne des Wortes vom Winde verweht worden. Dies deshalb, weil nach Westen hin keine vernünftige Schutzbepflanzung existiert. „Für den Wind, der über den Billiger Berg kommt, gibt es kein echtes Hindernis“, sagte der zuständige Fachbereichsleiter der Euskirchener Stadtverwaltung, Bert Deuster, im vergangenen Frühjahr, als sich der Sportausschuss mit der Angelegenheit befasste. An der Westseite der Anlage standen zwar Sträucher, diese Anpflanzung sei aber „nicht angeschlagen“, so Deuster im März.

Zu diesem Zeitpunkt war schon so viel Oberflächenmaterial aufgewirbelt worden und verloren gegangen, dass an Renovierungsmaßnahmen kein Weg mehr vorbeiging. Die Stadt beauftragte eine Fachfirma damit, einen neuen Belag aufzutragen. Doch damit wurde das Problem nicht gelöst.

„Das Material ist sehr weich, regelrecht matschig. Es verdichtet sich nicht“, sagt der Geschäftsführer des Sportvereins, Theo Radermacher. Die Verwaltung beteuerte in der jüngsten Sitzung des Sportausschusses, dass der Platzaufbau den DIN-Vorgaben entspreche. „Wir können nicht sagen, worauf die Situation zurückzuführen ist“, sagte Fachbereichsleiter Deuster am Donnerstag auf Anfrage. „Wir können momentan nur hoffen, dass sich das Material bis zum Frühjahr setzt und verdichtet.“

Sportplatz Stotzheim
Die Oberfläche des Fußballfeldes ist viel zu weich.
Foto: Johannes Bühl

Derzeit haben die Fußballer Winterpause, die Stotzheimer Landesliga-Mannschaft will aber schon um den 20. Januar herum wieder den Trainingsbetrieb aufnehmen. Der Verein hat längst selbst die Initiative ergriffen, um „wenigstens halbwegs reguläre Bedingungen herzustellen“, wie Radermacher es formuliert.

Zur Selbsthilfe geschritten

Als vor Monaten deutlich wurde, dass die Erneuerungsmaßnahmen nicht gefruchtet hatten, begann Lambert Schumacher, ein Vereinsmitglied, damit, das Spielfeld mehrmals pro Woche mit einem Schleppgitter abzuziehen. Er nutzt dafür seinen Privatwagen. „Das macht er sogar sonntags zwischen den Spielen der ersten und der zweiten Mannschaft“, berichtet Theo Radermacher.

Von einer neuen Bepflanzung, die den Aschenplatz vor dem Westwind schützen soll, ist unterdessen noch nichts zu sehen. Bert Deuster kündigte aber an, dass die Arbeiten kurz bevorstehen. „Wir lassen Bäume pflanzen, zum Beispiel Eschen und Winterlinden, dazu immergrünes Tiefgehölz wie Schneeball und Hainbuchen. Uns ist aber klar, dass es für den Aschenplatz keinen hundertprozentigen Windschutz geben kann.“ Es werde wohl unumgänglich sein, das Granulat durch Bewässerung ständig feucht zu halten, „um zu verhindern, dass es wegfliegt“.

Zur Vorbereitung der Bepflanzung hat eine Firma vor rund zwei Wochen den alten Mutterboden abgetragen, auf dem die ursprünglich als Windschutz gedachten Sträucher nicht gedeihen wollten. Daraus entwickelte sich das nächste Malheur. Wie Theo Radermacher berichtet, sollte die Firma den Boden in den Lärmschutzwall einarbeiten, der den Sportplatz zur Wohnbebauung hin abschottet. Stattdessen habe sie das Erdreich aber auf dem Areal abgekippt, auf dem der neue Rasenplatz entsteht. „Wir hatten schon alle Höhen für den Platzaufbau festgelegt und darauf basierend das Planum hergestellt. Auch die Drainage am Rand war fertig. Und was passiert? Die voll beladenen Lastwagen fahren uns Furchen in das Gelände und schütten uns den Boden auf die Drainage“, erzählt Radermacher. Die Stadt hat nach Angaben des Vereinsgeschäftsführers der Baufirma die Schuld zugewiesen. Das Unternehmen müsse nun den alten Zustand wiederherstellen.

Den neuen Platz errichtet der Sportverein, wie auch schon das Klubheim, auf eigene Kosten. Sponsoren können helfen, indem sie symbolisch Rasenstücke finanzieren. Ein Quadratmeter kostet zehn Euro. Durch die Eigenleistung wird der finanzielle Gesamtaufwand beträchtlich reduziert. „Wir brauchen aber immer noch 60 000 Euro, die Hälfte davon fehlt noch“, hofft Radermacher auf weitere Unterstützung.

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