27.07.2016
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Explosion: Senioren im Bett verschüttet

Bergheim

Bei einer Explosion in einem Einfamilienhaus in Bergheim-Glesch sind heute Morgen die beiden Bewohner verletzt worden. (Bild: Beissel)

Bergheim-Glesch -

Willi und Gertrud Kemmerling sind fassungslos. Sie stehen mit anderen Anwohnern der Peter-Otten-Straße in Glesch vor den Trümmern des Einfamilienhauses ihrer Nachbarn. Im Scheinwerferlicht räumen die Feuerwehrmänner schwere Trümmerteile zur Seite, um den 78-jährigen Otto W. aus seinem eingestürzten Haus zu befreien. „Ich hörte, wie der Otto immer wieder um Hilfe schrie“, berichtet Gertrud Kemmerling. Sie, ihr Mann und Anwohner Andreas Weiher konnten anfangs in der Dunkelheit nicht viel sehen. „Man hört die Schreie und kann nichts machen außer beruhigend zureden. Die Machtlosigkeit ist schrecklich“, sagt Weiher. Erst als die Feuerwehr die Scheinwerfer aufstellt, wird erkennbar, was am Montagmorgen um 1.27 Uhr passierte.

Ehepaar lag im Schlafzimmer

Die linke Ecke des eineinhalbgeschossigen Hauses ist eingestürzt. Otto W. und seine Frau Karoline lagen im Schlafzimmer im ersten Obergeschoss, als aus noch ungeklärten Gründen das Haus zusammenbrach. Die Wucht der Explosion war so groß, dass Steine, Möbel und Glassplitter meterweit flogen. Der Boden im Schlafzimmer brach seitlich ab, und das Ehepaar rutschte samt Bett ins Erdgeschoss. Weitere Steinbrocken der Giebelwand fielen herunter und begruben Otto und Karoline W.

„Die ersten Feuerwehrmänner waren bereits nach sieben Minuten an der Einsatzstelle“, berichtet Peter Keuthmann, Sprecher der Bergheimer Wehr vor Ort. Mit bloßen Händen versuchen die Wehrleute, das Ehepaar zu befreien. Die 78-Jährige hat großes Glück, Retter können sienach wenigen Minuten befreien. Im Krankenhaus stellen Ärzte später nur leichte Verletzungen fest. „Mit Hilfe von schwerem Gerät müssen wir die schweren Betonbrocken zur Seite schieben“, erklärt Einsatzleiter Hermann-Josef Metternich. Otto W. ist die ganze Zeit bei Bewusstsein. Nach einer Stunde kann auch er aus den Trümmern befreit werden. Der 78-Jährige hat Verletzungen an den Beinen. Die Rettungskräfte bringen ihn ins Krankenhaus nach Bergheim. Bürgermeisterin Maria Pfordt macht sich in der Nacht ein Bild von der Unglücksstelle.

Zur Ursache kann die Polizei bislang noch keine Angaben machen. Einen Gasanschluss hat das Haus nicht. Das Haus muss abgebrochen werden, dann kann ein Sachverständiger in den Trümmern nach der Ursache suchen. Mit einem Ergebnis wird erst in Tagen gerechnet. Ob das Ehepaar schon vernommen werden konnte, war am Nachmittag unklar.


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