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Rosberg vor Ungarn-Grand-Prix: „Diese Temperaturen liegen uns nicht“

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Mercedes-Pilot Nico Rosberg. Foto: Getty Images
Vor dem Großen Preis von Ungarn in Budapest äußert sich Mercedes-Pilot Nico Rosberg skeptisch zu seinen Erfolgschancen am Hungaroring. Außerdem spricht er über die Reifenproblematik und seinen Vater Keke.  Von
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Budapest

Herr Rosberg, Ihr ehemaliger Teamkollege Michael Schumacher hat in einem Interview mit Sky Italia die Fahrer Sebastian Vettel, Fernando Alonso, Lewis Hamilton und Kimi Räikkönen als die vier besten Formel-1-Piloten der Gegenwart bezeichnet. Sind Sie mit dieser Rangliste einverstanden?

Nico Rosberg: Jeder darf seine eigene Meinung haben. Ich möchte das nicht weiter kommentieren.

Wie sieht Ihr Ranking aus? Wo sehen Sie sich in der Fahrer-Hierarchie?

Rosberg: Ein seriöser Vergleich mit anderen Fahrern ist erst möglich, wenn man im gleichen Auto sitzt. Mit Sicherheit ist das Niveau momentan extrem hoch. Aber wenn man sich die Vergangenheit der Formel 1 anschaut, glaube ich nicht, dass jemals so viele Topfahrer gleichzeitig unterwegs waren.

Sie sind der einzige Siegfahrer im Mercedes-Team, waren in diesem Jahr erfolgreich in Monaco und Silverstone. Dennoch fehlen Ihnen im Vergleich zu Lewis Hamilton 15 WM-Punkte. Wie bewerten Sie das?

Rosberg: Zunächst darf man nicht vergessen, dass ich zweimal ein kaputtes Auto hatte, und er hatte noch keinen kompletten Ausfall. Für mich waren das zweimal große Punktverluste, zumal das Auto dort sehr gut lief. Noch dazu hatte ich zwei problematische Qualifyings, in Kanada ohne Funk und am Nürburgring hat sich das Team verrechnet. Insofern bin ich zufrieden, allerdings nicht euphorisch. Das wäre ich, wenn ich da wäre, wo Sebastian (Vettel, d. Red.) steht. Genau da wollen wir hin, da sind wir aber noch nicht als Team.

Wer wird Formel-1-Weltmeister?

Ihr Team war aus den allgemein bekannten Gründen vom Nachwuchsfahrer- und Reifentest in Silverstone ausgeschlossen. Wie wurde die Pause zwischen dem Nürburgring und Ungarn genutzt?

Rosberg: Wir arbeiten intensiv an dem Problem, wie sich die Reifen bei extremer Hitze verhalten. Es gibt unglaublich viele Faktoren, die dabei eine Rolle spielen. Im Vergleich zum vierten Saisonlauf in Bahrain haben wir uns bereits verbessert, aber wir haben noch Luft nach oben.

Nervt das permanente Thema Reifen eigentlich nicht auch die Fahrer?

Rosberg: Ich finde das okay. Es ist eine große und interessante Herausforderung für Team und Fahrer. Manche haben eben einen besseren Job gemacht als wir. Da müssen wir uns verbessern. Die Reifen sind ja für alle gleich. Und wir reden ja nicht über eine Lotterie, sondern über einfache Physik, die wir verstehen müssen.

Hohe Temperaturen sind immer noch Gift für Mercedes. Das sind keine guten Aussichten für das heiße Budapest-Wochenende.

Rosberg: Die Strecke liegt uns, aber die Temperaturen liegen uns nicht. Es geht aber nicht nur um die Reifen, sondern auch um die Kühlung des Motors. Das wird interessant zu sehen, wie weit die Teams ihre Autos aufmachen. Je weiter, umso langsamer wird das Auto.

Mercedes hat sich auf der Technikerseite erheblich verstärkt. Wann haben Sie als Fahrer den positiven Effekt erstmals wahrgenommen?

Rosberg: Das war schon 2012 spürbar. Die Änderungen am Windtunnel haben etwas gebracht, der Zugewinn an Personal und technischem Know-how auch. Und dann kam der Schub durch Niki Lauda und Toto Wolff. Wir haben die Schwächen des letzten Jahres verstanden und behoben.

Das klingt einfacher als es ist.

Rosberg: Es geht vor allem darum, wie man Prozesse optimiert. Wie identifiziert man Probleme, und wie diskutiert man sie? Da haben wir uns stark verbessert.

Ist das auch so zu verstehen, dass die Führung des Mercedes-Teams mehr Qualität aufweist?

Rosberg: Ich möchte den Vergleich mit dem letzten Jahr so nicht ziehen. Was ich auf jeden Fall sagen kann, dass wir uns in diesem Jahr glücklich schätzen können. Niki und Toto machen einen Super-Job und haben großen Anteil an unserem Erfolg. Toto nimmt im Werk in Brackley direkt Einfluss auf das Team, das spürt man.

Ist das die beste Zeit Ihrer Formel-1-Karriere?

Rosberg: Ich hatte bisher nie ein Auto, mit dem ich zum Rennen komme und sagen kann: Ich habe das schnellste Auto und kann gewinnen. Dieses Auto hatte ich in diesem Jahr einige Male. Das ist ein großartiges Gefühl, echt cool. Da kommt richtig Freude auf.

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Ihr Vater Keke führt die familieninterne Statistik mit 5:3 Siegen an. Läuft im Hause Rosberg eine Wette?

Rosberg: Überhaupt nicht. Es gibt da auch keinen Wettbewerb. Ich bin stolz auf das, was mein Vater erreicht hat, und er ist mit Sicherheit auch stolz darauf, was ich so mache. Und er wünscht mir sicher so viele Siege wie möglich. Ich ziehe diesen Vergleich nicht, und er ist auch gar nicht möglich, es sind halt andere Zeiten.

Aber übertreffen wollen Sie ihn schon?

Rosberg: Das eine hat mit dem anderen nichts zu tun. Ich will nicht meinen Vater übertreffen. Ich will Rennen gewinnen.

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