Formel 1
Nachrichten, Teams und Statistiken der Formel 1

Vorlesen
0 Kommentare

Sebastian Vettel: „Reifen haben stark abgebaut“

Erstellt
Sebastian Vettel: "Kimi hatten wir nicht auf der Rechnung" Foto: AP/dpa
Mit diesem Sieger hat kaum ein Team gerechnet, außer Lotus selbst: Kimi Räikkönen ist beim Großen Preis von Australien überraschend auf das Siegerpodest gefahren, vor Fernando Alonso und Sebastian Vettel. Letzterer weiß auch, woran das lag.
Drucken per Mail
Melbourne

Der große Appetit seiner „Hungry Heidi“ auf die Reifen hat Formel-1-Weltmeister Sebastian Vettel den perfekten Start in die neue Saison gekostet. Beim Großen Preis von Australien im Melbourne musste sich der Heppenheimer trotz Pole Position mit Platz drei begnügen. „Uns sind die Reifen zu früh um die Ohren geflogen“, resümierte der dreimalige Champion und gratulierte Kimi Räikkönen zu dessem überraschenden Erfolg „Down Under“. Der finnische Ex-Weltmeister überraschte die Konkurrenz in seinem Lotus mit einer Zwei-Stopp-Strategie und schlich sich förmlich an die Spitze des Feldes.

Mehr als erwartet

„Kimi hatten wir am Anfang gar nicht auf der Rechnung, ich habe ihn im Rennen überhaupt nicht gesehen“, gestand Vettel ein. Mehr Kontakt hatte Vettel dagegen mit seinem Dauer-Rivalen Fernando Alonso, der diesmal das bessere Ende für sich hatte. Der spanische Vizeweltmeister eröffnete mit Rang zwei das erneute Titel-Duell. Während die drei Erstplatzierten der letztjährigen WM-Wertung bei Räikkönens 20. Sieg in der Königsklasse im Albert Park aufs Podest rasten, erlebte das neu aufgestellte Mercedes-Team einen gemischten Tag. Neuzugang Lewis Hamilton freute sich über Platz fünf, doch der Ausfall von Nico Rosberg an dritter Stelle liegend wegen Elektronik-Problemen und eine unglückliche Rennstrategie trübten die Bilanz der Silberpfeile. „Ich bin glücklich, das ist mehr, als wir erwartet hatten“, sagte Hamilton. Motorsport-Direktor Toto Wolff musste allerdings eingestehen, dass die Taktik der Silberpfeile nicht ganz aufgegangen war. „Wir haben eine Menge über die Reifen gelernt, von der Strategie her hätten wir es vielleicht ein bisschen anders machen müssen“, sagte der Österreicher. Teamchef Ross Brawn ergänzte: „Nachdem die weichen Reifen 13 und 14 Runden gehalten hatten, hielten wir eine Zwei-Stopp-Strategie für möglich. Leider hatten wir bei den harten Reifen nicht die nötige Balance und mussten nochmal wechseln.“

Niki Lauda, Aufsichtsrats-Chef bei Mercedes, kritisierte in seiner Funktion als RTL-Experte den Auftritt seines Teams: „Der Boxenstopp von Hamilton war im Vergleich zu den anderen fünf Runden später. Vielleicht hätten wir strategisch etwas früher reinkommen können.“ Für Rosberg war das Rennen in der 27. Runde gelaufen. Der Shanghai-Sieger des vergangenen Jahres musste seinen Silberpfeil an dritter Stelle liegend abstellen. „Das Auto hatte vorher schon eine Weile gestottert, am Ende war es ein Elektronikproblem. Das war das Aus“, sagte Rosberg. Ein fast perfektes Comeback in der Königsklasse erlebte dagegen Adrian Sutil mit Platz sieben. Der Gräfelfinger war mit harten Reifen ins Rennen gegangen und so lange auf der Strecke geblieben, bis er die ersten Führungskilometer seiner Karriere erleben durfte. „Es war ein tolles Rennen, ich habe sogar Führungskilometer gemacht. Das hat sich gut angefühlt und macht mich sehr stolz, ein toller Einstieg für mich“, sagte der Force-India-Pilot: „Zwischendurch sind die Reifen zusammengefallen, am Ende musste ich mich ein bisschen breit machen, um die Position zu halten.“

Spitzenposition schnell abgegeben

Im direkten Duell mit Vettel musste Sutil den Weltmeister allerdings ziehen lassen. Vettel hatte sich nach dem Regenchaos am Samstag, das zum Abbruch des Qualifyings gesorgt hatte, am Sonntagmorgen souverän die 37. Pole Position seiner Karriere vor seinem Red-Bull-Teamkollegen Mark Webber und Hamilton gesichert, die Spitzenposition im Rennen aber nicht lange halten können. „Wir können mit dem heutigen Tag zufrieden sein. Wir standen auf der Pole Position. Natürlich will man dann auch das Rennen gewinnen, aber die Reifen haben nach einem guten Start sehr stark abgebaut“, sagte Vettel: „Eine Zwei-Stopp-Strategie wie bei Kimi wäre für uns nicht möglich gewesen. Aber das Jahr auf dem Podium zu beginnen, ist hervorragend.“ Red-Bull-Teamchef Christian Horner meinte: „Bei diesen Bedingungen, wie das Auto mit den Reifen umgegangen ist, war Platz drei für Sebastian heute das Maximum. Es ist noch ein langer Weg, in einer Woche sind wir wieder gut aufgestellt.“ Für Nico Hülkenberg war schon vor dem Start Schluss. Ein Problem mit dem Benzinsystem stoppte den 25-Jährigen. „Das ist schon sehr frustrierend. Wir hatten Probleme mit dem Auto und konnten es nicht sicher einorden. Das war ein zu großes Risiko“, sagte Hülkenberg, der nun in der kommenden Woche in Sepang beim Großen Preis von Malaysia seinen Einstand bei Sauber feiern will. Dort erwartet die Teams „eine andere Strecke und andere Bedingungen“, wie Sebastian Vettel klarstellte. Eine klare Ansage in Richtung aller Kritiker, die in Platz drei eine Tendenz in die falsche Richtung erkennen wollten.

Auch interessant
Liveticker
Doppel-WeltmeisterSebastian Vettel

Alle Ergebnisse zur Formel-1-Saison 2013 finden Sie in unserem Ticker-Tool. WM-Wertungen, Termine, Streckenpläne etc.

Das große Formel-1-Quiz
Wissenstest
Sebastian Vettel beim Boxenstopp.

Kennen Sie sich in der höchsten Motorsportklasse aus? Zehn Fragen rund um die Formel 1 warten auf Sie.

Videos
FACEBOOK
Kleinanzeigen