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100. FC-Stammtisch: „Mittlerweile gutes Verhältnis zum FC“

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Der FC-Stammtisch feiert Jubiläum. 
Ralf Friedrichs moderiert am Dienstag die 100. Folge des FC-Stammtisch im Gaffel am Dom. Mit Dirk Lottner und Wolfgang Weber werden zwei echte FC-Größen dabei sein. Im Interview spricht Friedrichs über schwierige Zeiten als FC-Fan.
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Köln

Herr Friedrichs, am Dienstag produzieren Sie die 100. Ausgabe des FC-Stammtisch. Was hat Sie im Jahr 2009 dazu bewogen, eine Talkshow über den 1. FC Köln zu machen?

Zur Person

Ralf Friedrichs, geboren am 16. August 1964 in Hürth-Hermülheim, verheiratet, zwei Söhne, ist Autor und Moderator.

Der FC-Stammtisch wird dienstags nach Heimspielen des 1. FC Köln im Gaffel am Dom (Eintritt frei) von ksta.tv, dem Internetfernsehen des „Kölner Stadt-Anzeiger“, produziert und Tags darauf bei www.ksta.de gezeigt.

Eine Zusammenfassung folgt Donnerstags bei Center-TV. (ksta)

Ralf Friedrichs: Auslöser war der Sieg des FC am Karnevalssamstag 2009 beim FC Bayern München. Am Tag danach wurde im DSF-Doppelpass beinahe ausschließlich über die Niederlage der Bayern gesprochen, kaum über den Kölner Sieg. Und das, obwohl unser Manager Michael Meier Gast in der Sendung war. Ich habe zu Hause vor dem Fernseher gesessen und geschimpft und geschimpft. Bis meine Frau irgendwann sagte: Dann mach’ doch deine eigene Sendung! Eine Woche später haben wir angefangen. Mit einer Digitalkamera auf einem Dreibein-Stativ für zehn Euro. Technisch war das eine Katastrophe. Eher ein sprechendes Foto. Aber das Gespräch war richtig gut.

Sie hatten in Fankreisen schon vor der ersten Sendung einen gewissen Bekanntheitsgrad.

Friedrichs: Ja. Ich hatte zum Spaß Geschichten im Internetforum des „Kölner Stadt-Anzeiger“ geschrieben, woraus sich eine erfolgreiche Buchreihe entwickelte.

Die Reihe „Neulich im Geißbockheim“ mit fiktiven, satirischen Dialogen des FC-Präsidiums um Wolfgang Overath.

Friedrichs: Richtig. Das ist ziemlich gut angekommen. Ich habe mich in Diskussionsforen herumgetrieben, um von meiner Arbeit abzuschalten. FC-Foren sind ziemlich populär. Wir leben ja auch in Zeiten, in denen es viel über den 1. FC Köln zu diskutieren gibt.

Wie war in den vergangenen Jahren das Verhältnis zum FC?

Friedrichs: Nicht immer leicht, zeitweise gab es auch mal gar keins. Das lag auch an „Neulich im Geißbockheim“. Dafür habe ich durchaus Verständnis. Wenn man sich satirisch mit einem Verein befasst, der schon genug Probleme hat, darf man nicht unbedingt erwarten, dass man dafür gefeiert wird. Aber von meiner Seite war das nie böse gemeint. Und es hat sich irgendwann auch gedreht. Mittlerweile haben mir schon viele FC-Verantwortliche berichtet, wie sie sich beim Lesen kaputtgelacht haben.

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Ihre Sendung galt zeitweise auch als Hort der FC-Opposition.

Friedrichs: Bei mir diskutieren Vertreter aus Medien und Sport mit Fans. Das ist sehr offen und dadurch auch spannend. Die Leute von FC-Reloaded waren ganz normale FC-Mitglieder, die auch zu Wort kommen sollten. Das haben mir Personen der alten Führungsriege offenbar übelgenommen. Würde ich das Format aber nach Vereinslinie auslegen, wäre die Spannung raus. Das wäre der Tod des Formats. Wobei ich sagen muss, dass das Verhältnis zum FC seit dem Wechsel in der Führung mittlerweile gut und kooperativ geworden ist. Wir reden ja auch über die Dinge beim FC, die positiv sind.

Mittlerweile ist ihre Talkshow nicht nur auf der Internet-Seite des „Kölner Stadt-Anzeiger“ zu sehen, sondern auch bei Center-TV.

Friedrichs: Dort schalten bis zu 160 000 Menschen am Tag rein. Manchmal kann ich selbst kaum glauben, was für eine Dimension das mittlerweile angenommen hat.

Das Gespräch führte Christian Löer

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