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Reifenzoff: Pirelli wehrt sich

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Die Reifen von Pirelli stehen in der Königsklasse in der Kritik. Foto: AP/dpa
Der Streit um die Reifen in der Formel 1 geht in die nächste Runde. Nach der scharfen Kritik von Red Bull und Mercedes hat Pirelli zurückgeschossen. Auch der Ferrari-Rennstall hatte seine Position im Dauerstreit um die Pneus verdeutlicht.
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Berlin

Mit ihrer Dauernörgelei an den Formel-1-Reifen drohen Red Bull und Mercedes in der Sackgasse zu landen. Der Weltverband soll in Gesprächen mit Hersteller Pirelli bereits klar gemacht haben, dass fundamentale Änderungen an den hochsensiblen Pneus nicht infrage kommen. Und nun giftete auch noch Pirellis Motorsportchef Paul Hembery zurück. „Diese Saison ist nicht großartig anders als die beiden davor, besonders was die Zahl der Boxenstopps angeht. Was sich geändert hat, ist, dass gewisse Leute die Medien dazu benutzen, um einen individuellen Vorteil für sich herbeizumanipulieren“, sagte er der „Bild am Sonntag“.

Hembery nannte wie auch zuvor schon Ferrari in einer bissigen Kolumne keine Namen, öffentliche Schelte an den Gummiwalzen kommt aber in vorderster Linie vom Weltmeister-Team Red Bull und Mercedes. Titelverteidiger Sebastian Vettel bezeichnete die überarbeitete, neue harte Gummimischung zuletzt als einen „Griff ins Klo“. Teamchef Christian Horner hatte nach Vettels viertem Platz in Spanien geätzt: „Es ist im Moment ein bisschen wie Schach. Und Schach ist nicht unbedingt so ein toller Zuschauersport.“

Vor zwei Jahren hatte sein Schützling allerdings ebenfalls mit vier Boxenstopps den Großen Preis auf dem Circuit de Catalunya gewonnen - damals gab es keine Kritik.

In diesem Jahr wird es aber einfach nicht ruhig um die Reifen, die Hersteller Pirelli allesamt eine Nummer softer gemacht hat. Neben Red Bull befeuert vor allem Niki Lauda, Teamaufsichtsrat von Qualifikations-„Weltmeister“ Mercedes, die Diskussion. „Absurd“ und als einen „Witz für die Zuschauer“, bezeichnete er die Reifensituation. Wie praktisch, dass Lauda nebenbei auch als Experte für den TV-Sender RTL arbeitet.

„Leute, die kritisieren, kommen in die Schlagzeilen. Doch wir sind auch von sehr vielen Leuten kontaktiert worden, die sich genau über so ein Verhalten beschweren und die uns bitten, bloß nicht einem solchen Druck oder den Wünschen von Teams nachzugeben“, konterte Hembery - ohne namentlichen Bezug. In Gesprächen mit dem Internationalen Automobilverband soll dieser wiederum schon klargemacht haben, nur geringe Neuerungen zuzulassen. Die von Pirelli geplanten Nachbesserungen zur Verringerung der Zahl der Boxenstopps soll die FIA demnach für unzulässig erklärt haben, berichtete „autosport.com“.

Die zunächst angenommenen größeren Veränderungen ab dem übernächsten Rennen sieht manch einer der Konkurrenten ohnehin als Affront gegen sein Team. „Das ist nur bescheuert, weil es die cleveren und kreativen Teams bestraft und die Verlierer belohnt“, schimpfte Mitbesitzer des Lotus-Teams Gerard Lopez in der „Welt am Sonntag“. „Ist das noch Sport mit gleichen Mitteln?“, fragte der Luxemburger verärgert.

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Auch Ferrari hatte seine Position im Dauerstreit verdeutlicht. „Heute muss man sich ja fast schämen, wenn man eine Strategie ausgewählt hat, um wie immer das Beste aus dem Paket, das man zur Verfügung hat, rauszuholen“, schrieb die Scuderia auf ihrer Homepage. Ferrari-Star Fernando Alonso hatte sein Heimrennen gewonnen.

Erzrivale Vettel kann seine WM-Führung am kommenden Wochenende beim Formel-1-Klassiker in Monaco verlieren, auf Kimi Räikkönen im Lotus hat der dreimalige Champion aus Heppenheim nur noch vier Punkte Vorsprung. Alonso ist 17 Zähler zurück. Die Frage ist nun, wer beim Reifenroulette in Monte Carlo am besten auf Schwarz setzt. (dpa)

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