Formel 1
Nachrichten, Teams und Statistiken der Formel 1

Vorlesen
0 Kommentare

GP von Monaco: Monte Carlo und das Risiko

Erstellt
Red-Bull-Pilot Sebastian Vettel in Monte Carlo. Foto: AP/dpa
Die Formel 1 gastiert im Fürstentum. Das prestigeträchtigste Formel-1-Rennen der Saison ist zweifellos der Grand Prix von Monaco. Der Stadtkurs in Monte Carlo verlangt den Fahrern alles ab. Weltmeister Sebastian Vettel kennt das Risiko.
Drucken per Mail
Monte Carlo

Sebastian Vettel zögert, als man ihm die obligatorische Frage stellt. Die nach der Sicherheit im Leitplanken-Gewirr Monte Carlos, der nach wie vor spektakulärsten Strecke im Formel-1-Kalender. Vettel überlegt, sein Blick schweift auf das Hafenbecken.

„Ein gewisses Risiko“, sagt der Weltmeister dann, „fährt hier immer mit, das wird man nie rausbekommen können. Irgendwie gehört das dazu.“

Der Große Preis von Monaco (Sonntag, 14.00 Uhr/RTL und Sky) sorgt für Diskussionen, wie in jedem Jahr, wenn die Boliden die Cote d'Azur mit ihrem Gebrüll erfüllen. Sicherheitsvorkehrungen, wie sie auf anderen Strecken längst Standard und Vorschrift sind, sind hier unmöglich.

Auf das Wochenende in Monaco will die Königsklasse dennoch nicht verzichten, es ist ihr Aushängeschild, ein Schaufenster für Sponsoren - und zudem äußerst beliebt bei Fans und einem Großteil der Fahrer. Die drücken daher schon mal ein Auge zu. „Wenn man jedes Risiko entfernt“, sagt Vettel, „dann würde es den Reiz verlieren.

Wenn wir hier alle mit 30 km/h rumfahren würden, wo wäre dann das Spektakel?“ Denn da liegt der Reiz des Kurses. Mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 160 km/h kämpfen die Piloten um Hundertstelsekunden in einer Stadt, die schon herkömmlichen Autofahrern den Nerv rauben kann. Rauf und runter geht es, Auslaufzonen gibt es praktisch nicht, hinter den Leitplanken lauert wahlweise der Bürgersteig, das Hafenbecken - oder gleich eine massive Betonwand.

...

Bitte einen Moment Geduld.
Der Content wird geladen ...

Wie etwa im berüchtigten Tunnel. „Schnell, laut und dunkel“ sei es dort, sagt der frühere Weltmeister Jenson Button, der wie kaum ein anderer Pilot von der Strecke schwärmt. „Auf einigen Kursen“, sagt der Engländer, „liegt eben mehr Geschichte in der Luft, als auf den anderen.

Und Monaco gehört definitiv dazu.“ 1950, als die Boliden noch zylinderfömig waren, drehte die Formel 1 erstmals ihre Runden im Fürstentum, und im Vergleich mit den modernen Kursen der Gegenwart scheint die Strecke irgendwie aus der Zeit gefallen. Denn wenn es in Monaco kracht, dann wird es schnell richtig gefährlich.

Das zu verhindern, ist wegen des Platzmangels schlicht unmöglich. Einer, der jahrelang zum Fahrerfeld gehörte, mag daher nicht einstimmen auf die Loblieder. „Ich hätte gut und gerne darauf verzichten können“, sagt Ralf Schumacher bei Motorsport-Total.com: „Monaco ist die einzige Ausnahme, wo auch die Fahrer sagen, sie machen das trotz der Sicherheitsbedenken noch mit. Zeitgemäß ist das nicht.“

Die Gefahr fahre stets mit, die Hemmschwelle zu überwinden sei daher „gar nicht so leicht“. Und genau darum geht es in Monaco, denn „nur, wer die Mauer streift, ist richtig schnell“, sagt Force-India-Pilot Adrian Sutil bei Auto Bild Motorsport: „Sobald du in Monaco denkst, machst du Fehler.“

Nico Hülkenberg hat daher ein einfaches Rezept für die Hatz über 78 Runden. „In Monte Carlo“, sagt der Sauber-Pilot, „muss man Eier und Herz in die Hand nehmen.“ Auch das scheint im Hightech-Rennsport irgendwie aus der Zeit gefallen. (sid)

Auch interessant
Liveticker
Doppel-WeltmeisterSebastian Vettel

Alle Ergebnisse zur Formel-1-Saison 2013 finden Sie in unserem Ticker-Tool. WM-Wertungen, Termine, Streckenpläne etc.

Das große Formel-1-Quiz
Wissenstest
Sebastian Vettel beim Boxenstopp.

Kennen Sie sich in der höchsten Motorsportklasse aus? Zehn Fragen rund um die Formel 1 warten auf Sie.

Videos
FACEBOOK
Kleinanzeigen