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Windkraft in Euskirchen: Die Politik muss Farbe bekennen

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Schützenswert um jeden Preis? Die Eulenart könnte einen Windpark in Euskirchen an der vorgesehenen Stelle zu Fall bringen.  Foto: dpa
Das Wohl und Wehe einer Uhu-Population verzögert seit Jahren die Realisierung eines Windparks in Euskirchen. Die Grünen haben dem politischen Gegner jetzt eine Verzögerungstaktik vorgeworfen. Ein Kommentar.  Von 
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Die Mühlen der Bürokratie mahlen langsam, wenn es um Windkraft in Euskirchen geht. 1999 hat die Kreisstadt eine Konzentrationszone ausgewiesen, sie existiert aber nach wie vor nur auf dem Papier.

Dass Guido Bachem deshalb langsam, aber sicher der Geduldsfaden reißt, ist leicht nachvollziehbar: Für seine Partei, Bündnis 90/Die Grünen, gehört die Nutzung erneuerbarer Energien zum Kernprogramm.

Leichter Gegenwind oder Proteststurm?

Im Umwelt- und Planungsausschuss warf Bachem dem politischen Gegner und den Genehmigungsbehörden zwischen den Zeilen vor, auf eine Verzögerungstaktik zu setzen. In der Tat ist es schon fast drei Jahre her, dass die Stadtverwaltung erstmals von jenem Uhu berichtete, der einen Windpark bei Dom-Esch womöglich verhindern wird. Das entsprechende Prüfverfahren ist immer noch nicht abgeschlossen.

Die Grünen sind die Einzigen, die explizit mehr Tempo in diesem zähen Verfahren fordern. Die anderen Fraktionen lassen es derweil gemächlich angehen. Sie sagen es zwar nicht, doch wahrscheinlich sind sie froh über jeden Tag, an dem sich in Euskirchen kein Windrad dreht. Denn sie wissen, dass es Verlierer in der Bevölkerung geben wird, sobald die Stadt endgültig einen Standort festlegt.

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Ob die Politiker sich nur auf leichten Gegenwind oder aber auf einen Proteststurm einstellen müssen, bleibt abzuwarten. Mit Einspruch ist auf jeden Fall zu rechnen – egal, ob es die Dom-Escher und speziell die Büllesheimer trifft, die sich durch das Industriegebiet und die Umgehungsstraße L182n bereits jetzt über Gebühr belastet fühlen, oder aber die Bewohner von Frauenberg und Oberwichterich: Sie haben nicht nur die Autobahn, sondern auch den Weilerswister Windpark vor der Haustür – und bald auch noch sieben Zülpicher Windräder.

Die Ratsfraktionen sind also um ihre Standortwahl nicht zu beneiden. Doch auch wenn der Dom-Escher Uhu ihnen vorläufig eine unangenehme Entscheidung erspart – es kommt der Tag, an dem die Politik Farbe bekennen muss.

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