Frechen
Nachrichten und Bilder aus Frechen

Vorlesen
0 Kommentare

Alt-Forst: Nun ist Frieden im Wald

Erstellt
In guten und in schlechten Zeiten wollen sie zusammenarbeiten: Nach einem jahrelangen Konflikt haben Königsdorfer Bürgerinitiative und Forstamt eine Lösung gefunden, die Vetrauen schaffen soll. Foto: Pamo Roth
Die Initiative Königsdorfer Wald und der Förster haben sich geeinigt. Die Ergebnisse sollen nun ausprobiert und nach zwei Jahren ausgewertet werden. Auch die Zusammenarbeit der Initiative und des Forstamtes soll weiter gehen.  Von 
Drucken per Mail
Frechen

Es ist ein Bild, das an Symbolkraft kaum zu übertreffen ist: Gemeinsam stehen die Vertreter der Bürgerinitiative (BI) Königsdorfer Wald und des Regionalforstamtes Rhein-Sieg-Erft mitten im Königsdorfer Alt-Forst und stellen die Ergebnisse ihres zwei Jahre andauernden Mediationsverfahrens vor. Die traute Gemeinsamkeit ist ein hart erarbeitetes Ergebnis, das nur durch die Kompromissbereitschaft beider Seiten möglich geworden war.

Doch von vorne: Es handelte sich um einen seit Jahren schwelenden und an verschiedenen Gelegenheiten eskalierten Konflikt um den Königsdorfer Alt-Forst – ein Waldstück innerhalb des Naturparks Kottenforst-Ville, das nördlich durch die Glessener Höhe bei Dansweiler begrenzt ist und südlich durch die Nord-Süd-Kohlenbahn sowie die alte Aachener Straße. Doch ironischerweise ging es dabei beiden Seiten – Forstamt und Königsdorfer BI– immer um das gleiche Ziel, nämlich das Wohl dieses Waldstücks: „Beide wollen das Beste für den Wald, aber mit unterschiedlichen Vorstellungen“, sagt Mediatorin Anke Blöbaum.

Wald als Kleinod

Ein weiteres Erschwernis: „Naturschutz ist ein moralisch hoch aufgeladenes Thema.“ Doch mit der Mediation, einer Art Beziehungstherapie für Konfliktpartner, gelang es, Naturschutz, Erholung und Waldpflege zu vereinen. Uwe Schölmerich, Leiter des Regionalforstamtes, nannte als wichtigste Erkenntnis: „Dieser Wald ist ein Kleinod in der Region, das besondere Aufmerksamkeit genießen muss.“ Die BI-Vertreterin Tamar Georgi resümierte: „Wichtig war, wegzukommen von dem Begriff »Wirtschaften « hin zur »Pflege«.“

Zu den Ergebnissen zählt eine eine Beobachtungsgruppe, der auch BI und Biostation Rhein-Erft angehören, die nach einer Bestandsaufnahme einen Maßnahmen- und Pflegeplan erarbeitet. Konkret werden die Ergebnisse im Wald beispielsweise durch Rückepferde anstelle der Harvester genannten Baumerntemaschinen. Die Pferde ziehen die gefällten Bäume schonend an die Wege, so dass keine Bäume für breite Rückegassen gefällt werden müssen und der Waldboden nicht durch die schweren Maschine verdichtet wird.

Von den Wegen werden sie mit Fahrzeugen abgeholt. Diese Lösung ist aber auch nur durch die Besonderheit des Königsdorfer Alt-Forstes möglich, der über ein dichtes Wegenetz verfügt. Zudem sei sie nach einer groben Schätzung auch kostendeckend und tragfähig, so das Forstamt.

Alle Ergebnisse sollen ausprobiert und nach zwei Jahren ausgewertet werden. Aber auch danach soll die Zusammenarbeit von Bürgerinitative und Forstamt weitergehen. So wurden aus Gegnern, Partner – oder anders gesagt: Brüder, nicht im Geiste, aber im Wald.

AUTOR
FACEBOOK
Kleinanzeigen