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World Police and Fire Games: Euskirchener gewinnt Bronzemedaillen

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Der Euskirchener Kraftsportler Ingo Cremer gewann bei den World Fire and Police Games in Belfast zwei Bronzemedaillen.  Foto: Tim Nolden
Der Euskirchener Ingo Cremer hat bei den 15. World Police and Fire Games in Belfast sowohl beim Bankdrücken als auch beim Kraftzweikampf den dritten Platz belegt. Cremer wurde von dem Erfolg völlig überrascht.  Von
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Eigentlich wäre Ingo Cremer gerne als Boxer zur den den 15. World Police and Fire Games nach Belfast gereist.

Doch das Alter machte ihm einen Strich durch die Rechnung. Als der Kader zusammengestellt wurde, galt die Regel: Boxwettbewerbe darf man nur bis zum 37. Lebensjahr bestreiten.

Fünf Kilo in zwei Tagen

Der 38-jährige Familienvater durfte folglich nicht in seinem Metier antreten. Dennoch wollte das deutsche Team nicht auf ihn verzichten. Er solle es mit Kraftsport probieren, riet man ihm – ein Tipp, der zwar nicht Gold, wohl aber Bronze wert war, denn gleich zweimal wurde Cremer in seinen Disziplinen Dritter.

Monatelang hatte Cremer sich im Bankdrücken geübt und im Kreuzheben, um in diesen Disziplinen antreten zu können. Als er zwei Tage vor Beginn des Wettkampfes in Belfast eintraf, stellte er fest, dass neben ihm zwei weitere Deutsche seiner Gewichtsklasse – bis 82 Kilo – antreten würden.

In Absprache mit dem Team beschloss er, in der Klasse darunter anzutreten. Damit verbesserte er seine Chancen auf einen Platz auf dem Siegertreppchen, denn je niedriger die Gewichtsklasse, desto kleiner wird das Feld. Doch dafür musste er Athlet in zwei Tagen fünf Kilo Gewicht abnehmen.

Boxerfahrung von Vorteil

„Die Teammitglieder konnten sich gar nicht vorstellen, dass das geht“, so Cremer. Doch hier kam ihm seine Boxerfahrung zugute, denn dort kommt es häufiger vor, dass man schnell Gewicht verlieren muss, um in seiner Klasse zu bleiben.

„Im Kraftsport macht man sowas eigentlich nicht, weil man dabei auch an Kraft verliert“, so der Sportler. Zwei Tage lang aß Cremer keinen Bissen, lief jeweils zehn Kilometer und schlief eingepackt in zwei Trainingsanzüge und eine Wolldecke. Beim Wiegen brachte er 74,5 Kilo auf die Waage.

Beim Wettkampf erlebte er die nächste unliebsame Überraschung: Im März sprach Cremer schon einmal mit dem „Kölner Stadt-Anzeiger“ über seine Teilnahme an den Spielen und seine Trainingsziele. Diesen Artikel hatten sich mehrere seiner Konkurrenten aus dem Internet besorgt, um zu wissen, wie viel Gewicht Cremer beim Training stemmt.

„Olympische Stimmung“

Da beim Bankdrücken auch viel Taktik mitspielt, bedeutet es einen Vorteil, wenn man seinen Gegner einschätzen kann. Dennoch gelang es Cremer, sowohl im Bankdrücken als auch im Kraftzweikampf, bei dem mehrere Kraftübungen gewertet werden, den dritten Platz zu holen. „Damit hätte ich nicht gerechnet“, so der stolze Sportler. Dieses Mal verriet er allerdings nur, wie viel Gewicht er beim Bankdrücken und Kreuzheben insgesamt geschafft hat: 265 Kilo.

Auch die Atmosphäre des Wettkampfes beeindruckte den Euskirchener. „Es herrschte dort wirklich ganz tolle, olympische Stimmung“, schwärmte Cremer.

Dabei erlebte er auch, wie unterschiedlich die Nationen den Wettkampf unterstützen. So werden die spanischen und schwedischen Athleten aus Polizei, Justiz und Feuerwehr vom Königshaus gefördert. Kein Wunder also, dass die Spanier im Medaillenspiegel den zweiten Platz hinter den USA holten. Doch auch ohne royale Unterstützung schafften es die deutschen Sportler immerhin auf den sechsten Platz.

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Mit dem Wettkampf in Belfast ist für Ingo Cremer natürlich nicht Schluss.

Der Euskirchener Sportler will dabei bleiben, weiter trainieren und spätestens bei den übernächsten Spielen in Montreal wieder antreten.

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