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Vettel vs. Alonso: Neue Saison, alte Rivalen

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Das Duell zwischen Weltmeister Sebastian Vettel und Fernando Alonso steht im Fokus des Auftaktwochenendes in Melbourne. Vorab üben sich die Kontrahenten im Austausch von Nettigkeiten. Mercedes geht mit großen Hoffnungen in die neue Saison.

Melbourne

Sebastian Vettel tuschelte und kicherte mit Kimi Räikkönen, Fernando Alonso dagegen schaute stur geradeaus und trommelte genervt mit den Fingern auf der Tischplatte. Seite an Seite saßen die Superstars, doch den Weltmeister aus Heppenheim und den Herausforderer aus Oviedo trennen vor dem Saisonauftakt der Formel 1 am Sonntag (7.00 Uhr MEZ/RTL und Sky) in Melbourne Welten. Der Deutsche hat, was der Spanier will. Trotz aller Rivalität verteilten die beiden Kontrahenten auf Nachfrage ein paar Komplimente an den Gegner.

„Seb hat alle Rekorde gebrochen. Das lag nicht nur am Auto. Er ist ein starker Fahrer und großer Herausforderer für die nächsten Jahre“, sagte Alonso über den Mann, der ihm in drei Jahren zweimal die WM-Krone vor der Nase weggeschnappt hat. „Fernando ist einer der respektiertesten Fahrer in der Welt“, gab Vettel artig zurück. Viel gemeinsam haben die beiden außer ihrem ungebrochenen Ehrgeiz aber nicht. „Wir sind eine andere Generation, sind nicht zusammen Kart gefahren“, erklärte Ferrari-Pilot Alonso und fügte an: „Aber er sieht wie ein normaler Typ aus.“

Vettel bedankte sich mit einem Lächeln und konterte: „Ich trinke keinen Kaffee, also lade ich Dich nicht zum Kaffee ein, aber ich kann Dich auf ein Red Bull einladen, wenn Du reden willst.“ Es darf bezweifelt werden, dass dieses Stelldichein stattfindet, solange der bestbezahlte Fahrer (Alonso/33 Millionen Euro) gegen den erfolgreichsten Fahrer (Vettel/3 WM-Titel in Folge) auf der Rennstrecke um Punkte und Titel kämpft. Auch wenn alle Experten für diese Saison eine Neuauflage des Dauer-Duells erwarten, wissen die Protagonisten vor dem ersten Rennen selbst nicht so genau, wo sie stehen.

Schlechte Testbedingungen

„Wir haben null Punkte wie alle anderen. Die Autos haben sich nicht sehr verändert. Es wird wieder ein langes Jahr und sehr eng“, sagte Vettel. Vor allem die schlechten Bedingungen bei den Tests in Jerez und Barcelona sorgen zusammen mit den neuen Pirelli-Reifen für viele Fragezeichen bei den Teams. „Wir wissen nach den Wintertests alle nicht genau, wo wir stehen. Die Reifen haben in den Tests nicht lange gehalten. Ich hoffe, dass es hier besser wird, sonst kann es richtig lustig werden“, sagte Vettel, der seinen neuen Red Bull RB9 auf den Namen „Hungry Heidi“ getauft hat. „Horny (geil, d. Red.) konnten wir nicht sagen, deshalb hungry (hungrig, d. Red)“, so Vettel.

Trotz der Erfolge der letzten Jahren sieht sich Vettel zu Saisonbeginn nicht im Vorteil gegenüber der Konkurrenz: „Wir haben keinen Vorteil, nur weil die Eins auf dem Auto steht. Das ist ein Privileg, macht uns das Leben aber nicht einfacher.“ Fernando Alonso hofft dagegen, dass er nicht noch einmal so einen schwachen Start wie in der Vorsaison erleben muss. Die Vorstellung der Scuderia bei den Wintertests lässt auf Besserung hoffen. „Es war nicht schwer, besser zu werden als letztes Jahr. Es wäre schwieriger gewesen, noch schlechter zu sein“, merkte der Spanier fast schon fatalistisch an.

Trotzdem hätten die drei Testphasen in Jerez und Barcelona keine großen Erkenntnisse gebracht. „Die Wintertests sagen nicht, wer hier gewinnen kann. Die fünf Top-Teams haben sicherlich einen Vorsprung, es kommen also mindestens zehn Fahrer für den Sieg infrage“, sagte Alonso. Die Niederlagen der letzten Jahre sind nicht spurlos am Spanier vorbeigegangen. Zwar erklärte er: „Ich fühle mich privilegiert, dass ich in zwei der letzten drei Jahre um den Titel kämpfen konnte.“ Doch wer Alonso kennt, weiß wie tief der Schmerz sitzt. „Wir haben den Titel zweimal im letzten Rennen verloren, das ist natürlich eine Extra-Motivation für mich“, lautete seine Kampfansage.

Mercedes macht sich Hoffnungen

Im Schatten des großen Duells könnten sich die Silberpfeile als ernstzunehmende Konkurrenten erweisen. Mercedes-Neuzugang Lewis Hamilton sprach in Melbourne bereits davon, dass „Titel wunderbar wären“, allerdings musste der Engländer zugeben, dass er nicht weiß, „wie lange es dauern wird.“ Sein Teamkollege Nico Rosberg stellte klar: „Wir wollen zu den Besten werden.“ Neben Vettel und Rosberg sind in Sauber-Neuling Nico Hülkenberg („Bin zufrieden und glücklich mit meinem Wechsel“) und Comebacker Adrian Sutil bei Force India („Ich habe große Ziele, ich will ganz nach oben“) zwei weitere deutsche Fahrer mit großen Ambitionen in Melbourne am Start. (sid)

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