27.09.2016
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Frauen und Kinder leiden unter Kriegen vor allem

Der Flüchtlingsrat Leverkusen fordert mehr Schutz für Flüchtlingsfrauen.

Anlässlich des Internationalen Frauentages, der gestern, 8. März, begangen wurde, fordert der Flüchtlingsrat Leverkusen einen umfassenden Schutz für Flüchtlingsfrauen durch die Anerkennung von nichtstaatlichen, frauenspezifischen Fluchtgründen im deutschen Asylverfahren.

Die Asylanträge von Flüchtlingsfrauen würden in Deutschland oftmals abgelehnt, da die Flucht vor „nichtstaatlicher Verfolgung“ aus frauenspezifischen Gründen nicht als hinreichender Asylgrund angesehen werde. Rita Schillings vom Flüchtlingsrat weist in diesem Zusammenhang darauf hin, dass Frauen nicht nur in Bürgerkriegen Opfer von Gewalt würden. So müssten sie etwa Angriffe auf ihr Leben fürchten, wenn sie Kleidervorschriften missachteten, sie ihren Ehemann selbst aussuchen möchten oder sich einer Genitalverstümmelung der Töchter widersetzten.

Zwar beinhaltet das jüngst durch den Bundestag verabschiedete Zuwanderungsgesetz unter anderem die Anerkennung „nichtstaatlicher Verfolgung“ und frauenspezifischer Fluchtgründe, aber durch Einsprüche im Bundesrat liegt das Gesetz derzeit dem Vermittlungsausschuss des Bundestags zur Beratung vor. Und das, so Schillings, obwohl das Europäische Parlament bereits 1984 entschieden habe, dass Frauen, denen eine Verfolgung aus den genannten Gründen drohe, die Flüchtlingseigenschaft zuerkannt werden solle. Schillings: „Es ist ein Skandal, dass von Politikern die Grundwerte unserer Gesellschaft nicht beachtet werden.“

Die Mehrzahl der weltweit mehr als 40 000 000 Menschen, die sich nach Angaben der Vereinten Nationen auf der Flucht befinden, sind Frauen und Kinder: Die häufigste Fluchtursache sind Bürgerkriege. (san)